Waiblingen

Waiblingen: Stadt plant Zelte als Notunterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge

Zeltaufbau für eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Sportplatz der Gewerblichen Schule Honorar 30.08.22
Aufbau der Zeltstadt des Landkreises in Backnang. © Alexander Becher

Die steigende Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine bringt die Kommunen in Bedrängnis, die Not wird immer deutlicher. Waiblingen belegt derzeit die Kleinturnhalle Hohenacker mit rund 60 Personen, demnächst wird auch die Gemeindehalle vorbereitet. Wenn weiter so viele Geflüchtete in Waiblingen ankommen - und damit ist zu rechnen –, wird die Stadt zur Notunterbringung Zeltunterkünfte einrichten.

In Backnang hat der Rems-Murr-Kreis bereits eine Zeltstadt aufgebaut, die demnächst bezogen wird. Ähnliches plant nun auch die Stadt Waiblingen. Möglichkeiten dafür gebe es auf städtischen Liegenschaften am Stadtrand oder in Gewerbegebieten, berichtete Baubürgermeister Dieter Schienmann im Gemeinderat. Wo genau, sei aktuell noch nicht endgültig geklärt. Die Verwaltung betont: Dies könne, noch mehr als die Hallen, nur eine absolute Notlösung sein. Die Menschen könnten auch nur für kurze Zeit im Zelt untergebracht werden.

60 Feldbetten in 48 Stunden bereit

Als Puffer zur Notunterbringung hat die Stadt 60 Feldbetten bereits angeschafft, auch Decken und Kissen sind vorhanden. Betriebshof und Feuerwehr können sie im Ernstfall innerhalb von 48 Stunden nach einer Information über die bevorstehende Zuteilung von Geflüchteten durch das Land aufstellen.

Sowohl wegen der Unterbringungsweise als auch wegen des Energieverbrauchs zur Beheizung von Zelten appellierte SPD-Rat Urs Abelein, doch auf weitere Hallen zurückzugreifen. Die Stadt möchte es laut Oberbürgermeister Sebastian Wolf möglichst vermeiden, dass Schulen und Vereine wieder – wie schon über weite Strecken der Corona-Pandemie - ganz auf die Hallen verzichten müssen. Das gelte es ebenso abzuwägen.

Sofas und Kinderzimmer sind keine Dauerlösung

Derzeit kommen monatlich rund 120 zusätzliche Geflüchtete aus der Ukraine in Waiblingen an. Zu Beginn des russischen Überfalls auf das Land wurden sie noch überwiegend privat untergebracht – die Hilfsbereitschaft war in Waiblingen nach Kenntnis der Verwaltung größer als in manch anderer Kommune. Teilweise schliefen die Geflüchteten in aufgegebenen Kinderzimmern oder sogar auf Wohnzimmersofas. Auf Dauer erwiesen sich solche Lösungen als nicht tragfähig. Neben allen Bemühungen um Notunterkünfte erwägt die Stadt langfristig den Neubau eines Wohnheims für mehrere Hundert Personen. In Hohenacker werden im Oktober die neuen Mobilheime bezogen. Das Problem mit den Campinghäuschen: Sie brauchen relativ viel Fläche. An der Rechbergstraße kommen 70 Ukrainer unter.

Im Jahr 2015 hat Baden-Württemberg 101 141 Geflüchtete aufgenommen. Im Jahr 2022 sind es bereits 127 235 Geflüchtete allein aus der Ukraine.

Die steigende Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine bringt die Kommunen in Bedrängnis, die Not wird immer deutlicher. Waiblingen belegt derzeit die Kleinturnhalle Hohenacker mit rund 60 Personen, demnächst wird auch die Gemeindehalle vorbereitet. Wenn weiter so viele Geflüchtete in Waiblingen ankommen - und damit ist zu rechnen –, wird die Stadt zur Notunterbringung Zeltunterkünfte einrichten.

In Backnang hat der Rems-Murr-Kreis bereits eine Zeltstadt aufgebaut, die demnächst bezogen

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