Waiblingen

Waiblingen gründet mit Vermögen von Elfriede Saur-Elsässer eine Stiftung

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Elfriede Saur-Elsässer. © Privat

Elfriede Saur-Elsässer hat ihr gesamtes Vermögen der Stadt Waiblingen vererbt. In seiner Sitzung vom 22. Oktober 2020 hat der Gemeinderat die Erbschaft angenommen, über deren genaue Höhe Oberbürgermeister Andreas Hesky in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) nicht viel sagte – außer Folgendes: „Das Vermögen ist so, dass man auch arbeiten kann.“ Die Stadt will das Geld gemäß dem letzten Willen von Elfriede Saur-Elässer einsetzen – und darum gründet die Stadt nun eine Stiftung, die sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen engagieren soll.

Nicht die erste Erbschaft

Es ist nicht die erste Erbschaft, bei der die Stadt Waiblingen als Alleinerbin eingesetzt wurde. Bereits 2016 tat dies Doris Volk (Tochter von Walter Volk und Gertrud Volk, geborene Sixt) – und vermachte der Bürgerstiftung die denkmalgeschützte Villa Sixt in der Bahnhofstraße 42. Diese wurde noch im selben Jahr an die Firma Riker Wohnbau und Immobilien aus Remshalden veräußert – und diese wiederum verkaufte sie an einen Investor, der dort nun eine Weinstube plant.

Die neue Stiftung wird nach der Verstorbenen benannt und soll Elli-Saur-Elsässer-Stiftung heißen. Gefördert werden sollen laut Stiftungssatzung prosoziale Projekte in der Region, von denen einzelne Kinder und Jugendliche, aber auch ganze Jugendgruppen und Schulklassen profitieren sollen. Die Beratung von Eltern ist hier ausdrücklich eingeschlossen.

Mitglieder des Stiftungsrats hatten beruflich mit Elfriede Saur-Elsässer zu tun

Die Stiftung hat einen Stiftungsrat, dessen Vorsitzender der jeweilige Oberbürgermeister der Stadt ist – aktuell also OB Andreas Hesky. Drei weitere Mitglieder des Stiftungsrats sind Personen, mit denen Elfriede Saur-Elsässer zeitlebens beruflich eng zusammengearbeitet hat. Elfriede Saur-Elsässer war laut Oberbürgermeister Andreas Hesky im Bereich Jugendarbeit tätig. Scheidet ein Mitglied des Stiftungsrats aus, so müssen die übrigen Mitglieder ein Ersatzmitglied bestimmen. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind ehrenamtlich tätig, erhalten allerdings eine Aufwandsentschädigung, die durch Beschluss des Stiftungsrats festgesetzt wird.

Schwester von Rainer Saur

Elfriede Saur-Elsässer ist am 13. Februar 1925 geboren worden und am 2. August 2020 im Alter von 95 Jahren gestorben. Sie stammt, wie OB Andreas Hesky in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport erzählte, aus jener Familie, die das Fotohaus Saur gegründet hat. 1931 war das Fotogeschäft am Alten Postplatz eröffnet worden. Mit dem Tod des letzten Inhabers Rainer Saur (1945 bis 2018) wurde es geschlossen. Das Gebäude stand dann lange leer - bis 2020 ein „Coffreez“-Laden einzog.

Ehemaliger stellvertretender Leiter des Jugendamts erinnert sich

Wilfried Hägele, der ehemalige stellvertretende Leiter des Jugendamts im Rems-Murr-Kreis, hat Elfriede Saur-Elsässer vor rund zehn Jahren kennengelernt. Die langjährige Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche in Schorndorf hatte damals die Idee, für die Zeit nach ihrem Tod eine Stiftung zu gründen, um Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. „Sie war immer bescheiden und den Mitmenschen herzlich zugewandt“, sagt Wilfried Hägele, der inzwischen in Pension ist. Insbesondere für Alleinerziehende habe sie sich immer eingesetzt. Sie war im Waiblinger Heimatverein Mitglied und überhaupt tief in der Stadt verwurzelt.

Elfriede Saur-Elsässer tat auch schon zu Lebzeiten viel Gutes mit ihrem Vermögen

Bereits zu Lebzeiten war sie laut Wilfried Hägele immer bereit, eine gute Sache zu unterstützen. Als ein Kollege der Jugendhilfe vor Jahren die Idee hatte, dass junge Straftäter mit einem Lesepaten ein Buch lesen sollen, das Bezug zu ihrer Tat hat, gab es dafür im Etat des Jugendamts kein Geld. Wilfried Hägele, der für die Finanzen seinerzeit zuständig war, hätte aber gerne das Projekt unterstützt. Elfriede Saur-Elsässer stellte schließlich einen fünfstelligen Betrag bereit.

Wilfried Hägele, der in seinem Heimatort Steinenberg in der Gemeinde Rudersberg Ortsvorsteher ist, sitzt nun im vierköpfigen Stiftungsrat der Elli-Saur-Elsässer-Stiftung und entwickelt mit den anderen Mitgliedern bereits das erste Projekt. Um was es genau geht, soll der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, sobald alles spruchreif ist. Sicher ist, dass es etwas sein wird, was im Sinne von Elfriede Saur-Elsässer ist.

Elfriede Saur-Elsässer hat ihr gesamtes Vermögen der Stadt Waiblingen vererbt. In seiner Sitzung vom 22. Oktober 2020 hat der Gemeinderat die Erbschaft angenommen, über deren genaue Höhe Oberbürgermeister Andreas Hesky in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) nicht viel sagte – außer Folgendes: „Das Vermögen ist so, dass man auch arbeiten kann.“ Die Stadt will das Geld gemäß dem letzten Willen von Elfriede Saur-Elässer einsetzen – und darum gründet die

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