Waiblingen

Waiblingen will einen Sportkindergarten

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Bewegung macht vielen Kindern Spaß. In Waiblingen soll es bald einen Sportkindergarten geben. © Pixabay

Kunst, Musik, Sprache, Forscherprojekte, Natur und Tiere – Waiblingen hat Kindergärten mit vielen Schwerpunkten. Doch ein pädagogisches Angebot fehlte bislang: ein Sportkindergarten, wie es ihn bereits in anderen Städten wie zum Beispiel Schorndorf und Ludwigsburg gibt. Diese Lücke soll nun geschlossen werden: In der Schorndorfer Straße neben dem Freibad soll ein großer Kindergarten entstehen, der sich Sport und Bewegung auf die Fahnen geschrieben hat.

Eine Kooperation mit dem VfL Waiblingen

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend hat die Stadtverwaltung den Kindergartenbedarfsplan für 2020/21 eingebracht. Größtes Projekt ist der Sportkindergarten, der in Zusammenarbeit mit dem VfL Waiblingen entstehen soll. Die Verwaltung wird mit dem Sportverein, dessen Sportgelände am Oberen Ring ganz in der Nähe des neuen Kindergartens liegt, über die künftige Zusammenarbeit verhandeln. Ziel ist eine Kooperationsvereinbarung für die Ausgestaltung eines pädagogischen Sportprofils für die Kita, aber auch ein pädagogisches Bewegungsangebot für alle Waiblinger Kindergärten. Die Kosten für den Sportkindergarten konnten noch nicht beziffert werden.

Ein Bewegungskonzept für die Kita

Bauen wird die Stadt laut Oberbürgermeister Andreas Hesky einen „ganz normalen“ viergruppigen Kindergarten. Das Sportprofil des Kindergartens wird erst durch die räumliche Nähe zum Sportverein möglich, der entlang der Rems für die Kindergartenkinder gut erreichbar sei. Erste Überlegungen, den Sportkindergarten direkt auf dem VfL-Gelände zu bauen, seien an den beengten Verhältnissen gescheitert: „Auf dem Gelände war einfach nicht genügend Platz“, so Hesky. „Wir konnten den Kindergarten nicht unterbringen.“ Stattdessen will der VfL nun in seinen Vereinsräumen ein Bewegungskompetenzzentrum schaffen und der Kita auf diese Weise ein intensives Bewegungsangebot bieten. Mehr Sport soll es aber in allen Waiblinger Kindergärten geben, wobei bestehende Angebote davon aber nicht tangiert werden sollen.

Wenn auch Corona geschuldet die Reihen licht und die Abstände zwischen den Räten groß waren: Einigkeit herrschte darin, dass die Stadt ein sportpädagogisches Angebot haben sollte. Neu ist auch der privat geführte Bauernhof-Kindergarten, der in Hohenacker mit 20 Plätzen für Kinder über drei Jahren unter der Leitung einer Sozialpädagogin starten will. Für die Einrichtung mit naturpädagogischem Konzept, zu der ein Gemüsegarten und Kleintiere gehören, wird ein Verein gegründet. Schon zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 will die Einrichtung eröffnen. Die Investitionskosten sollen von der Stadt mit 17 000 Euro gefördert werden, der jährliche Betrieb mit 158 000 Euro. Sportlich fand FDP-Rätin Andrea Rieger das Tempo des Kindergartens, von dem sie noch nie gehört habe. Schon angefangen hat der Naturkindergarten „Waldmühle“ in der Kernstadt. Der „Wurzelino Naturkindergarten“ in Bittenfeld soll zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 in Betrieb gehen. In der Vergangenheit hatten Bittenfelder Eltern immer wieder ihr Interesse an einem Wald- beziehungsweise Naturkindergarten angemeldet. Nach Angaben der Stadtverwaltung hat der Verein Spielraum für sein Angebot bereits Voranmeldungen für die nächsten drei Jahre.

Neuer Trend sind Natur- und Bauernhof-Kitas

„Der Trend geht zu einer Natur- und Bauernhof-Kita“, sagte Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr in der Sitzung. Die Details zu den neuen Angeboten sollen im Bildungsausschuss noch vorgestellt und diskutiert werden. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Kindergärten in privater Trägerschaft an den Start gehen, fragte Alfonso Fazio, Sprecher der Agtif-Fraktion, etwas bang nach deren Eignung. „Findet da eine Überprüfung statt?“ Nicht seitens der Stadt. Die Betriebserlaubnis erteilt laut Bürgermeisterin das Landesjugendamt.

Eine lange Warteliste

Die Kinderzahlen in Waiblingen sind weiterhin hoch. Und groß ist auch die Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Aktuell stehen 133 Kinder über drei Jahren auf der Warteliste: 80 Kinder in der Kernstadt und 53 Kinder in den Ortschaften. „Viele Eltern warten auf einen Platz in ihrer Wunscheinrichtung“, erklärte die Bürgermeisterin. Laut Sitzungsvorlage wurden für Familien mit dringendem Bedarf bisher individuelle Lösungen gefunden - gleichwohl machte die lange Warteliste den Räten zu schaffen. „Was können wir den Eltern empfehlen?“, fragte Dagmar Metzger (Agtif). „Wie können wir jetzt Abhilfe schaffen?“, wollte Lissy Theurer (SPD) wissen. „Die Eltern sind am Anschlag.“ Ob das für alle Eltern gilt, die auf der Warteliste stehen, bezweifelt Oberbürgermeister Andreas Hesky. Nicht jeder, der sein Kind im Kindergarten anmeldet, brauche den Platz sofort, glaubt er. Wichtig sei, dass Berufstätige arbeiten können. „Die Stadt muss genauer hinsehen, wo wirklicher Bedarf ist.“ Dies könne in einer Umfrage unter den Eltern geklärt werden. Der Kindergartenbedarfsplan ist nun auch Thema in den Ortschaften. Im Juli soll er beschlossen werden.

Kunst, Musik, Sprache, Forscherprojekte, Natur und Tiere – Waiblingen hat Kindergärten mit vielen Schwerpunkten. Doch ein pädagogisches Angebot fehlte bislang: ein Sportkindergarten, wie es ihn bereits in anderen Städten wie zum Beispiel Schorndorf und Ludwigsburg gibt. Diese Lücke soll nun geschlossen werden: In der Schorndorfer Straße neben dem Freibad soll ein großer Kindergarten entstehen, der sich Sport und Bewegung auf die Fahnen geschrieben hat.

Eine Kooperation mit dem VfL

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