Waiblingen

Warum Andreas Hesky zur OB-Wahl in Waiblingen nicht mehr kandidiert

Urlaubsrückkehrer Hesky
Andreas Hesky ist seit 2006 Oberbürgermeister in Waiblingen. © ALEXANDRA PALMIZI

Paukenschlag im Waiblinger Rathaus: Andreas Hesky wird keine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister anstreben. Zur OB-Wahl, die voraussichtlich am 6. Februar 2022 stattfinden wird, wird der Amtsinhaber nicht wieder antreten. Am Freitagvormittag (2. Juli) informierte er die Spitzen des Gemeinderats, dann die Presse und die Rathaus-Mitarbeiter. Der Entschluss kommt überraschend, zumal Hesky versichert: „Das Amt des Oberbürgermeisters ist und bleibt mein Traumberuf.“ Bis zu diesem Tag hatte er die getroffene Entscheidung geheim gehalten, doch nach einer Anfrage unserer Redaktion musste es in die Öffentlichkeit.

Der Rückzug habe rein persönliche Gründe. Schon länger habe er diesen Schritt erwogen – „Meine Frau konnte es sich zunächst kaum vorstellen“ – und die Entscheidung letztlich gemeinsam mit seiner Familie getroffen. „Sie fällt aus freien Stücken, ohne Einfluss von außen.“ Es gebe keinen besonderen Anlass, „auch keine Sorge vor der anstehenden Wahl“.

Kein neuer Job in Aussicht

Konkrete Pläne für die Zeit nach dem 12. März – so lange währt die Amtszeit über die Wahl hinaus – habe er nicht. So habe er weder einen anderen Job in Aussicht, noch habe er die Absicht, für ein anderes Amt zu kandidieren. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass dieses Amt überhaupt zu toppen wäre.“ Statt einer beruflichen Herausforderung suche er eine „neue Lebensperspektive“. Für das Leben außerhalb der Arbeit blieb in den vergangenen Jahren wenig Raum: Seine Wochenarbeitszeit gibt Hesky mit 80 Stunden an.

Mehr Zeit für die Familie

Die zwei Amtsperioden als Oberbürgermeister in Waiblingen addieren sich mit den Zeiten als Bürgermeister in Wendlingen am Neckar und als Erster Bürgermeister in Ludwigsburg auf fast 30 Jahre als Wahlbeamter. Privates habe dabei oft zurückstecken müssen. Das soll sich in Zukunft ändern, auch wenn die Kinder inzwischen groß sind. Mit dem geliebten Boot oder mit dem Wohnwagen zu reisen – das sind Dinge, die er künftig ausgiebiger tun möchte. Hinsichtlich der

Pensionsregelungen könnte der 57-Jährige theoretisch bald den Ruhestand genießen, eine andere berufliche Tätigkeit schließt er jedoch nicht aus.

Für jeden Tag im Amt dankbar

Vom Miteinander im Rathaus und in den Ratsgremien fühle er sich getragen. "Aus der Bürgerschaft, von den Vereinen, Kirchen, den Gewerbetreibenden, den kommunalen Akteuren spüre ich Zuspruch." Eine weitere Kandidatur habe er sich daher durchaus vorstellen können. „Für jeden Tag in diesem Amt bin ich, seit 5590 Tagen, dankbar.“ Aber er halte es mit der biblischen Weisheit „Alles hat seine Zeit“.

Gesund und "nicht ausgelaugt"

Bis zum letzten Tag seiner Amtszeit, versichert er, werde er den gleichen Einsatz bringen wie bisher. Ein enormes Pensum, aber er fühle sich gesund und „nicht ausgelaugt“. Anfeindungen und der raue Ton, der zuweilen in den sozialen Medien herrsche, hätten ihn zeitweise schon beschäftigt, gehörten aber zum Beruf. Scharfe Kritik habe es übrigens nicht nur in Pandemie-Zeiten gegeben – die persönlichen Angriffe unter der Gürtellinie in Zusammenhang mit den Windkraft-Plänen für die Buocher Höhe seien noch schlimmer gewesen.

Wahl der Ersten Bürgermeisterin steht auch an

An seinen Amtsvorgängern habe stets geschätzt, dass sie ihm nie dreinredeten in die Amtsgeschäfte – das wolle er selbst künftig ebenfalls so halten. Mit seiner Frau möchte er in Waiblingen wohnen bleiben. „Wir haben diese Stadt lieb gewonnen, haben einen Freundeskreis und eine gute Nachbarschaft.“

Neu zu besetzen sein wird noch in diesem Jahr das Amt der Ersten Bürgermeisterin. Amtsinhaberin Christiane Dürr sagt auf Nachfrage, sie könne sich durchaus vorstellen, bei der Wahl im Gemeinderat wieder zu kandidieren. Endgültig entschieden habe sie sich aber noch nicht. Das möchte sie erst nach der Sommerpause tun.

Paukenschlag im Waiblinger Rathaus: Andreas Hesky wird keine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister anstreben. Zur OB-Wahl, die voraussichtlich am 6. Februar 2022 stattfinden wird, wird der Amtsinhaber nicht wieder antreten. Am Freitagvormittag (2. Juli) informierte er die Spitzen des Gemeinderats, dann die Presse und die Rathaus-Mitarbeiter. Der Entschluss kommt überraschend, zumal Hesky versichert: „Das Amt des Oberbürgermeisters ist und bleibt mein Traumberuf.“ Bis zu diesem Tag hatte er

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