Waiblingen

Ukraine-Flüchtlinge: Hallen in Schorndorf, Schmiden und Waiblingen als Ankunftszentren

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Blick in eine der 24 Kabinen. © Palmizi

Bis zu 98 Erwachsene und Kinder können vom 4. April an unterkommen im neuen Ankunftszentrum für Geflüchtete aus der Ukraine. Eingerichtet haben es der Rems-Murr-Kreis und die Stadt mit tatkräftiger Unterstützung – trotz des Großbrands bei Alba – mehrerer Feuerwehren aus dem Kreis in der Sporthalle des Berufsbildungswerks. Wegen der Fluchtbewegung, die Putins Krieg ausgelöst hat, bereiten sich die Behörden vor – obwohl niemand über die Glaskugel verfügt, aus der sich ersehen ließe, wie viele Menschen aus dem Kriegsgebiet tatsächlich in Waiblingen ankommen.

Durch den Einbau von Trennwänden sind 24 Zimmer mit jeweils vier Schlafplätzen für Erwachsene und je einem Kinderbett entstanden. Aus Fehlern der Flüchtlingskrise 2015/2016 haben die Behörden gelernt. Statt einfacher Bauzäune wurden mehr als drei Meter hohe Trennwände aus Beständen einer Firma für Messebau verwendet. Somit kann niemand vom Hochbett über die Wände gucken. Ein Netz verhindert, dass Gegenstände über die Wände geworfen werden können. Ein Kühlschrank, ein Tisch und zwei schmale Spinde gehören zu dieser denkbar einfachen Ausstattung.

Weitere Ankunftszentren in Fellbach und Schorndorf

Für längerfristigen Aufenthalt sind die Räume nicht gedacht. Innerhalb weniger Tage sollen die Geflüchteten in private Wohnungen oder städtische Unterkünfte vermittelt werden. Waiblingen wurden 40 Wohnungen von privater Hand zur Verfügung gestellt, die noch nicht alle vergeben sind. Was sich schnell ändern kann, sollten die Ukrainerinnen und Ukrainer busseweise ankommen. Das ist im Rems-Murr-Kreis und in Baden-Württemberg bislang nicht der Fall, denn bei der Verteilung der Menschen auf die Länder hapert es.

Siegfried Lorek, Staatssekretär für Migration, berichtet von einem Tag, an welchem dem Land 2700 Flüchtlinge angekündigt waren – es kamen 250. „Unsere größte Sorge ist aktuell die fehlende Planungssicherheit“, konstatiert Landrat Richard Sigel. Man habe sich bestmöglich gewappnet, doch es bleibe nichts anderes übrig, als auf Sicht zu fahren.

Möchhof bei Kaisersbach wird wieder Schullandheim

Als erstes Ankunftszentrum war der Mönchhof bei Kaisersbach eingerichtet worden. Vom 1. Mai sollen dort aber wieder Schulklassen ins Schullandheim fahren können. Dafür stehen neben der BBW-Sporthalle die Festhalle Fellbach-Schmiden mit 44 Plätzen und die Sporthalle in Schorndorf-Schornbach mit 60 Plätzen bereit. Der Sport des BBW findet laut BBW-Chef Roman Hanle in Hallen der Berufsschule und im Freien statt.

Stadt Waiblingen plant mit Containern und Halle

Ziel ist – auch hier ein Gegensatz zur Flüchtlingskrise 2015/16 – eine schnelle Registrierung aller geflohenen Menschen. Der Krieg in der Ukraine werde von Schlepperbanden genutzt, sagt der Landrat. Und: „Ukrainische Pässe scheinen auf dem illegalen Schwarzmarkt derzeit Hochkonjunktur zu haben.“ Auch die Flüchtlinge würden davon profitieren, denn vom Zeitpunkt der Registrierung an könnten sie Sozialleistungen und Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Weil die von Privatleuten bereitgestellten Wohnungen rasch belegt sein könnten, bereitet die Stadt die Errichtung von Wohncontainern vor, wie Erster Bürgermeister Ian Schölzel ankündigt. Auch städtische Hallen müssten gegebenenfalls als Unterkunft dienen.

Bis zu 98 Erwachsene und Kinder können vom 4. April an unterkommen im neuen Ankunftszentrum für Geflüchtete aus der Ukraine. Eingerichtet haben es der Rems-Murr-Kreis und die Stadt mit tatkräftiger Unterstützung – trotz des Großbrands bei Alba – mehrerer Feuerwehren aus dem Kreis in der Sporthalle des Berufsbildungswerks. Wegen der Fluchtbewegung, die Putins Krieg ausgelöst hat, bereiten sich die Behörden vor – obwohl niemand über die Glaskugel verfügt, aus der sich ersehen ließe, wie viele

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