Waiblingen

Waiblingen: Pasticceria "da Sergio" setzt auf die Bahnhofstraße

Pasticceria
Das „da Sergio“ in der Bahnhofstraße. © ALEXANDRA PALMIZI

Bislang gab es hier nur Eis im Sommer, seit einigen Wochen befindet sich in dem umgebauten Lokal in der Bahnhofstraße in Waiblingen nun der neue Standort der Pasticceria „da Sergio“. In den bisherigen Räumen in der Albert-Roller-Straße wird das süße Gebäck nicht mehr verkauft, nur noch produziert. Inhaber Sergio Farao braucht dadurch auch weniger Personal - was angesichts der steigenden Kosten für Zutaten und Energie nötig geworden sei, wie er sagt.

Seit circa zwei Jahren gibt es seine Pasticceria in Waiblingen, zunächst in der Albert-Roller-Straße. Als kurz nach der Eröffnung der Friseursalon gleich um die Ecke, vorne an der Bahnhofstraße, frei wurde, habe er den auch angemietet. Für den Eisverkauf im Sommer, „aber auch schon als Zukunftsprojekt für die Pasticceria“, sagt der 47 Jahre alte gebürtige Waiblinger.

In diesem Jahr sei durch Energie-Krise und Inflation „alles härter“ geworden. Das hat zu der Entscheidung beigetragen, die alte Verkaufstheke in die bisherige Eisdiele zu befördern und die Räume umzubauen. Ein Laden, weniger Personal: Sergio Farao hat Angestellte eingespart, setzt als „Familienbetrieb“ auf die Unterstützung seiner Ehefrau, seiner Schwester und seines Sohnes.

Der Sparkurs sei notwendig, denn die Kosten seien gestiegen: Seine Vorauszahlung für Strom steige im kommenden Jahr von 300 auf 700 Euro. Ein Einkauf auf dem Großmarkt, für den er früher 1000 Euro hingelegt habe, koste nun 1600 oder 1700 Euro.

30 Sitzplätze oben, und Kunst an der Wand

Doch die neue Pasticceria bietet auch andere Möglichkeiten: Hier laufen mehr Passanten vorbei, im Obergeschoss gibt es 30 Sitzplätze. Diesen Teil vermietet Farao auch für private Feiern. An die Wand hat er einen Graffiti-Künstler das „Letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci sprühen lassen - und auch das Waiblinger Wappen.

Die Kunden können im „da Sergio“ frühstücken - typisch italienisch, wie der Chef sagt, mit einem Cornetto, dazu Espresso oder Cappuccino -, aber auch zur Mittagszeit einkehren. Dann gibt es Herzhaftes, etwa Arancini (gefüllte Reisbällchen), Panzerotti oder die Pizza-Alternative Pinsa. Das Mehl bezieht Farao aus Italien, wie auch die Salami für die Panini, die belegten Sandwiches.

Angestellter Konditor produziert Pasticcini - und Faraos Sohn soll Handwerk lernen

Alle Produkte kämen bei den Waiblingern sehr gut an, sagt der Inhaber - nicht nur bei den aus Italien stammenden. „In erster Linie sind wir aber schon eine Pasticceria.“

Das süße Gebäck wie auch Torten bäckt ein Pasticcere, ein angestellter Konditor. Außerdem lernt Faraos Sohn gerade Konditor, er sei im zweiten Lehrjahr in der Bäckerei Schöllkopf. Danach wolle er den Meistertitel machen - und irgendwann mal den ganzen Laden übernehmen, hofft sein Vater.

Für diesen ist mit der Pasticceria ein Kindheitstraum wahrgeworden, sagt er. Mit Mitte 40 habe er sich ihn erfüllt. Gastronomische Erfahrung hatte Sergio Farao dabei selbst nicht. Unternehmerische schon: 18 Jahre lang hat er das Tattoo-Studio „Latino“ betrieben, ebenfalls in der Bahnhofstraße. Doch nun gibt er es auf, an diesem Mittwoch, 30. November, ist offiziell Schluss.

„Ich habe keine Zeit mehr dafür und wollte aus der Tattoo-Branche sowieso raus“, sagt Farao. Die vergangenen zwei Jahre habe er noch beides parallel betrieben, Gastronomie und Körperkunst. „Aber das ist nichts, da leidet die Gesundheit unter Stress“, hat der 47-Jährige erkannt. „Man ist ständig unter Strom, kann sich nicht aufs Wesentliche konzentrieren.“ Und das Wesentliche ist für ihn die Pasticceria. 

Bislang gab es hier nur Eis im Sommer, seit einigen Wochen befindet sich in dem umgebauten Lokal in der Bahnhofstraße in Waiblingen nun der neue Standort der Pasticceria „da Sergio“. In den bisherigen Räumen in der Albert-Roller-Straße wird das süße Gebäck nicht mehr verkauft, nur noch produziert. Inhaber Sergio Farao braucht dadurch auch weniger Personal - was angesichts der steigenden Kosten für Zutaten und Energie nötig geworden sei, wie er sagt.

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Seit circa zwei Jahren

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