Waiblingen

Waiblinger Reisebüros in der Corona-Krise: Jetzt einen Urlaub buchen?

Urlaub Gran Canaria Reisen SYMBOL
Symbolfoto. © adamkontor/pixabay

Normalerweise hat Jochen Ziesel vor Weihnachten alle Hände voll zu tun. „Dezember bis Februar ist die umsatzstärkste Zeit“, sagt der Inhaber des Reisebüros Columbus. In diesem Jahr ist alles anders. Jochen Ziesel bleibt Zeit für Besinnlichkeit – zu viel Zeit für seinen Geschmack. „Die Leute sind sehr verunsichert, und kaum einer wagt es, jetzt eine Reise zu buchen.“ Die meisten wollten mindestens bis zum Frühjahr warten, wie sich die Situation entwickle. Doch halten die Reisebüros so lange überhaupt durch?

„Kleine Büros wie meines werden es schaffen zu überleben, große nicht unbedingt, wie etwa die Insolvenz der Reisebürokette Bühler zeigt“, sagt Ziesel. Fraglich sei auch, wie es um die Zukunft der Hotels und Fluggesellschaften bestellt sei, auch in diesen Sektoren werden nicht alle die Corona-Pandemie überleben, nimmt der Reiseexperte an.

Aus diesem Grund sei es auch schwierig, jetzt eine Reise zu buchen, oder zumindest ungewiss, wie diese dann aussehe: „Keiner weiß, ob es im Sommer oder Herbst die gebuchte Airline, das ausgewählte Hotel und den geplanten Flugtag überhaupt noch geben wird“, erklärt Ziesel eine der Schwierigkeiten. Ebenfalls problematisch bei der Entscheidung sei für viele seiner Kunden, dass sich ständig etwas ändere, und das nicht nur bei den geltenden Corona-Beschränkungen. Dabei gehe es zum Beispiel um Fragen wie die, ob die Versicherung einspringt, wenn ein Kunde wegen einer vorsorglichen Quarantäne seine gebuchte Reise nicht antreten kann.

30 bis 50 Prozent des normalen Umsatzes erwartet

Im Frühjahr, hofft Ziesel, herrsche hoffentlich in allen Bereichen mehr Klarheit und beständigere Regelungen, so dass er dann wieder mehr Reisen buchen kann. Allerdings ist der Inhaber des Reisebüros Columbus überzeugt, dass auch 2021 ein schwieriges Jahr für die Reisebranche wird: „Ich rechne mit 30 bis 50 Prozent des normalen Umsatzes.“ Es werde aber auch weder in den Hotels noch bei den Flügen die Kapazitäten eines „normalen“ Reisejahres geben: „Auch wenn der Impfstoff einen Teil der Angst nehmen wird, wird das Coronavirus noch da sein, und sicher werden nach wie vor gewisse Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten sein.“

Auch Reiseverkehrskauffrau Urania Zaharakis vom Reisebüro „Sonnenklar.tv“ rechnet nicht damit, dass im kommenden Jahr wie früher gereist werden kann. „Ich hoffe, dass ab Pfingsten Stück für Stück mehr Normalität zurückkehrt und das Reisen zumindest wieder einfacher wird.“ Die wenigen Buchungen, die zurzeit überhaupt gemacht würden, seien mit deutlich mehr Arbeitsaufwand verbunden, weil es viele Fragen rund um Reiserücktritts- und Krankenversicherungen sowie mögliche Quarantäneregelungen zu beantworten gebe. Nicht zuletzt änderten sich manche Regelungen ständig: „Am Donnerstag galt zum Beispiel, dass ein negativer Schnelltest für die Einreise auf die Kanaren ausreicht, einen Tag später wurde dann schon wieder ein höchstens 72 Stunden alter negativer PCR-Test zur Einreise verlangt“, nennt sie ein Beispiel.

Eingeschränkte Öffnungszeiten und verunsicherte Kunden

Viele Kunden seien dadurch verunsichert, wollten etwa für Januar gebuchte Reisen aufgrund der aktuellen Situation nun doch nicht antreten. „Stornierungen sind nach wie vor unser tägliches Geschäft“, sagt Zaharakis. Trotzdem gebe es nicht genug zu tun. „Wir sind vor allem im Reisebüro, um für unsere Kunden da zu sein“, so die Reiseverkehrskauffrau. Die Öffnungszeiten wurden allerdings stark eingeschränkt. Anstatt von 10 bis 18 Uhr ist das Reisebüro werktags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, samstags bleibt es zurzeit ganz geschlossen. Zaharakis selbst arbeitet ebenfalls viel weniger als sonst.

Dennoch versucht sie, optimistisch zu bleiben, auch wenn das zunehmend schwerfalle. Ihr Rat gegen Corona-Blues? Ganz klar: schon bald eine Reise für Sommer oder Herbst buchen. „Man kann zurzeit tolle Schnäppchen machen und hat dann etwas, worauf man sich in dieser bedrückenden Zeit freuen kann“, so Zaharakis. Da die Reiseveranstalter derzeit bei Buchungen bis Ende Dezember zudem garantieren, dass die Reise bis 14 Tage vor Beginn kostenlos storniert werden kann, gehe man kein Risiko ein.

Normalerweise hat Jochen Ziesel vor Weihnachten alle Hände voll zu tun. „Dezember bis Februar ist die umsatzstärkste Zeit“, sagt der Inhaber des Reisebüros Columbus. In diesem Jahr ist alles anders. Jochen Ziesel bleibt Zeit für Besinnlichkeit – zu viel Zeit für seinen Geschmack. „Die Leute sind sehr verunsichert, und kaum einer wagt es, jetzt eine Reise zu buchen.“ Die meisten wollten mindestens bis zum Frühjahr warten, wie sich die Situation entwickle. Doch halten die Reisebüros so lange

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