Waiblingen

Waiblinger Wochenmarkt: Kunden können samstags länger einkaufen

Wochenmarkt
Der Waiblinger Wochenmarkt im Juni. Noch gilt dort die Maskenpflicht. Verkäufer an den Ständen können jedoch auf eine Maske verzichten, sofern es einen Plexiglasschutz gibt. © Alexandra Palmizi

Seit Anfang Mai lädt der Waiblinger Wochenmarkt zu einem verlängerten Verkaufstag ein: Eine halbe Stunde haben die Kunden samstags mehr Zeit, um an einzelnen Verkaufsständen zu verweilen, sich von Beschickern beraten oder bedienen zu lassen. Macht die halbe Stunde denn einen großen Unterschied aus?

Was sagen Kunden und Beschicker dazu?

Was sagen die Marktgänger dazu, und wie finden es die Beschicker, die nun von 7 bis 13.30 Uhr auf dem Marktplatz präsent sind?

„Für uns macht das viel aus“, sagt Rosario Rizza vom Brotstand „Rizza Caffe“. Besonders die Kunden, die etwas später dran seien, fänden es besser. Generell hat der Marktbeschicker auch beobachtet, dass seit dem Ausbruch des Virus die Zahl der Marktbesucher gestiegen ist. Er vermutet: „Vielleicht legen die Leute mehr Wert auf Frisches.“ Oder aber versuchten viele, geschlossene Läden zu meiden, so seine Annahme.

Zehn Minuten vor Verkaufsschluss: Antipasti im Wert von etwa 100 Euro verkauft

Sowohl einen Anstieg der Verkäufe als auch den Vorteil des verlängerten Verkaufstages spürt Züleyha Pekesen an ihrem Antipasti-Stand „Catalli“. Anfangs sei sie skeptisch gegenüber der dreißigminütigen Verlängerung gewesen. Doch dann habe sie sich als Erfolg erwiesen. In den letzten zehn Minuten vor Verkaufsschluss habe sie Antipasti im Wert von etwa 100 Euro verkauft. Aus ihrer Sicht könnte es damit zusammenhängen, dass viele Menschen coronabedingt Zeit für etwas fanden, das sie vorher eventuell nicht geschätzt hatten.

"Viel Umsatz bringt's nicht"

Weniger Unterschied macht die Verlängerung an dem Stand „Querbeet“ der Familie Mayer. „Viel Umsatz bringt’s nicht“, sagt Standbesitzerin Martina Mayer. Lediglich seien sie nur 30 Minuten länger präsent. Sie erinnert sich an eine ähnliche Verlängerung, die es bereits vor zwei Jahren gegeben hat – nämlich bis 14 Uhr. „Die, die es bis 13 Uhr nicht geschafft haben, haben’s auch bis 14 Uhr nicht geschafft.“

Was ist das Ziel des verlängerten Samstags?

Was ist das Ziel des verlängerten Verkaufstags? „Die ursprüngliche Idee war, die Verweildauer auf dem Wochenmarkt zu verlängern“, sagt Jeannine Böhmler. Zwar seien anfangs manche Besucher wegen des Coronavirus gehemmt gewesen, allerdings hätten die Beschicker in der Corona-Zeit mehr Kunden verzeichnet. „Man hat schon deutlich gemerkt, dass es den Kunden wichtiger und lieber ist, auf dem Markt einzukaufen.“

Seit Oktober 2018 ist Jeannine Böhmler im Stadtmarketing für den Wochenmarkt zuständig. „Der Samstagmarkt ist für alle sehr zufriedenstellend.“ Dennoch habe sie den Wochenmarkt weiter lebendiger machen wollen. Hierzu habe es auch eigentlich einen anderen Plan gegeben: einen Feierabendmarkt einführen, der montags von 16 bis 20 Uhr stattfinden sollte. Startschuss für das Pilotprojekt sollte im Mai sein. Jedoch kam es coronabedingt nicht dazu. Die Marktbeauftragte unterstreicht, dass der lange Samstag kein Ersatz für den Feierabendmarkt ist. Voraussichtlich werde er dieses Jahr nicht eingeführt, dafür aber in den kommenden Jahren.

Bis Ende September länger auf dem Markt einkaufen

Nun soll bis Ende September der lange Samstag getestet werden, wie er angenommen wird. Für viele Beschicker sei es kein Problem gewesen, für einige wenige jedoch schon, die eine längere Anfahrt haben und dadurch ihren Zeitplan neu erstellen mussten. „Am Anfang war es nicht so bekannt, jetzt wird’s schon angenommen“, sagt Böhmler. Und was sagen die Kunden dazu?

Wie finden es die Kunden?

„Ist definitiv gut“, sagt Alissa Böhringer. Doch für sie mache es nicht viel aus. Denn: „Grundsätzlich gehe ich so früh wie möglich auf den Markt.“ Einen Unterschied merkten Elternteile, die mit ihren Kindern unterwegs sind. Eine junge Mutter, die anonym bleiben möchte, sagt: „Jetzt, wo ich’s weiß, find ich’s gut. Das dauert manchmal mit den beiden Kindern.“ Das kann eine andere Mutter bestätigen. Sie ist ebenfalls mit ihren beiden Kindern, vier und zwei Jahre alt, einkaufen. „Vielleicht verteilt sich das dann auch besser“, sagt die Waiblingerin. Wenig begeistert äußert sich ein anderer Kunde. Er plädiert dafür, dass die Einkaufszeiten nicht ständig verlängert werden sollen. Er findet: Dem Verkaufspersonal solle auch Ruhe gegönnt werden.

Wie geht's weiter mit dem Wochenmarkt?

Wie geht’s weiter mit dem Wochenmarkt? Drei Kochshows, die für dieses Jahr geplant waren, finden nicht statt, sagt Jeannine Böhmler. Zwei Hofführungen wurden bereits gestrichen, und ob die restlichen zwei noch stattfinden, sei fraglich. Fest steht, dass weitere Attraktionen für die coronafreie Zeit geplant werden. Jeannine Böhmler sagt: „Pläne habe ich viele – umsetzen kann ich gerade wenig.“

Seit Anfang Mai lädt der Waiblinger Wochenmarkt zu einem verlängerten Verkaufstag ein: Eine halbe Stunde haben die Kunden samstags mehr Zeit, um an einzelnen Verkaufsständen zu verweilen, sich von Beschickern beraten oder bedienen zu lassen. Macht die halbe Stunde denn einen großen Unterschied aus?

Was sagen Kunden und Beschicker dazu?

Was sagen die Marktgänger dazu, und wie finden es die Beschicker, die nun von 7 bis 13.30 Uhr auf dem Marktplatz präsent sind?

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