Waiblingen

Waiblinger veranstaltet Carrera-Rennen im Porsche-Museum

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Niko Laukhuf (links) und seine Aufbauhelfer Jörg Hoffmann und Holger Kastl. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen/Stuttgart. Mit nur 29 Jahren kann der Waiblinger Nico Laukhuf auf zwei Jahrzehnte Erfahrung als Rennpilot zurückblicken – als Fahrer von kultigen Carrera-Modellautos. Nun geht er selbst unter die Motorsport-Veranstalter. Im Stuttgarter Porsche-Museum trägt er am Samstag einen „Slotcar-Cup“ aus, bei dem jeder zuschauen kann.

Einfach freundlich fragen, schon öffnet sich so manche Tür. Für den Waiblinger Nico Laukhuf war es die des Porsche-Museums. Der langjährige Carrera-Fan selbst kam auf die Betreiber zu mit der Idee, in den heiligen Hallen der schwäbischen Sportwagen ein Turnier für Modellautos zu veranstalten. Das passte prima zum zehnjährigen Bestehen des Museums. Und der 29-Jährige, der schon an zahlreichen Rennen in ganz Europa teilgenommen hat, wurde erstmals zum Wettkampf-Organisator. 16 Teams aus Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden-Württemberg und im Alter zwischen 16 und 40 Jahren sind am Start. Gefunden hat er sie über ein Internetforum für Fans von Slotcars, wie der englischsprachige Fachbegriff heißt. In einer Wettkampfpause haben Museumsbesucher die Gelegenheit, Probe zu fahren.

Baugleiche Fahrzeuge gehen an den Start

An den Start gehen – Chancengleichheit muss sein – baugleiche Fahrzeuge vom Typ Porsche 911 und 917. Auf der mehrspurigen Bahn muss jedes Team jede Bahn fünf Minuten lang gefahren sein, um alle möglichen Vor- und Nachteile auszugleichen. In der Summe verbringt jedes Team fünf Stunden auf der Bahn, was den Startern einiges an Konzentrationsfähigkeit abverlangen wird. Wichtig für alle Carrera-Fans ist zu dem die Frage nach der Größe: Die Autos sind im Maßstab 1:32 gebaut. Der Kurs, der provisorisch ohne umgebende Tribünen und Boxen auf Konferenztischen aufgebaut wird, ist mehr als 50 Meter lang. 500 Straßenteile hat Nico Laukhuf dafür von einem Freund aus Frankfurt geliehen. Da er selbst teilnimmt, wird er sich umstellen müssen, denn seine Heimatbahn im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental hat den Maßstab 1:24.

Frauen sind übrigens nicht am Start, was so natürlich nicht beabsichtigt ist. Jedoch bestätigt Nico Laukhuf, dass das weibliche Geschlecht bei diesem Hobby grundsätzlich klar in der Minderheit ist. Umso glücklicher kann sich der Slotcar-Narr schätzen, dass auch seine Partnerin gerne die kleinen Flitzer fährt – und das vierjährige Töchterlein Mia beweist schon einiges Talent. „Die hat das im Blut“, sagt der stolze Vater.

Mit zehn Jahren Feuer gefangen

Jungs, die in den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern groß geworden, galten Autorennbahnen als das coolste denkbare Spielzeug überhaupt. Das sieht heute anders aus. Nicht, dass Autorennspiele an Reiz verloren hätten – aber auf Smartphones und Konsolen sind sie populärer. Obwohl altersmäßig schon ein „Digital Native“, hat Nico Laukhuf im zehnten Lebensjahr für Carrera-Bahnen Feuer gefangen. Seither lässt ihn der Virus nicht mehr los. Zwar steht das Fahren für ihn mehr im Vordergrund als das Sammeln, dennoch nennt er rund 150 Modelle sein eigen.

Apropos digital: So neumodischen Schnickschnack braucht der gelernte Einzelhandelskaufmann beim Autorennen (fast) nicht. „Ich schwöre auf analog.“ Nur die Zeitmessung ist digital – bis auf tausendstel Sekunden genau.

Vollgas in den Geraden und rechtzeitig vor der Kurve Tempo reduzieren, damit das Auto nicht so oft aus der Kurve fliegt - das ist das Rezept für ein gutes Ergebnis. Sein Können unter Beweis stellen wird Nico Laukhuf bald auch wieder international, in der Schweiz und Italien.


Das Wettrennen

Nico Laukhufs Slotcar-Cup im Porsche-Museum Stuttgart beginnt am Samstag, 5. Oktober, um 11 Uhr und endet um 18 Uhr. Zusehen können alle Besucher des Museums. In der Wettkampfpause zwischen 14.45 und 15.45 Uhr kann, wer Lust hat, selbst fahren.

Wie Formel-1-Fahrer kommen auch die Slotcar-Piloten nicht ohne Hilfe aus: Die angemeldeten Teams bestehen aus Einsetzern (nach Kurvenflügen) und Kapitänen für Schnellreparaturen.