Waiblingen

Verfahren gegen Ex-Bürgermeister Martin Staab

Sommerinterview mit BM Staab
Unter Druck: Martin Staab (Archivbild). © Pavlovic

Waiblingen. Gegen den Radolfzeller Oberbürgermeister und ehemaligen Waiblinger Bürgermeister Martin Staab hat die Staatsanwalt Konstanz nun offiziell ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Staab soll ein vertrauliches Gespräch mit Bürgermeisterin Monika Laule illegal aufgezeichnet haben. Für eine Stellungnahme war Staab nicht erreichbar. Über seine Pressesprecherin teilte er mit, keine Auskünfte geben zu wollen.

Wie berichtet, hatten im Dezember 14 Stadträte ihrem Oberbürgermeister in einem offenen Brief eine despotische Amtsführung vorgeworfen und, ein Klima der Angst zu verbreiten. Die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen hatte allerdings ein anderer Passus des Briefes: Darin warfen die Räte Staab illegale Aufzeichnungen von Mitarbeitergesprächen in der Radolfzeller Stadtverwaltung vor. Im Dezember liefen die Voruntersuchungen an, jetzt ist der Eklat um die vermeintlichen Gesprächsaufzeichnungen ein offizieller Fall für die Justiz geworden. Wie der Südkurier berichtet, haben Kripobeamte vergangene Woche mindestens einen Rechner aus dem Rathaus getragen.

Nach Angaben des Südkuriers wird Staab vorgeworfen, ein vertrauliches Gespräch mit Bürgermeisterin Monika Laule aufgezeichnet und sie damit unter Druck gesetzt zu haben. Staab habe Laule in einer Mail mit der Gesprächsaufzeichnung gedroht, sie der Lügen bezichtigt und jene Mail anschließend an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. In der Mail hatte Staab auf einen Tonmitschnitt verwiesen. Später bestritt er, dass es tatsächlich zu einem Mitschnitt eines Gesprächs gekommen sei. Nach dem Bekanntwerden der E-Mail-Affäre hatte Staab lediglich eingeräumt, sich „in einer sehr emotionalen Situation zu einer inhaltlichen Fehlaussage hat hinreißen lassen“. Das bedauere er sehr.

Zu den Vorwürfen und Konsequenzen wollte sich der Radolfzeller OB gestern nicht äußern. Weitere Auskünfte könne er im laufenden Ermittlungsverfahren nicht geben, ließ er über seine Pressesprecherin Nicole Stadach verlautbaren. „Er ist ganz normal im Amt“, versicherte diese auf Anfrage.