Waiblingen

Ukraine-Krieg: Tierschutzverein Waiblingen will Tieren von Flüchtlingen helfen

Tierheim
Viele Tierheime sind bereits darauf vorbereitet, Haustiere von Flüchtlingen aus der Ukraine aufzunehmen (Symbolfoto). © ZVW/Gabriel Habermann

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bringt Leid und Tod für Millionen Menschen mit sich. Viele Ukrainer wollen auf ihrer Flucht den geliebten Hund oder die geliebte Katze nicht zurücklassen – und machen sich gemeinsam auf den Weg in Richtung der Grenzen. „Wir sind sehr schockiert über die Ausmaße dieses Krieges mitten in Europa und wollen Tierhaltern und Tieren aus der Ukraine helfen“, sagt Annemarie Werner, Vorsitzende des Tierschutzvereins Waiblingen.

Futterspenden an Grenzübergängen

Nach Kenntnisstand des Tierschutzvereins sind an den Grenzübergängen schon ausreichende Mengen an Futterspenden für Tiere eingetroffen. „Es braucht daher jetzt vor allem finanzielle Hilfe, damit flexibel geschaut und besorgt werden kann, was wirklich benötigt wird, und das Geld dort zum Einsatz kommt, wo Hilfe gebraucht wird“, betont Annemarie Werner.

740 Mitgliedsvereine und 550 Tierheime

Der Tierschutzverein Waiblingen unterstützt daher mit einer Spende die Arbeit seines Dachverbandes, des Deutschen Tierschutzbundes. Dieser vertritt deutschlandweit 740 Mitgliedsvereine und 550 Tierheime und hält sich laut Pressemitteilung gemeinsam mit europäischen Partnern bereit, zu helfen, wo Hilfe benötigt wird – vor allem im Tierschutzzentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa sowie an der Grenze zwischen der Ukraine und Polen, wo Geflüchtete mit ihren Tieren ankommen.

Der Verband hat für seine Hilfsaktionen einen Spendenaufruf gestartet. Der Tierschutzverein Waiblingen freut sich, wenn auch Privatleute, die Tieren und Tierhaltern aus der Ukraine aktuell helfen möchten, sich mit einer Spende beteiligen. „Jeder Euro zählt“, sagt Annemarie Werner.

In Flüchtlingsunterkünften sind in der Regel keine Tiere zugelassen 

Der Deutsche Tierschutzbund arbeitet eng mit seinem Partner, dem Bundesverband Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste, zusammen. Die Tierretter und Tierschützer sind laut Pressemitteilung an der Grenze zwischen der Ukraine und Polen aktiv. Im polnischen Trzenysl am Grenzübergang Schehyri haben sie ein Basislager errichtet, um ankommende Menschen mit ihren Tieren in Empfang zu nehmen, sie mit allem zu versorgen, was gebraucht wird, und sie in Sicherheit zu bringen. In Deutschland haben sich die dem Tierschutzbund angeschlossenen Vereine und Tierheime darauf vorbereitet, Tiere von Geflüchteten aufzunehmen und zu versorgen – auch, weil in Flüchtlingsunterkünften in der Regel keine Tiere zugelassen sind.

Tierschutzverein Waiblingen hat kein eigenes Tierheim

Da der Tierschutzverein Waiblingen kein Tierheim hat, sondern ausschließlich mit privaten Pflegestellen arbeitet, ist es dem Verein generell nicht möglich, in größerem Umfang Tiere aufzunehmen. Was der Vereinsvorstand sehr schade findet: „Uns fehlen zunehmend geeignete Pflegeplätze, denn es werden immer mehr Tiere abgegeben und es gibt immer weniger Menschen, die welche aufnehmen können.“

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert laut Pressemitteilung zudem an die Politik, Flüchtlingsunterkünfte für Tiere zu öffnen, damit das Leid der geflüchteten Menschen durch die Trennung von einem geliebten Tier nicht noch vergrößert wird. Annemarie Werner vom Tierschutzverein Waiblingen unterstützt diese Forderung: „Tiere sind Familienmitglieder und eine wichtige Stütze in schweren Zeiten.“

Sorge um Tierschutzzentrum in Odessa

Große Sorgen machen sich die Tierschützer derzeit auch um das Tierschutzzentrum Odessa, das der Deutsche Tierschutzbund seit 2005 in der Ukraine betreibt. Um das Leben der Straßentiere zu verbessern, werden hier Straßenhunde medizinisch versorgt, geimpft, kastriert und markiert, um sie wieder erkennbar zu machen. Nach einer Erholungsphase im Tierschutzzentrum, wo sie Futter und Pflege erhalten, werden sie wieder in ihr angestammtes Revier entlassen. Das Tierschutzzentrum Odessa konnte in den vergangenen Jahren so vielen Tausend Tieren helfen. Diese Arbeit ist nun vorerst eingestellt, die verbliebenen Hunde und Katzen werden aber aktuell noch weiter versorgt.

Tierschutzbund: „Wir stehen täglich in Kontakt und tun alles in unserer Macht Stehende" 

Die Mitarbeiter vor Ort sind laut Pressemitteilung fest entschlossen, weiter für „ihre“ Tiere einzustehen. Wie sich die Lage entwickelt und ob eine Evakuierung gelingt, ist aktuell noch nicht final abzusehen. „Wir stehen täglich in Kontakt und tun alles in unserer Macht Stehende, um unseren odessitischen Freunden und den Tieren in unserem Zentrum zu helfen“, versichert der Deutsche Tierschutzbund.

Wer helfen will, findet Informationen zur Spendenaktion auf der Homepage des Deutschen Tierschutzbundes. Eine Spende ist online über ein Formular oder direkt per Überweisung auf das Spendenkonto des Deutschen Tierschutzbundes möglich.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bringt Leid und Tod für Millionen Menschen mit sich. Viele Ukrainer wollen auf ihrer Flucht den geliebten Hund oder die geliebte Katze nicht zurücklassen – und machen sich gemeinsam auf den Weg in Richtung der Grenzen. „Wir sind sehr schockiert über die Ausmaße dieses Krieges mitten in Europa und wollen Tierhaltern und Tieren aus der Ukraine helfen“, sagt Annemarie Werner, Vorsitzende des Tierschutzvereins

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