Waiblingen

Waiblingen packt die "Brotsucht": Beim Laden auf dem Hess-Areal läuft der Ofen auf Hochtouren

Brotsucht
Tina Laubengeiger (l.) und Susanne Ebrahim an einem der Öfen. © Benjamin Büttner

Seit zwei Wochen backen sie bei „Brotsucht“ nun auf Hochtouren, und bislang sind Susanne Ebrahim und Tina Laubengeiger sehr zufrieden. Bis auf einen Tag sei das Brot jeden Tag ausverkauft gewesen. Und das, obwohl einige Kunden zunächst Schwierigkeiten hatten, den Laden auf dem Hess-Areal überhaupt zu finden.

Hier findet man den Laden "Brotsucht"

Manche versuchten es mit dem Auto über die Dieselstraße, berichten die Inhaberinnen der Manufaktur, deren Adresse Ameisenbühl 37 lautet. Beim Gelände der Ziegelei wird die Dieselstraße allerdings zur Privatstraße, ein Tor versperrt Fahrzeugen beim Reiterhof den Weg – auch Fahrräder kommen hier nicht weiter. Vom Gewerbegebiet her müssen die Kunden daher die Maybachstraße nehmen. Nach dem Kreisverkehr beim Daimler-Prototypenpark geht es am P+R-Bahnhofsparkplatz vorbei zu den roten Ziegelei-Gebäuden. Hier, direkt neben Pferdeställen, hat die „Brotsucht“ ihre Waiblinger Heimat gefunden.

Eine geschlagene halbe Stunde hätten manche Kunden schon nach dem Weg gesucht, sagt Susanne Ebrahim. Doch für den Ort hätten sie sich bewusst entschieden, weil das Gebäude so viel Atmosphäre habe. Laufkundschaft verirrt sich hierher kaum. Bislang hätten sie auch „null Werbung“ gemacht. Über Mundpropaganda und Medienberichte sind trotzdem schon viele Waiblinger auf das neue Angebot aufmerksam geworden.

100 bis 140 Brote am Tag: Wesentlich mehr geht momentan nicht

Auf ihren Broten bleiben die Macherinnen – beide keine ausgebildeten Bäckerinnen – bis jetzt nicht sitzen. 100 bis 110 Laibe verschiedener Sorten backen sie unter der Woche derzeit täglich. Verkauft werden sie nachmittags zwischen 15 und 18.30 Uhr, dienstags bis freitags. Am Freitag sind es dann 130 bis 140 Brote. Bei Ladenschluss war bis auf einen Tag alles weg. Viel mehr Kundschaft zu versorgen wäre für die beiden Chefinnen, die noch kein Personal beschäftigen, aktuell kaum möglich. Aktiv um neue Kunden zu werben, das steht deshalb gerade auch nicht auf ihrer To-do-Liste. „Mehr als ausverkauft kann ich nicht sein“, so Susanne Ebrahim. Wenn der Laden zu der von klassischen Bäckereien ungewohnten Uhrzeit um 15 Uhr nachmittags öffnet, stehen die Brotliebhaber teils Schlange, sagt Ebrahim. Wer auf Nummer sicher gehen will, ein oder mehrere bestimmte Brote zu bekommen, kann deswegen 24 Stunden vorher über ein Formular auf der Internetseite vorbestellen. Etwas weniger als die Hälfte der täglichen Produktion ist meist entsprechend reserviert. Auch beim Einkauf im Laden kann man das nächste Brot schon bestellen.

Verkauft wird nur am Stück. In Scheiben schneiden oder nur einen halben Laib, das bieten die Inhaberinnen nicht an – denn das Brot sei am Nachmittag immer noch ofenwarm, erklärt Tina Laubengeiger. Dadurch lasse es sich schwer schneiden. Dafür halte es sich lange.

Frische ist den Unternehmerinnen wichtig

Dass die beiden Brot-Unternehmerinnen nur an Nachmittagen, nicht morgens und auch nicht am Wochenende ihre Ware anbieten, liegt daran, dass sie den Vormittag fürs Backen brauchen. In der Nacht schon in der Backstube zu stehen, wie es in vielen Bäckereien normal ist, ist für sie keine Option. Auch, weil sie dann in „Zwänge“ gerieten, die sie ablehnen, sagt Tina Laubengeiger. Frische ist ihnen wichtig.

Mit dem Mehlnachschub gibt es bislang kein Problem. Es kommt unter anderem von der Hegnacher Mühle, aber auch von weiter entfernten Lieferanten. Unsicherheit gibt es hingegen bei den Energiekosten. „Die Öfen ziehen schon richtig Strom“, sagt Susanne Ebrahim. Sie schätzt den Jahresverbrauch auf 70.000 bis 80.000 Kilowattstunden. In diesem Jahr hätten sie noch einen alten Stromvertrag über die Eigentümerfamilie Hess. Dadurch profitieren sie bislang von relativ niedrigen Kosten. „Was nächstes Jahr passiert, wissen wir nicht“, so Ebrahim. Sie hoffen auf einen Kostendeckel. „Eventuell müssen wir die Brotpreise anpassen.“

Zusätzliche Kosten könnten für Personal anfallen: Wenn die Zahl der Brote, die sie pro Tag backen, weiter steige, müssten sie irgendwann einen Bäcker anstellen. „Zu zweit schaffen wir das sonst nicht.“ Zunächst einmal konzentrieren sie sich aber aufs Brot. Permanent hohe Qualität herzustellen, das sei „nicht so einfach“, sagt Tina Laubengeiger. Große Neuerungen, etwa ein Café mit Sitzplätzen im Freien, sind deshalb erst einmal nicht vorgesehen.

Seit zwei Wochen backen sie bei „Brotsucht“ nun auf Hochtouren, und bislang sind Susanne Ebrahim und Tina Laubengeiger sehr zufrieden. Bis auf einen Tag sei das Brot jeden Tag ausverkauft gewesen. Und das, obwohl einige Kunden zunächst Schwierigkeiten hatten, den Laden auf dem Hess-Areal überhaupt zu finden.

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Manche versuchten es mit dem Auto über die Dieselstraße, berichten die Inhaberinnen der Manufaktur, deren Adresse Ameisenbühl 37

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