Waiblingen

Wann der Abbruch der Avia-Tankstelle für das geplante Ärztehaus richtig losgeht - und wie es den "Helmuts" jetzt geht

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Helmut Gehring, Tanja Spahlinger-Gehring und Frank Gehring vor der neuen Werkstatt (von links). © ALEXANDRA PALMIZI

Das geplante Ärztehaus an der Ecke Fronackerstraße/Stadtgraben sorgt für hitzige Diskussionen in Waiblingen. Was immer dort in Zukunft geschehen wird, die Avia-Tankstelle von „Helmut und Helmut“ jedenfalls ist Geschichte. Das Areal ist eingezäunt, der Abriss der Gebäude hat diese Woche begonnen. Wie geht es weiter auf dem Grundstück, und wie geht’s eigentlich den Tankstellenbetreibern?

Der Pachtvertrag des Eigentümers Dietrich Heymann mit Avia endet am 31. Dezember dieses Jahres. Bis dahin muss der Rückbau abgeschlossen, das Dach über den Zapfsäulen, das Kassenhaus, die Hebebühne und die Benzintanks müssen entfernt sein. In diesem Zusammenhang soll ein Gutachter das umliegende Erdreich auf Verunreinigungen untersuchen, das verlangt das Baurechtsamt.

Die Stützwände zu den benachbarten Grundstücken, die der Stadt Waiblingen gehören, bleiben bestehen. Bisher wurde das Innere des Gebäudes „ausgedünnt“, wie Alexander Lacher, technischer Leiter Tankstellen bei der Abbruchfirma Oest, sagt. Am 16. November voraussichtlich wird der Abrissbagger sein Werk beginnen, zwei oder drei Tage später soll das Areal „relativ platt“ sein.

Leuchtturm oder Verschlechterung für die Fronackerstraße?

Wenn die Benzintanks ausgebaut sind, werden die Löcher wieder verfüllt, erläutert Dietrich Heymann. Anschließend wird die rund 500 Quadratmeter große Fläche asphaltiert, denn zur Zwischennutzung vor einer künftigen Bebauung, über die noch entschieden werden muss, sollen Parkplätze daraus werden. Ein Waiblinger Immobilienbüro wirbt auf einem Plakat am Bauzaun bereits für die Vermietung. Es laufen Gespräche mit Interessenten. Der Mietvertrag soll so flexibel gestaltet werden, dass der Eigentümer „kurzfristig“ wieder über das Grundstück verfügen kann.

Etwas Wehmut

Schon im Sommer waren die Betreiber der Tankstelle und der Kfz-Werkstatt ins Gewerbegebiet Eisental umgezogen – und sind mit der Veränderung rundum zufrieden: „Uns geht’s super“, sagt Frank Gehring, „wir haben uns eher verbessert als verschlechtert.“ Die Tankstelle haben „Helmut und Helmut“ aufgegeben, das nimmt schon etwas Stress aus dem Alltag, denn statt einer Sechs-Tage-Woche haben sie nur noch eine fünftägige. Für den Betrieb der Tankstelle war der sechste Tag verpflichtend gewesen. In den früheren Räumen des Autoteilegeschäfts Martika, das seinerseits von der Gewerbestraße in den Schüttelgrabenring umgezogen ist, haben die Mechaniker mehr Platz für Ersatzteile und zu reparierende Autos. Ein bisschen Wehmut mischt mit nach 33 Jahren: „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ hätten sie Abschied vom alten Standort genommen. Doch die Kundschaft ist treu geblieben, sie kommt jetzt eben rausgefahren ins Eisental zu „Helmut und Helmuts Kfz-Werkstättle“. Der im Waiblinger Volksmund etablierte Name geht auf den einstigen Mitbetreiber Helmut Spahlinger und den noch immer aktiven Helmut Gehring zurück. Dessen Sohn Frank ist eigentlich nur ein „Ehren-Helmut“.

Auf dem alten Avia-Areal und den benachbarten städtischen Grundstücken wollen, wie berichtet, Dietrich Heymann und Hartmut Villinger ein Ärztehaus bauen. Unlängst wurden die Architektenentwürfe dem Gemeinderat vorgestellt. Seitdem ist eine kommunalpolitische Debatte im Gange über die Zahl der zu bauenden Parkplätze, die befürchtete Verkehrszunahme durch die Patienten und die Größe des Gebäudes. Andere sprechen von einem „Leuchtturm“ für die Stadt, die vor Jahren ihr Krankenhaus verloren hat. Bei der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Fronackerstraße wird wohl auch über das Ärztehaus geredet werden, zumindest über das „Wie“ der Bebauung und Verkehrsanbindung – der grundsätzliche Beschluss über das „Ob“ bleibt dem Gemeinderat vorbehalten.

Das geplante Ärztehaus an der Ecke Fronackerstraße/Stadtgraben sorgt für hitzige Diskussionen in Waiblingen. Was immer dort in Zukunft geschehen wird, die Avia-Tankstelle von „Helmut und Helmut“ jedenfalls ist Geschichte. Das Areal ist eingezäunt, der Abriss der Gebäude hat diese Woche begonnen. Wie geht es weiter auf dem Grundstück, und wie geht’s eigentlich den Tankstellenbetreibern?

Der Pachtvertrag des Eigentümers Dietrich Heymann mit Avia endet am 31. Dezember dieses Jahres. Bis

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