Waiblingen

Waiblingen-Süd: Bosch Woge baut 51 günstige Miet-Wohnungen und Parkhaus

Abrisshäuser beim Real
Eins der Mehrfamilienhäuser am Sachsenweg. © Gabriel Habermann

Günstiger Wohnraum ist mehr denn je gefragt, aber die Neubauflächen sind rar – und die berühmte „grüne Wiese“ ökologisch zu wertvoll. Da kommen Vorstöße gerade recht wie jetzt der von der Robert Bosch Wohnungsgesellschaft für den Stadtteil Waiblingen-Süd: Sie will Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger Jahren abreißen und durch neue ersetzen – mit mehr Wohnungen als zuvor.

Als Clou soll ein innovatives Parkhaus in Holzbauweise entstehen. Wenn’s nach so manchem Waiblinger Stadtrat geht, dürften die Bauherren gerne noch höher bauen, doch die Stadtverwaltung argumentiert dagegen.

Im Eck zwischen Gänsäckerstraße und westlich des Sachsenwegs befinden sich in unmittelbarer Nähe des Remsparks und der Lärmschutzwand zum B-14-Teiler die vier Reihen von Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 42 Wohnungen. Die Robert Bosch Wohnungsgesellschaft plant nun drei Baukörper, die auf vier Geschossen, wobei das Dachgeschoss etwas zurückgesetzt wäre, insgesamt 51 Wohnungen umfassen. Sie gehen damit eine Etage höher als die Bestandsgebäude. Geschaffen werden aber zwei grüne Innenhöfe und Raum für das Holz-Parkhaus mit 62 Plätzen, das den Bewohnern zur Verfügung stehen soll, während die im Bebauungsplangebiet bestehenden 14 öffentlichen Stellplätze an der Straße neu geordnet und um zwei neue ergänzt werden. Im Parkhaus sind außerdem 100 Fahrrad-Stellplätze vorgesehen.

Fazio: Darf es auch noch eine Etage höher sein?

Nach Einschätzung von Stadtplaner Patrick Henschel tragen die Pläne der Eigentümer zu einer städtebaulichen Aufwertung des Areals und zu einer Entlastung der Park-Situation bei. Klar ist aber: Die Neubauten unterscheiden sich in ihrer Lage, dem Bauvolumen und der Höhe vom Altbestand. Daher wird ein neuer Bebauungsplan erforderlich – was aber den zustimmenden Reaktionen im Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt zufolge kein Hindernis darstellen sollte. Das Ziel sind zeitgemäße Neubauten mit bezahlbarem Wohnraum, die bisherigen Häuser hingegen sind nicht barrierefrei und können offenbar nicht wirtschaftlich saniert werden. Die Dachflächen sollen begründet und zur solaren Energiegewinnung durch Fotovoltaik genutzt werden.

Lärmkonflikte wegen Remspark und B 14 befürchtet

„Das ist die Zukunft“, lobte Stadtrat Alfonso Fazio (ALi) die Modernisierung und gleichzeitige Verdichtung. Dass nicht noch ein Geschoss höher gebaut werde, sei „schade“. Denn 20 oder 25 Wohnungen im bestehenden Wohngebiet, das seien auch 20 oder 25 Wohnungen weniger auf der grünen Wiese – Stichwort Flächenversiegelung. Ginge es eine Etage höher, müssten aus Brandschutzgründen die grünen Innenhöfe als Anfahrtsfläche für die Feuerwehr geopfert werden, hielt der Stadtplaner dagegen. Noch dazu überragten dann die obersten Stockwerke den Remspark mit seinem Parkdeck. Konflikte wären vorprogrammiert - erst recht nicht zu vergessen die Nähe zum Bundesstraßen-Teiler. Und dann gibt es da noch ein ganz entscheidendes Gegenargument: Die Bauherrschaft möchte aktuell gar nicht höher bauen.

OB Sebastian Wolf: Ziel ist, neuen Wohnraum zu schaffen

Er könne nachvollziehen, dass mit den gegenwärtigen Plänen die Grenze erreicht sei, kommentierte Peter Abele für die CDU. Zumal fraglich sei, ob die Bauherren mit den genannten Konsequenzen einer höheren Bebauung leben möchten. Eine „gute Initiative“ des Bauherrn, urteilte Urs Abelein von der SPD. Zu mehr könne man die Robert Bosch Wohnungsgesellschaft aber auch nicht zwingen. Sein Vorschlag, zumindest planungsrechtlich die Möglichkeit für ein weiteres Geschoss zu schaffen, wurde positiv aufgenommen.

„Wir alle haben das Ziel, neuen Wohnraum zu schaffen“, fasste Oberbürgermeister Sebastian Wolf zusammen. Über die Intensität lasse sich diskutieren, doch der vorliegende Vorschlag erscheine ihm „ausgewogen“. Einstimmig gab der Ausschuss grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplans.

Günstiger Wohnraum ist mehr denn je gefragt, aber die Neubauflächen sind rar – und die berühmte „grüne Wiese“ ökologisch zu wertvoll. Da kommen Vorstöße gerade recht wie jetzt der von der Robert Bosch Wohnungsgesellschaft für den Stadtteil Waiblingen-Süd: Sie will Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger Jahren abreißen und durch neue ersetzen – mit mehr Wohnungen als zuvor.

Als Clou soll ein innovatives Parkhaus in Holzbauweise entstehen. Wenn’s nach so manchem Waiblinger Stadtrat geht,

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