Waiblingen

Ukraine-Flüchtlinge: Das muss jeder wissen, der in Waiblingen Wohnungen anbietet

Abschied Hesky
OB Andreas Hesky tut bis zu seinem letzten offiziellen Arbeitstag als Oberbürgermeister von Waiblingen wirklich alles, um Wohnungen an Flüchtlinge aus der Ukraine zu vermitteln. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge aus der Ukraine geht voran: Aufgrund des Aufrufs der Stadt Waiblingen wurden 27 Wohnungen und 21 Zimmer in Waiblingen sowie sechs Wohnungen und drei Zimmer im Umkreis angeboten. Das teilt Oberbürgermeister Andreas Hesky am Freitag, 11. März, mit. „Bisher konnten 10 Wohnraumanfragen von ukrainischen Geflüchteten vermittelt werden. Es fanden 27 Personen eine Unterkunft.“

Olga Aleyt nimmt Freundin aus Kiew auf

Es gibt auch Menschen wie die ukrainischstämmige Hegnacherin Olga Aleyt, die erst mal in ihrer eigenen Wohnung ein Obdach anbieten. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in einer Drei-Zimmer-Wohnung, in der sie in der Nacht auf Mittwoch eine Studienfreundin aus Kiew und deren Sohn vorübergehend aufgenommen hat. Sie suchte allerdings parallel nach einer Wohnung für die Freundin. Ihre Hoffnung war, in Hegnach eine zu finden – damit sie sich weiter um die Freundin und deren Sohn kümmern kann.

Wohnung für Freundin schnell gefunden

Durch den Artikel unserer Redaktion bekam die Studienfreundin von Olga Aleyt schnell ein Angebot – und zwar nur zwei Straßen weiter in Hegnach. Schon am Montag soll die Mutter mit ihrem Sohn einziehen können. „Das übertrifft alle Erwartungen“, freut sich Olga Aleyt.

Bürger, die eine Wohnung an Flüchtlinge aus der Ukraine vermieten wollen, können sich weiter an die Stadt wenden. Nach Eingang des Angebots wird dieses laut OB Andreas Hesky in eine Wohnraumangebotsliste aufgenommen. Anschließend werde der Anbieter von der zuständigen Stelle (Kaufmännisches Gebäudemanagement oder Ortschaftsverwaltung) schnellstmöglich kontaktiert. „Nach der ersten Kontaktaufnahme erfolgt eine Prüfung, ob die Wohnung für eine städtische Anmietung infrage kommt, erst nach einer Sanierung bezogen werden kann oder für die Unterbringung ungeeignet ist.“ Bei der Vermittlung von Wohnungen ist laut dem Oberbürgermeister zu unterscheiden, ob die Stadt als Vermieter untervermietet oder auf privater Basis direkt mit den geflüchteten Ukrainern ein Mietvertrag abgeschlossen werden soll.

Kontakt wird hergestellt, wenn alles passt

Bei Eingang einer Anfrage zur Unterbringung wird nach Heskys Angaben zuerst der Bedarf geprüft, wie etwa die Personenanzahl, das Geschlecht, ein mögliches Handicap und ob es Haustiere gibt. „Danach erfolgt ein Abgleich, ob ein passendes Wohnraumangebot zur Verfügung steht.“ Wenn ein passendes Angebot vorhanden sei, werde der Kontakt zwischen Anbieter und Wohnraumsuchenden hergestellt.

Wer eine Wohnung in Waiblingen und seinen Ortschaften hat, soll an oberbuergermeister@waiblingen.de eine Mail schreiben. Dort eingehende Angebote werden auch dann noch gelesen, wenn die Dienstzeit von Andreas Hesky nach 16 Jahren als OB von Waiblingen am Samstag, 12. März, um 24 Uhr endet.

Albert Heinrich aus Korb hilft

Albert Heinrich gehört zu jenen Bürgern, die jetzt helfen. In der Waiblinger Nachbargemeinde Korb kennen ihn viele, schließlich ist er dort Vorsitzender des Bädlesvereins und Stiftungsratsvorsitzender der Korber Bürgerstiftung. Der Korber hat eine Wohnung in Waiblingen, für die er gerade das Bad umgebaut hatte. Er suchte gerade über ein Internet-Immobilienportal neue Mieter, als am 24. Februar Russland die Ukraine angriff. Sofort stoppte Albert Heinrich nach eigener Aussage die Suche und ging auf die Stadt Waiblingen zu.

Der Korber will helfen und seine Wohnung an ukrainische Familien vermieten. Dabei geht es ihm nicht ums Geld, wie er versichert. „Wenn ich frei vermiete, kriege ich mehr Miete.“ Bislang haben sich noch keine Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine für die Wohnung gefunden – aber das kann sich schnell ändern.

Die Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge aus der Ukraine geht voran: Aufgrund des Aufrufs der Stadt Waiblingen wurden 27 Wohnungen und 21 Zimmer in Waiblingen sowie sechs Wohnungen und drei Zimmer im Umkreis angeboten. Das teilt Oberbürgermeister Andreas Hesky am Freitag, 11. März, mit. „Bisher konnten 10 Wohnraumanfragen von ukrainischen Geflüchteten vermittelt werden. Es fanden 27 Personen eine Unterkunft.“

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