Waiblingen

Udo Walz und seine Kindheits-Erinnerungen: Im Herzen ein Waiblinger

Prominenz
2010 Im Restaurant Mille Miglia in Waiblingen: Das Ehepaar Hesky mit Simone Thomalla, Armin Veh und Udo Walz. © Schneider

Im Alter von 76 Jahren ist am Freitag der Starfriseur Udo Walz gestorben. Geboren ist er am 28. Juli 1944 in – Waiblingen. Der Mann, der Marlene Dietrich, Romy Schneider, Twiggy und Angela Merkel frisierte, wuchs hier in einfachen Verhältnissen, als Sohn eines Lkw-Fahrers und einer Fabrikarbeiterin auf. Mit Schrecken erinnerte er sich an seine alte Kindertagesstätte: „Ich habe es gehasst.“ Da brannte er lieber mit drei anderen Burschen für einen Tag durch und besuchte die Wilhelma.

An der Karolingerschule

Als Schüler der Karolingerschule ging er mit Kumpels heimlich hinter die Michaelskirche zum Rauchen. Zur Strafe gab’s vom Lehrer schmerzhafte „Hosenspanner“-Prügel. Schon in der Schule äußerte er seinen Berufswunsch: „Friseur“. „Zu mehr wirst du es auch nicht bringen“, lautete die pädagogisch wenig wertvolle Antwort. Die Inspiration kam ihm, als er drei Tage bei einem Waiblinger Friseur arbeitete. Die Ausbildung in Stuttgart verlief mäßig erfolgreich: Bei seinem Abschluss landete er unter 600 Gesellen auf dem 598. Platz. Vielleicht war er innovativer, als es die Zunft ertragen konnte.

Im Berliner Salon

Die High Society aber liebte ihn – und die Klatschpresse auch. Seine Beziehung zur Heimat indes wurde im Alter immer besser: „Je älter ich werde, desto lieber fahre ich nach Waiblingen“, hat er einmal gesagt. 2010 ließ er sich mit seiner guten Freundin Simone Thomalla von OB Andreas Hesky durch die Stadt führen und chauffieren und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Zum Essen ging’s mit Meistertrainer Armin Veh ins „Mille Miglia“ beim Autohaus Lorinser. Einmal unternahm der Waiblinger Gemeinderat eine Berlin-Reise. Udo Walz öffnete für die Gäste an einem Sonntag die heiligen Hallen seines Salons. „Eine schöne Geste“, findet OB Andreas Hesky, der den Promi als großzügigen Menschen kennengelernt habe. Und als einen von uns: „Im Herzen ist er ein Waiblinger geblieben.“

Gesucht: Erinnerungen an Udo Walz

Lange ist’s her, aber: Wer, liebe Leserinnen und Leser, kann sich noch erinnern an die Waiblinger Zeit von Udo Walz? Wer war mit ihm auf der Schule oder hat mit ihm auf der Straße gespielt? Und wer weiß, bei welchem Waiblinger Friseur er seine Liebe zum Beruf entdeckt hat? Gerne sammeln wir ihre Erinnerungen unter waiblingen@zvw.de.