Waiblingen

Waiblingen: So sparen Hotel Lamm, Bachofer und Holiday Inn Express Energie

BOUTIQUE HOTEL
Robin Wendler vom Hotel Bachofer im 33 Quadratmeter großen Kardamom-Zimmer. © ZVW/Gabriel Habermann

In der Corona-Pandemie litt die Hotel-Branche insbesondere unter den Lockdowns – und nun muss sie seit Monaten mit steigenden Lebensmittelpreisen und Energiekosten zurechtkommen. „Die Preisexplosion ist in der Tat einmalig und die zeitliche Abfolge auch fast schon dramatisch“, findet Bernd Bachofer, der in der Altstadt von Waiblingen neben einem Restaurant seit März 2019 auch ein Hotel betreibt. Bei der internen Kalkulation hat er deshalb laut eigenem Bekunden vieles hinterfragt und optimiert. „Das ist ja auch das Positive an einem Krisenmodus.“

Bernd Bachofer züchtet mittlerweile auch viele asiatische Kräuter selbst

Am Ende, betont Bernd Bachofer, sei ihm aber klar gewesen, dass er die Qualität und die Dienstleistung unverändert hochhalten wolle und noch ausbauen möchte. Eine moderate Preiserhöhung im Restaurant habe er deshalb leider nicht vermeiden können, vor allem wegen der gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise sowie der Personalkosten. Bernd Bachofer züchtet mittlerweile auch viele asiatische Kräuter selbst, etwa Shiso, Zitronengras und Thai-Basilikum. Auch dadurch lässt sich Geld sparen. Immerhin musste Bernd Bachofer seit Beginn der Corona-Pandemie bis heute nie Personal reduzieren. „Unser Team ist sogar leicht gewachsen seit der Pandemie-Zeit.“

Bachofer: „Wir sind froh, dass wir keine Gasabhängigkeit haben im Betrieb“

In der aktuellen Lage profitieren jene, die nicht mit Gas heizen – und zu diesen gehört auch Bernd Bachofer. Er arbeitet nach eigenen Angaben mit Fernwärme von den Stadtwerken Waiblingen. „Wir sind froh, dass wir keine Gasabhängigkeit haben im Betrieb.“ Beim Strom musste Bernd Bachofer indes eine Kostensteigerung von circa 50 bis 60 Prozent verkraften. Energiesparen ist deshalb bei ihm gerade ein großes Thema.

Neukauf von Elektrogeräten: Bernd Bachofer achtet auf Energie-Effizienz

Im Hotel Bachofer wurden bereits Bewegungsmelder installiert beim Licht in den Personalräumen. Auf Energie-Effizienz wird zudem beim Neukauf von Elektrogeräten geachtet. Kühlschränke und Kühlsysteme werden laut Bernd Bachofer über die Ruhetage komplett abgeschaltet. Eine externe Energieberatung ist bereits beauftragt – und bei den Kühlaggregaten werden jetzt die Reinigungszyklen optimiert. „Entstaubte Lüftungsmotoren brauchen weniger Strom“, weiß der Waiblinger.

Mit den Übernachtungszahlen im Hotel zeigt sich Bernd Bachofer zufrieden. Die Belegungsquote im Hotel liegt nach seinen Angaben derzeit über den Zahlen in der Zeit vor Ausbruch der Pandemie. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung in unserem Boutique-Hotel.“

Hotel Lamm: Heizöl kostet drei- bis viermal so viel wie früher

Silke Frölich, Inhaberin des Hotels Lamm in Hegnach, berichtet mit Blick auf die steigenden Lebensmittelpreise und Energiekosten, dass die Lage schwierig sei. „Bis jetzt haben wir die Preise noch nicht an den Gast weitergegeben. Auf Dauer ist das nicht vermeidbar.“ Geheizt wird in dem Hegnacher Hotel mit Öl, auch hier sind die Preise bekanntlich gestiegen. Drei- bis viermal so hoch wie früher sei der Heizölpreis mittlerweile. Silke Frölich überlegt noch, in welcher Form es sinnvoll wäre, etwas bei der Wärmeversorgung zu ändern – und etwa auf Solarenergie zu setzen.

