Waiblingen

Waiblingen: Fairteiler in Hohenacker abgebrannt - wie es dennoch weitergeht

Fairteiler Hohenacker
Susanne Hanus (links), Eva Lutz sowie Sabine Hogh (nicht auf dem Bild) sind auf der Suche nach jemandem, der Lust hat, einen Fairteiler bei sich auf dem Grundstück aufzustellen. © Gabriel Habermann

Es sind keine zwei Wochen her, als der Fairteiler-Schrank an der Gemeindehalle in Hohenacker einem Feuerteufel zum Opfer gefallen ist. „Glücklicherweise ist der Brand rechtzeitig bemerkt worden, so dass kein weiterer Schaden entstanden ist“, sagt Ortsvorsteherin Sandra Matuschke rückblickend.

Jetzt sind die Ehrenamtlichen, die sich um den Schrank mit geretteten Lebensmitteln gekümmert haben, auf der Suche nach einem neuen Standort – idealerweise auf einem Privatgrundstück, am besten überdacht, dass er vor Sonne und Regen etwas geschützt sei, meint Susanne Hanus, die das Projekt mit Eva Lutz und Sabine Hogh vor zweieinhalb Jahren ins Leben gerufen hat.

Gespendete Lebensmittel wurden gut angenommen

Susanne Hanus war gerade im Urlaub, als sie die Nachricht von einem Bekannten erreichte, der ihr ein Foto aufs Mobiltelefon vom völlig zerstörten Schrank schickte. „Der Schock war schon groß“, sagt sie. Immerhin sei das Projekt zweieinhalb Jahre gut angenommen worden. Sie als ausgebildete Food-Saverin hat Lebensmittel in Supermärkten vor der Mülltonne bewahrt und den Schrank an der Gemeindehalle damit bestückt. Was sich aktuell darin befand, haben sie in ihrer Whatsapp-Gruppe geteilt, in der unzählige Menschen aus Hohenacker und dem näheren Umkreis beigetreten sind. Eva Lutz kümmerte sich um den Facebook-Auftritt. Alle drei bemühten sich, den Schrank sauber zu halten, hatten ein Auge auf Ordnung und die Lebensmittel darin. Denn Gammeliges oder gar Angefaultes sollte sich nicht im Schrank befinden. Alle Lebensmittel trugen sie in eine Liste ein: eine Onlineliste für gerettete Lebensmittel aus den Geschäften und eine Liste am Schrank für Privatpersonen, die etwas darin ablegten. Das musste sein, falls ein Produkt vom Hersteller zurückgerufen wurde.

Dass Privatpersonen etwa selbst gekochte Marmelade reinstellen, sei in letzter Zeit seltener der Fall gewesen, so Susanne Hanus. Dennoch sei das Angebot gut angenommen worden. Auch habe es immer reichlich gespendete Lebensmittel gegeben – selbst als die Krise mit dem Krieg in der Ukraine neue Ausmaße annahm, berichtet sie. Gleichzeitig bestand ein reger Austausch mit dem Fairteiler in Schwaikheim, der dort beim Verein Ina (Integrations- und Nachhilfe) steht. Wenn dort der Schrank voll war, habe man die restliche Ware in Hohenacker eingestellt und umgekehrt.

Kind soll Feuer gelegt haben

Doch damit ist nun vorerst Schluss. Laut Polizei soll nach aktuellem Ermittlungsstand ein Kind, also eine Person jünger als 14 Jahre, für den Schaden am Fairteiler-Schrank verantwortlich sein. Der Sachstand werde so der Staatsanwaltschaft übergeben, welche die Ergebnisse weiter auswertet, erklärt Polizeipressesprecher Robert Kauer. Wie berichtet, war dies nicht der einzige Vorfall rund um die Gemeindehalle. Erst am vergangenen Wochenende, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, stahlen Unbekannte Getränke vom Festgelände des SSV Hohenacker im Wert von rund 3000 Euro.

Für die Lebensmittelretterinnen bedeutet das, dass sie sich nun nach einem neuen Standort umschauen. Laut Stadtverwaltung Waiblingen und Ortsvorsteherin Sandra Matuschke wolle man vorerst von einem neuen Fairteiler-Schrank vor der Gemeindehalle absehen, bis sich die Situation weiter befriedigt habe. Die Gegebenheiten an der Gemeindehalle seien im Grunde ideal gewesen, so Matuschke. Der Schrank war durch den Eingangsbereich der Halle überdacht, für jedermann zugänglich, aber auch nicht so präsent, meinte sie im Gespräch mit der Lokalredaktion Waiblingen. Einen ähnlichen Standort könne seitens der Stadt im Moment nicht angeboten werden.

Gesucht: Privater Standort

Ein privater Standort habe auch seine Vorteile, ist sich Susanne Hanus sicher. Die Kisten, in denen die Lebensmittel gelagert werden, müssen regelmäßig gereinigt werden. Dies sei immer etwas umständlich gewesen, weil man die Kisten immer nach Hause nehmen musste. Wie praktisch es doch sein könnte, wenn gleich ein Wasserhahn in der Nähe ist.

Bis ein neuer Platz gefunden ist, soll das Food-Sharing, also das Teilen geretteter Lebensmittel, in Hohenacker weitergehen. Hanus engagiert sich weiterhin als Food-Saverin und verteilt Lebensmittel über den Kofferraum ihres Autos. Was sie zu bieten hat, schreibt sie in die Whatsapp-Gruppe. Den Rest bringt sie nach Schwaikheim, damit alles seine Ordnung hat. Dies soll und kann aber kein Dauerzustand sein. Wer also Platz auf seinem Grundstück für einen neuen Fairteiler-Schrank hat, meldet sich unter fair.teiler.hohenacker@gmail.com.

Es sind keine zwei Wochen her, als der Fairteiler-Schrank an der Gemeindehalle in Hohenacker einem Feuerteufel zum Opfer gefallen ist. „Glücklicherweise ist der Brand rechtzeitig bemerkt worden, so dass kein weiterer Schaden entstanden ist“, sagt Ortsvorsteherin Sandra Matuschke rückblickend.

Jetzt sind die Ehrenamtlichen, die sich um den Schrank mit geretteten Lebensmitteln gekümmert haben, auf der Suche nach einem neuen Standort – idealerweise auf einem Privatgrundstück, am besten

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