Waiblingen

VfL mit neuem Konzept beim Astaf

Alles neu beim VfL auf dem Marktplatz_0
Die „Bring it Home Boys“ - hier 2018 – kommen diesmal auf leiseren Sohlen als „Home Boys“. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Im Gartenschau-Jahr feiert Waiblingen die 45. Auflage des Altstadtfests. Das ganze Wochenende gibt’s wieder Musik und leckeres Essen in allen Gassen – wie gewohnt. Fast wäre jedoch etwas schier Undenkbares passiert: Der VfL als mitgliederstärkster Verein und feste Astaf-Größe stand kurz vor dem Absprung. Mit neuem Konzept ist er jetzt doch wieder dabei.

Als Waiblinger Traditionsverein darf der VfL beim Altstadtfest nicht fehlen, sagen viele. Doch während intensiver Diskussionen um die zukünftige Beteiligung an der Stadtparty stand diese grundsätzlich auf der Kippe. Es gab Stimmen, die forderten, die Marktplatz-Fete platzen zu lassen. Denn einerseits wird es immer schwerer, Ehrenamtliche für die Bewirtung sowie für Auf- und Abbau zu finden.


„Hökerer“ und fahrende Musikanten: Staufer-Spektakel und Mittelaltermarkt auf der Brühlwiese beim Bürgerzentrum.


Nicht zu vergessen die arbeitsintensive Vorbereitung, die sich über Wochen erstreckt. Zum anderen ist das Altstadtfest, ganz nüchtern betrachtet, eine Frage von Kosten und Ertrag. Für den Verein sprang zuletzt immer weniger heraus. Wenn man einrechnet, dass ein Großteil der Arbeit zunehmend am hauptamtlichen Geschäftsführer hing, waren es keine schwarzen Zahlen mehr.

Lauben und Sitzgruppen statt großer Bühne

Aber beim Altstadtfest präsentiert sich der Verein auch in der Öffentlichkeit und schafft Verbundenheit. Diese Erkenntnis setzte sich durch, und unter Federführung von Jochen Griesmeier entstand ein neues, verschlanktes Konzept für die drei Tage auf dem Marktplatz. Eine große Bühne mit Massen von Bierbänken und lauter Live-Musik wird’s nicht mehr geben. Stattdessen überdachte Holzlauben mit kleineren Sitzgruppen für mehr Gemütlichkeit und einer verkleinerten Bühne in der Mitte für anregende, feinere Töne. Statt der Partycombo „Bring it Home Boys“ zum Beispiel spielt deren dreiköpfige Acoustic-Version „Home Boys“. Die Veranstalter sparen bei Bühne, Licht, Sound und Gagen rund 70 Prozent. „Das alles sind Kosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen“, sagt der Geschäftsführer.

Zwar war der Marktplatz meistens gut besucht, doch oft setzten sich Gäste an die VfL-Bänke, die sich an anderen Ständen oder bei Gastronomen mit Essen und Getränken eingedeckt hatten. „Größe und Besucherzahl sagen nichts über den Umsatz aus“, musste Jochen Griesmeier deshalb feststellen. Mit dem neuen Konzept soll das anders laufen, so die Hoffnung. Der Vorschlag, die Partymusik auf der großen Bühne per Umlage zu finanzieren, sei auf wenig Gegenliebe gestoßen. Mit der Idee, vom inoffiziellen Motto „Lauter, größer“ abzurücken, rannte der Verein jedoch bei der Stadtverwaltung, die ohnehin immer mit lärmgeplagten Innenstadt-Bewohnern in der Diskussion ist, offene Türen ein.

Nachwuchsbands und lokale Rock-Legenden

„Waiblingen rockt“ am Samstag, das Festival der Schulbands und Nachwuchs-Musiker mit Waiblingen-Bezug wechselt daher seinen Standort in Richtung Rathausplatz zu den Ständen von FSV und Freiwilliger Feuerwehr, wo auch lokale Legenden wie „Rosa Fussel“ am Freitag, „Spuds and the Party Animals“ am Samstagabend und „Rock ’n’ Roldies“ am Sonntag wieder zuverlässig Stimmung machen.

Nach einer Altstadtfest-Pause feiert der Spanische Verein seine Rückkehr. Auf dem Hof hinter der Metzgerei Schäfer, wo viele Jahre der Philharmonische Chor und die Tauchsportgruppe ihre Zelte aufschlugen, bieten die Spanier Paella, Calamares, Patatas Bravas, Sangria und vieles mehr.