Waiblingen

Was bringt die Maske im Kampf gegen Corona? Studien geben Antworten

Masken Chaos
Maskenpflicht in Geschäften sowie in Bussen und Bahnen: Baden-Württemberg hält daran fest. © Alexandra Palmizi

Bringt die Maske was? Das weiß niemand, hieß es lange Zeit. Mittlerweile aber liegen habhafte Erkenntnisse vor.

Die Weltgesundheitsorganisation war anfangs skeptisch, was den Nutzen von Masken betrifft – um Sicherheit zu gewinnen, gab die WHO eine „Meta-Analyse“ in Auftrag: eine Studie, die aus vielen zum Thema vorliegenden Einzelforschungen ein Gesamtbild destilliert. Also nahm ein kanadisches Forscherteam sieben Einzelarbeiten zu Corona unter die Lupe und 37, die sich mit ähnlichen Viren wie SARS und MERS befassten. Ergebnis: Das Tragen von Masken reduziert das Infektionsrisiko im Schnitt um 85 Prozent – wo sich ohne Maske hundert Leute ansteckten, waren es mit Maske noch 15. Besonders spektakulär waren die Ergebnisse in Krankenhäusern, dank hochwirksamer Spezialmasken; aber auch grobmaschigere Billigmasken aus Papier oder Stoff brachten markante Effekte.

Noch frappierender ist eine Studie der Uni Mainz – dafür machten die Forscher sich nämlich eine deutsche Besonderheit zunutze: die föderale Organisation. Länder, Landkreise und Städte gehen Sonderwege. Das ermöglicht Vergleiche.

Im ersten Schritt betrachteten die Forscher nur die Stadt Jena - dort wurde die Maskenpflicht besonders früh eingeführt: bereits am 6. April. Bis zum 6., in der maskenlosen Frühphase, waren 142 Infektionen verzeichnet worden. In den folgenden drei Maskenwochen bis zum 27. April kamen 16 neue Ansteckungen hinzu. Im zweiten Schritt konstruierten die Forscher eine Art virtuelles Vergleichs-„Jena“: Sie errechneten Durchschnittswerte aus den Daten mehrerer Städte, die in vieler Hinsicht mit Jena übereinstimmten und nur in einem Punkt entscheidend abwichen: Sie führten die Maskenpflicht nicht schon ab dem 6., sondern erst ab dem 27. April ein. Ergebnis: Während die Vergleichsstädte bis zum 6. April im Schnitt 143 Infektionen hatten (Jena 142), verzeichneten sie bis zum 27. April im Schnitt 62 Neu-Ansteckungen (Jena 16). Ab dem 6. April schnitt Jena also viermal so gut ab.

Löst die Maske all unsere Probleme? Nein. Es gibt noch einen weiteren wichtigen Effekt. Die WHO-Metastudie ergab: Wenn die Menschen einen Mindestabstand von einem Meter einhalten, reduziert sich die Ansteckungsgefahr um 82 Prozent; bei zwei Metern gar um mehr als 90 Prozent.

Bringt die Maske was? Das weiß niemand, hieß es lange Zeit. Mittlerweile aber liegen habhafte Erkenntnisse vor.

Die Weltgesundheitsorganisation war anfangs skeptisch, was den Nutzen von Masken betrifft – um Sicherheit zu gewinnen, gab die WHO eine „Meta-Analyse“ in Auftrag: eine Studie, die aus vielen zum Thema vorliegenden Einzelforschungen ein Gesamtbild destilliert. Also nahm ein kanadisches Forscherteam sieben Einzelarbeiten zu Corona unter die Lupe und 37, die sich mit ähnlichen

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