Um Energie zu sparen, ist der „Standby“-Modus“ bei Geräten im Hotel Lamm ausgeschaltet. Wasser- und Heiztemperaturen will die Chefin anpassen. „Wir werden bei geringer Auslastung nur noch eine Hoteletage beheizen.“ Immerhin: Die Auslastung des Hotels ist laut Silke Frölich fast so gut wie vor der Pandemie. Man habe viele Handwerker, Geschäftsreisende, Besucher von Konzerten von Andrea Berg oder Privatreisende, die Feierlichkeiten in der Umgebung besuchten. „Leider war die Ferienzeit etwas ruhig.“ Im September und Oktober habe man aber eine gute Auslastung, unter anderem wegen des Cannstatter Wasens.

Trotz der Pandemie hat das Hotel Lamm kein Personal abgebaut. Es hat weiter drei Mitarbeiter, dazu kommt die Reinigungsfirma. „Die Personalsituation ist im Moment sehr schwierig. Es ist kein Personal verfügbar“, betont Silke Frölich.

„Holiday Inn Express“ in Fronackerstraße: Energiekosten verdreifacht

Auch das Sierra Hotel Management aus Karlsruhe, das unter anderem für das „Holiday Inn Express“ in der Fronackerstraße in Waiblingen zuständig ist, spürt die steigenden Energiepreise. „Die Kosten haben sich für uns verdreifacht“, betont Geschäftsführer Uwe Aschke. Gearbeitet wird am Standort Waiblingen mit einem Lüftungs- und „Fan Coil“-Klima-System, das laut Aschke sehr „stromlastig“ ist. Bei einem Fan-Coil wird die Luft mittels eines Ventilators am Wärmetauscher vorbei ins Zimmer abgegeben – und so ist es möglich, die Temperatur und die Feuchtigkeit im Raum zu regulieren. „Zudem beziehen wir Fernwärme von einem lokalen Versorger“, sagt der Geschäftsführer des Sierra- Hotel-Managements.

Bauliche Änderungen wären in dem Hotel in der Fronackerstraße wegen der gestiegenen Energiekosten aus seiner Sicht nicht sinnvoll. „Das ist ein neu gebautes Gebäude.“ Es sei nach modernsten Auflagen errichtet worden. Uwe Aschke verweist darauf, dass er nochmals versucht habe, die Anlage technisch zu optimieren, aber Möglichkeiten dazu habe es kaum gegeben. Alle Jalousien und Vorhänge in den Gästezimmern seien zum Beispiel immer geschlossen, um Sonneneinstrahlung zu minimieren. „Die Möglichkeiten sind leider endlich, solange man noch die Dienstleistung eines klimatisierten Gästezimmers aufrechthalten möchte.“

„Holiday Inn Express“: Übernachtungszahlen noch nicht auf dem Niveau vor Corona

Das „Holiday Inn Express“ hat als derzeit größtes Hotel in Waiblingen 15 bis 18 Mitarbeiter, das hat sich laut Uwe Aschke seit Beginn der Corona-Pandemie nicht groß geändert. „Wir arbeiten mit gleicher, für einen solchen Betrieb eben benötigter Personalstärke.“ Die Übernachtungszahlen sind laut dem Geschäftsführer im „Holiday Inn Express“ aber noch nicht auf dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020. „Der Reisemarkt hat sich noch nicht von den Verwerfungen seit Pandemiebeginn erholt.“

Es gebe Dinge, die außerhalb der Macht von Menschen oder Unternehmen seien, so Uwe Aschke. Die Pandemie sei so ein Beispiel oder die übermäßige Inflation, die Energiekrise oder der Fachkräftemangel. „Bewährt hat sich, die Ruhe zu wahren und konzentriert weiterzuarbeiten.“

In der Corona-Pandemie litt die Hotel-Branche insbesondere unter den Lockdowns – und nun muss sie seit Monaten mit steigenden Lebensmittelpreisen und Energiekosten zurechtkommen. „Die Preisexplosion ist in der Tat einmalig und die zeitliche Abfolge auch fast schon dramatisch“, findet Bernd Bachofer, der in der Altstadt von Waiblingen neben einem Restaurant seit März 2019 auch ein Hotel betreibt. Bei der internen Kalkulation hat er deshalb laut eigenem Bekunden vieles hinterfragt und

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