Waiblingen

Waiblingen kauft Wasserstoff-Kehrmaschine - Platz für Tankstelle wird noch gesucht

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Der Bund hat Waiblingen einen Zuschuss  von 720 000 Euro für die Wasserstoff-Kehrmaschine zugesagt. © Benjamin Büttner

In Zukunft wird die Kehrmaschine, mit welcher der Betriebshof die Waiblinger Straßen sauber hält, mit Wasserstoff betrieben. Etwas mehr als eine Million Euro wird das Fahrzeug mit Brennstoffzelle kosten. Vom Bund hat die Stadt jetzt die Zusage bekommen, dass er fast drei Viertel der Summe übernehmen wird. Zum Tanken muss das Auto vorerst nach Fellbach. Waiblingen sucht noch immer einen Standort für eine Wasserstoff-Tankstelle.

Der Förderbescheid über 720 000 Euro überreichte Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, auf dem Gelände des Technischen Betriebshofs, wo die Kehrmaschine künftig positioniert sein wird, an Oberbürgermeister Andreas Hesky. Der Gemeinderat hatte sich im November 2020 für den Kauf einer Großkehrmaschine mit Brennstoffzellentechnik entschieden – allerdings nur unter dem Vorbehalt, den Zuschuss aus dem Bundesprogramm „Förderung von Abfallsammelfahrzeugen und Kehrfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb“ zu bekommen.

Citybus mit Elektroantrieb

Das Förderprogramm erfreue sich einer regen Nachfrage durch die Kommunen, sagte Steffen Bilger. Dahinter stehe für den Bund die Hoffnung, dass mit steigenden Stückzahlen die Preise sinken. Aus Sicht von Oberbürgermeister Andreas Hesky wird die Wasserstoff-Kehrmaschine ein sichtbares Signal sein, dass Nachhaltigkeit in Waiblingen „mehr als ein Lippenbekenntnis“ sei. Der Unterschied selbst vom „Euro 6“-Standard bis zur Emissionsfreiheit sei doch erheblich. Dies zähle besonders, wenn Fahrzeuge dort eingesetzt werden, wo sich Menschen aufhalten. So bei der Straßenkehrmaschine, die künftig in Wohngebieten unterwegs ist, und beim Citybus mit Elektroantrieb, der auf dem Wochenmarkt dicht an Gemüseständen und Kunden vorbeifährt.

Lange Lieferzeit: 2023?

Nun also kann die Stadt das Fahrzeug bestellen, doch Betriebshofleiter Achim Wieler macht sich keine Illusionen, was die Lieferzeit anbelangt: Wahrscheinlich werde es im ersten Quartal 2023 soweit sein. Bis dahin sollte die im Dezember 2013 in Dienst gestellte Straßenkehrmaschine des Herstellers Bucher-Schörling möglichst durchhalten. Sie hat einen Schaden an den Schweißnähten des kombinierten Schmutzkessels und Wassertanks, der notdürftig instandgesetzt wurde. Im Notfall muss der Betriebshof übergangsweise ein Gerät leihen.

Rund 800 000 Euro mehr als eine marktübliche Diesel-Kehrmaschine wird das Modell des Entsorgungsfahrzeuge-Herstellers Faun Umwelttechnik GmbH & Co. KG kosten, das mit einem Fahrgestell des Typs Econic der Daimler AG fährt. Für die Stadt Waiblingen ergeben sich im Vergleich zu einem neuen Diesel Mehrkosten von 80 000 Euro. Bei der Entscheidung im Herbst hatten fünf Stadträte dagegen gestimmt. Die Kosten für das als überteuert empfundene Gefährt blieben so oder so beim Steuerzahler hängen.

Suche nach einem Standort

Für den Bedarf des Betriebshofs bietet sich eine Lösung auf dem eigenen Gelände an. Das Vorhaben aber, auf dem Hess-Areal eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle zu bauen, hat sich zerschlagen, bestätigt OB Hesky. Die Anfahrt gestalte sich dort zu umständlich. Weitere Überlegungen beschäftigen sich mit Standorten an der Alten Bundesstraße, beim Waiblinger Tor und bei der Rundsporthalle. Die gesetzlichen Vorgaben, was die baulichen Abstände betrifft, seien recht strikt gefasst, bemängelt der Rathauschef. Für die Förderung neuer Technologie bedeute das ein Hemmnis. Was vor dem Hintergrund verwundere, dass etwa in der Hamburger Hafencity sich eine Wasserstoff-Tankstelle in direkter Nähe zur bestehenden Bebauung befindet.

In Zukunft wird die Kehrmaschine, mit welcher der Betriebshof die Waiblinger Straßen sauber hält, mit Wasserstoff betrieben. Etwas mehr als eine Million Euro wird das Fahrzeug mit Brennstoffzelle kosten. Vom Bund hat die Stadt jetzt die Zusage bekommen, dass er fast drei Viertel der Summe übernehmen wird. Zum Tanken muss das Auto vorerst nach Fellbach. Waiblingen sucht noch immer einen Standort für eine Wasserstoff-Tankstelle.

Der Förderbescheid über 720 000 Euro überreichte Steffen

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