Waiblingen

Ursache für Zugpanne weiter unklar

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Der Notfallmanager der Bahn im Einsatz. Am Donnerstagabend ist im Waiblinger Bahnhof ein Intercity liegen geblieben. 160 Reisende mussten in Sicherheit gebracht werden. © ZVW

Waiblingen.
Warum die Oberleitung im Waiblinger Bahnhof herunterhing und am Donnerstagabend den Stromabnehmer des Intercitys abriss, wird noch ermittelt. Der Bahnverkehr war stundenlang blockiert. Der Zug musste evakuiert werden. Die Waiblinger Feuerwehr brachte 160 Reisende in Sicherheit. So wie es die Feuerwehrleute just vor eineinhalb Jahren geübt hatten.

Die Evakuierung stellte für die Feuerwehr kein größeres Problem dar, sagte Jochen Wolf, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Waiblingen, am nächsten Tag. Kein Wunder, schließlich hatten Bahn, Rettungsdienste und Feuerwehren im Sommer 2014 den Ernstfall geübt, und zwar unter erschwerten Bedingungen im Bahntunnel zwischen Waiblingen und Schwaikheim. Ein Zug bleibt nach einem technischen Defekt in der Elektronik im Tunnel stehen, lautete seinerzeit das Szenario: Rauch breitet sich im Waggon aus, ein Fahrgast zieht die Notbremse, die S-Bahn steckt im Tunnel fest, ein Fahrgestell brennt. Die Fahrgäste, darunter eine ganze Schulklasse, mussten aus dem Tunnel gelotst und zum Teil medizinisch versorgt werden.

Am Donnerstagabend, in der Realität, spielte sich der Notfall nicht gar so dramatisch ab. Wie berichtet, hatte der Lokführer eines Intercitys im Waiblinger Bahnhof eine Vollbremsung eingeleitet, nachdem er gesehen hatte, dass eine Oberleitung herabhing. Zu spät. Der Stromabnehmer der Lok riss ab, der Zug blieb liegen. Dass in solchen Fällen der Abnehmer bricht, ist kein Zufall, sondern Absicht, wird in einschlägigen Internetforen die Panne in Waiblingen diskutiert. „Die Stromabnehmer haben eine Sollbruchstelle, weil es am Ende günstiger ist, einen abgerissenen Stromabnehmer zu ersetzen, als auf Hunderten Metern die Fahrleitung wieder aufzuhängen“, schreibt ein Teilnehmer.

Mehr als eine Stunde lang saßen die 160 Reisenden im Dunkeln, bis der Strom abgestellt und die Leitung geerdet war. Schließlich sind 15 000 Volt auf der Leitung. Die Evakuierung aus dem hinteren Ende des Zuges selbst gestaltete sich reibungslos, sagte Kommandant Jochen Wolf, zumal die Fahrgäste nicht wie bei der Übung aus einem Tunnel gebracht, sondern lediglich 200 Meter über die Gleise zum naheliegenden Bahnhof geführt werden mussten. Dort habe die gestrandeten Reisenden vor allem interessiert, wie sie von Waiblingen weiterkommen.

Der Zugverkehr im Remstal war bis in die Nacht zum Freitag komplett blockiert. Statt Zügen fuhren zwischen Endersbach und Waiblingen Busse. Die stellten aber bereits um 22.30 Uhr den Betrieb ein.

Die Bahnpressestelle konnte am Montag die Frage nach der Unfallursache nicht beantworten. Es lägen aufgrund der Feiertage keine neuen Erkenntnisse vor.

Die Pannenserie bei der Bahn ging über Ostern weiter. Am Samstagmorgen sorgte eine Oberleitungsstörung zwischen Vaihingen und Schwabstraße für Ärger. Die S2 und S3 in Richtung Schorndorf beziehungsweise Backnang wurden umgeleitet und hielten in Stuttgart Hauptbahnhof (oben) - ohne Halt zwischen Vaihingen und Stuttgart Hauptbahnhof.
Am Samstagmittag meldeten der VVS eine Weichenstörung in Stuttgart-Rohr. Bei den S-Bahnen der Linien S1, S2 und S3 komme es zu Teilausfällen, Umleitungen und Verspätungen.
Schon in der Woche vor Ostern haben zahlreiche Pannen den Bahnverkehr behindert. Zum Beispiel am Mittwoch der Verdacht auf einen Schienenbruch zwischen Grunbach und Schorndorf