Waiblingen

Waldbrand-Gefahr ist extrem hoch

Waldbrand Waldbrandgefahr Warnung Warnschild bei Rudersberg
Symbolbild. © Habermann/ZVW

Waiblingen/Backnang. Am Freitagnachmittag hat es in einem Wald bei Murrhardt erstmals in diesem Jahr gebrannt. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Nicht zuletzt dank eines aufmerksamen Bürgers, sagt Forstamtsleiter Martin Röhrs. Die Waldbrand-Gefahr ist hoch. Dass es zu Katastrophen wie bei den Waldbränden in Portugal kommt, ist aber hierzulande kaum denkbar.

Die Wälder sind trocken wie Zunder. Grund dafür ist der trockene Winter – und auch im Frühjahr hat sich der Regen rar gemacht. Hinzu kommen die recht hohen Temperaturen seit Mitte Mai. „Wir hatten extrem trockenes Wetter“, stellt der Forstamtsleiter fest. Früher als in normalen Jahren ist die Brandgefahr in unseren Wäldern hoch. Sie bedecken immerhin rund 40 Prozent des Rems-Murr-Kreises.

Rund 30 Waldbrände zählt das Forstamt Jahr für Jahr. Erschreckend viele sind auf eine vorsätzliche Brandstiftungen zurückzuführen, sagt Martin Röhrs. Erwischt wurde jedoch kein einziger Feuerteufel. Selbst wenn in den zurückliegenden Jahren die Waldbrände nie außer Kontrolle geraten sind, seien die Brandstiftungen „ein Spiel mit dem Feuer“.

„Unsere Wälder sind weitgehend aufgeräumt“

Mit den Waldbrandgebieten rund ums Mittelmeer oder jetzt Portugal sind die Wälder zwischen Rems und Murr nicht zu vergleichen. Der Forstamtsleiter weist auf die unterschiedliche Waldstrukturen hin, aber auch um die bessere Pflege der Wälder, die mit der Bewirtschaftung einhergeht. Unsere Wälder sind weitgehend aufgeräumt, selbst wenn vereinzelt aus ökologischen Gründen Material liegen gelassen werde. Und selbst wenn einmal in einem Wald ein Brand ausbricht, sorgt die dichte Erschließung der Wälder durch Waldwege dafür, dass die Feuerwehren rasch vor Ort sind.

Appell an die Zivilcourage

Nicht zuletzt aber sorgen die Bürger selbst dafür, dass Waldbrände schnell entdeckt und von den Feuerwehren bekämpft werden können, sagt Forstamtsleiter Röhrs aus den Erfahrungen der Vorjahre. Sollte ein Brand ausbrechen, ist eine rasche Meldung an die Feuerwehr entscheidend. Röhrs appelliert aber auch an die Zivilcourage der Bürgerinnen und Bürger. Wenn sie auf einen Raucher im Wald treffen oder auf Leute, die außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen Feuer machen, sollten sie sich nicht scheuen, diese anzusprechen.

Dieser Tage hat Forstminister Peter Hauk gewarnt: „Das trocken-heiße Wetter lässt die Gefahr von Waldbränden nach oben schnellen. Trockene Streu und ausgedörrtes Gras brennen wie Zunder“. Die sommerlichen Temperaturen und der fehlende Regen ließen die Gefahr von Waldbränden landesweit nach oben schnellen. „Eine weggeworfene Zigarettenkippe oder ein unbeaufsichtigtes Grillfeuer können verheerende Folgen haben“, heißt es in der Pressemitteilung, die an die Waldbesucher appelliert, Teil dazu beizutragen, das Risiko von Waldbränden so gering wie möglich zu halten.

Wie man sich im Wald verhalten soll

Sie sollten einige einfache Regeln beachten. So herrsche beispielsweise im Sommer im Wald ein generelles Rauchverbot, das auch an Grillstellen oder an Waldparkplätzen gelte. Auch sei das Grillen nur an offiziellen und fest eingerichteten Feuerstellen an Grillplätzen erlaubt. Mitgebrachte Grills dürften im Wald nicht betrieben werden, so die Mitteilung.

Das Landeswaldgesetz für Baden-Württemberg legt die folgenden Regeln fest:

Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein grundsätzliches Rauchverbot.

Das Feuermachen ist nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Das Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten ist im Wald nicht gestattet.

Je nach örtlicher Situation können die Forstbehörden weitere Maßnahmen anordnen und insbesondere das Grillen im Wald vollständig verbieten. Diese Sperrungen sind unbedingt zu beachten.

Offenes Feuer außerhalb des Waldes muss mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.

Auch an den erlaubten Stellen muss ein (Grill-)Feuer immer beaufsichtigt und vor dem Verlassen unbedingt vollständig gelöscht werden.

Für eine Brandmeldung sind folgende Informationen wichtig:

Wo brennt es? Genaue Ortsangabe, markante Geländepunkte (großer Baum, Wiese oder Felsen), Brandausmaß.

Was brennt? Bodenvegetation oder Baumkronen?

Wer oder was ist betroffen? Sind Personen, Häuser oder andere Einrichtungen in Gefahr?

Ort, von dem der Brand gemeldet wird? Angabe einer Rückrufnummer, Aufenthaltsort des Meldenden. Wenn möglich auf Rettungskräfte warten, damit diese eventuell zum Brandort geführt werden können.