Waiblingen

Warten auf ein neues Radwege-Netz: Wo sich für Radler etwas ändern soll

neue Radwege
Radfahren in Waiblingen soll attraktiver werden. © ALEXANDRA PALMIZI

Radfahren liegt im Trend – die Eröffnung einer großen Niederlassung der Ladenkette „Bikes and Boards“ im Eisental ist nur ein Indiz dafür. Angesichts verstopfter Straßen und eines sich beschleunigenden Klimawandels gilt das Rad vielen als beste Alternative – und in der Corona-Krise erscheint es zudem sicherer als Bus und Bahn. Umso lauter werden die Rufe nach besseren Radwegen, auch in Waiblingen. Hohe Erwartungen knüpfen sich an das gesamtstädtische Radwegekonzept, das die Verwaltung derzeit entwickelt. Zur Enttäuschung mancher Stadträte ist es zwar nach zehn Monaten über die Bestandsaufnahme kaum hinausgekommen. Drei stark frequentierte Waiblinger Straßen wurden immerhin genannt, in denen sich etwas zugunsten der Radfahrer verändern soll.

Wunschlinien durch die Stadt

Das Radverkehrskonzept soll in Zukunft eine Entscheidungsgrundlage sein, an der Verkehrsplaner nicht mehr vorbeikommen. Verbesserungen für Radler lassen sich damit stichhaltig begründen. Will die Stadt beim Bau von Radwegen auf Zuschüsse zugreifen, wird ein solches fundiertes Planwerk als Bedingung verlangt. Profitieren sollen aber vor allem die Radler selbst – ihren Anteil am städtischen Verkehr zu erhöhen, lautet das erklärte Ziel. Aus allen verfügbaren Untersuchungen und Daten der letzten zehn Jahre hat der Fachbereich städtische Infrastruktur „Wunschlinien“ entwickelt, die häufige Ziele verknüpfen. Auf welcher Trasse radeln die Waiblinger am schnellsten und sichersten vom Galgenberg in die Innenstadt oder ins Eisental? Wie vom Wohngebiet am Wasserturm in die Talaue? Wie fahren Kinder aus dem Wohngebiet Wasserstube zu ihren Schulen? Aufgabe der Radverkehrsplanung ist es, solche Wunschlinien gemeinsam mit Ortskundigen auf konkrete Straßen und Wege umzulegen. Je nach Zustand und Verkehrsaufkommen gilt es, diese dann umzubauen, etwa mit Radwegen oder Schutzstreifen zu versehen.

Konzept soll im zweiten Quartal 2021 fertig sein

Bis der Bau der teils kreisübergreifenden Radschnellwege zwischen Waiblingen und Ludwigsburg sowie, die Waiblinger Markung streifend, zwischen Fellbach und Schorndorf beginnt, wird noch viel Wasser die Rems hinunterfließen. Mit ersten Maßnahmen aus dem eigenen Radwegekonzept will Waiblingen auf jeden Fall schneller sein, stellte Baubürgermeister Dieter Schienmann jüngst im Ratsausschuss klar. In nächster Zeit soll die Planung in die spannendste Phase münden, in der es um konkrete Straßen und konkrete Maßnahmen geht. Einige zeichnen sich bereits ab.

  • Im Jahr 2021 will die Stadt mit der Planung der für den Radverkehr als besonders wichtig erachteten Achse zwischen Waiblingen und Fellbach/Stuttgart einsteigen. Im Fokus steht dabei die Stuttgarter Straße.
  • Zweitens steht nach Angaben des Baubürgermeisters eine Neugestaltung der Talstraße an, in deren Zuge die Belange des Radverkehrs stärker berücksichtigt werden sollten.
  • Drittens das Dauerbrenner-Thema Fronackerstraße: Diese Woche wird der Gemeinderat voraussichtlich grünes Licht geben für die offene Bürgerbeteiligung. Wenn diese im Frühjahr stattfindet, wird der Radverkehr in der vieldiskutierten Wohn- und Geschäftsstraße mit eine Rolle spielen.

Manche Stadträte klagen über das in ihren Augen zu langsame Tempo der Planung. Der Gemeinderat sei mehrmals „vertröstet“ worden, so Tobias Märtterer („Grünt“). Für die Agtif-Fraktion kritisierte Iris Förster, die Stadt habe eine für die Radwegeplanung gedachte Personalstelle mit dem Projekt des autonomen Fahrens beschäftigt. Derweil seien Verbesserungen für den Radverkehr mit Verweis auf das Gesamtkonzept hinausgeschoben worden. CDU-Chef Peter Abele hingegen fand es „schade“, dass ein im Werden begriffenes Konzept so attackiert werde. Dieses sollte aus seiner Sicht möglichst fundiert sein.

Im ersten Quartal 2021 soll das Radwegekonzept in den Ratsgremien vorgestellt und quasi parallel mit Radfahrverbänden wie ADFC und ProVelo diskutiert werden. Fertig wird es dann im zweiten Quartal 2021.

Radfahren liegt im Trend – die Eröffnung einer großen Niederlassung der Ladenkette „Bikes and Boards“ im Eisental ist nur ein Indiz dafür. Angesichts verstopfter Straßen und eines sich beschleunigenden Klimawandels gilt das Rad vielen als beste Alternative – und in der Corona-Krise erscheint es zudem sicherer als Bus und Bahn. Umso lauter werden die Rufe nach besseren Radwegen, auch in Waiblingen. Hohe Erwartungen knüpfen sich an das gesamtstädtische Radwegekonzept, das die Verwaltung

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