Waiblingen

Vom Talentwettbewerb zum Traumjob

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Die Waiblinger Sängerin Sibel Aras © Christine Tantschinez
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Talente nachwuchsfestival schowo 2005 die finalisten
Sibel Aras 2008, als sie den Wettbewerb „Talente ans Mikrofon“ gewann. © Jamuna Siehler
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Sibel Aras heute. © Jamuna Siehler

Waiblingen. Sängerin wollte Sibel Aras schon als Kind werden. Und sie hat sich durchgesetzt. Dabei war der 1. Platz beim Wettbewerb „Talente am Mikrofon“ 2008 in Schorndorf eine Station. Aras machte eine Gesangsausbildung in Hamburg und lernte danach den harten Alltag des Künstlerlebens auf Tour, in Musicals, auf Kreuzfahrtschiffen und in Bierzelten kennen. Sie kennt die Zweifel, hat ein neues Engagement und eigene Lieder und Melodien im Kopf“.

Zurzeit ist die Waiblingerin Sibel Aras wieder in ihrer Heimatstadt. „Seit vier Jahren bin ich nun schon am Rumreisen“, sagt sie und gibt zu, gerade ziemlich „ausgelaugt“ zu sein. Zuletzt war sie mit der Kultpartyband Hofbräu Regiment unterwegs. Fünf Abende Volksfest, dann zwei, drei andere Städte, wieder zurück, fünf Tage Volksfest. Nonstop auf Tour.

Songs wie „Je mehr ich trinke, desto geiler siehst du aus“. Statt mitgesungen eher mitgegrölt, aus Tausenden Kehlen bei bester Laune in den Festzelten. Das Bier spritzte bis auf die Bühne. Sie beklagt sich nicht. Verurteilt nicht die Volksfestatmosphäre. Aber ihr Körper machte nicht mehr mit. Pause. Nachdenken über den eigenen Beruf. Glamour eigentlich. Sängerin geworden. Ihr Lebenstraum.

Nach ihrer Ausbildung hatte sie ein erstes Engagement im Stuttgarter Varieté Palazzo. „Das war super!“, sagt sie rückblickend. Danach war sie auf einer Norddeutschland-Tour mit den „Party Sisters“. Ein Leben „on the Road“ und aus dem Koffer. „Fast jeden Tag in einer anderen Stadt. Schlafen im Sitzen im Tourbus. Einchecken, Duschen, etwas Essen, und dann kommt schon die Show. Danach musst du wieder runter kommen. Vor zwei, und das ist früh, kommt keiner ins Bett!“

So beschreibt sie den Bühnenalltag einer Sängerin mit einem Job, um den sie oft beneidet wird. „Das Tourleben muss doch toll sein“, das hört sie immer wieder und weiss es inzwischen besser. „Es wiederholt sich alles.“ Ihre große Sehnsucht ist, „meine Sachen mal wieder in einen eigenen Kleiderschrank zu hängen“.

Traumschiff ist eine knochenharte Arbeit

Stattdessen hat sie schon zweimal das Leben als Entertainerin auf einem Traumschiff kennengelernt. „Zwei Monate Proben, dann fünfeinhalb Monate an Bord.“ Die Kreuzfahrt über Norwegen und in die Karibik mit neun Shows im Repertoire. Für die einen unvergesslicher Urlaub, für die anderen knochenharte Arbeit. Nicht nur für die Künstler. Eher schlimmer noch für die Bordcrew in Küche und Service. Eine eigene Welt mit, wie die junge Frau mit starkem Gerechtigkeitssinn sagt, „starker Hierarchie“. Sie nimmt mit wachen Augen wahr, was um sie herum geschieht. „Ich finde, alle sollten es gleich haben.“

Und das ist auch ihre Stärke. „Ich habe schon immer eine innere Trauer in mir gehabt. Das führt dazu, dass man in allen meinen Liedern etwas Persönliches hört.“ Aufgewachsen mit Michael Jackson, Alicia Keyes und Adele hat sie inzwischen „eigene Melodien im Kopf“. Ihr Ziel, „eigene deutsche Songs zu schreiben, Pop-Lieder mit Aussagen“. Aber Sibel Aras weiß auch: „Als Künstlerin muss man überleben!“

Eine wichtige Station beim Start in Sibel Aras Künstlerinnenkarriere war „Talente ans Mikrofon“, das Casting zur SchoWo. Sie hatte es 2008 gewonnen.

Im Augenblick geht es um die Kandidaten für 2016. Es werden noch Meldungen angenommen, freilich sollte man sich gleich heute oder morgen an den Anmeldebogen machen. Die Sieger und Platzierten bekommen richtig viel Geld von der Kreissparkasse, außerdem wird beim Karrierestart mit Produktionen im Studio geholfen. Weitere Infos unter: www.schowo.de

Sibel Aras

Im Profil auf Theapolis, dem eigenen Angaben zufolge größten Portal für Theaterprofis im deutschsprachigen Raum, wird Sibel Aras, 31, wie folgt beschrieben: Schauspieler (weibliche Rollen), Sänger (weibliche Solopartien). Staatsangehörigkeit: EU-Bürger, Geburtsort: Waiblingen, Wohnmöglichkeit: Berlin, Hamburg, Stuttgart.