Waiblingen

Waschbären in der Waiblinger Altstadt: Was passiert mit den gefangenen Tieren?

Waschbär Symbolbild
Symbolbild. © pixabay.com

In der Region scheinen sich aktuell die Waschbär-Sichtungen in der Nähe von Wohnhäusern zu häufen. Auch in der Waiblinger Altstadt haben Anwohner mit einer Überwachungskamera nächtlichen Besuch in einem Garten gefilmt: Hier waren es sogar drei Waschbären.

Während es in Schorndorf ab Oktober einen Stadtjäger geben soll, wenden sich Waiblinger bislang laut der Stadtverwaltung direkt an das Kreisjagdamt, „sobald ein Waschbär zum Problem wird“. Dort kann dann beantragt werden, dass der oder die Waschbären gefangen werden.

Auf der Internetseite des Landratsamtes heißt es unter dem Reiter „Waschbär“: „Bleiben alle Maßnahmen erfolglos, kann bei der Unteren Jagdbehörde ein Antrag auf Fallenfangjagd (für Wildtierarten, die dem Nutzungs- und Entwicklungsmanagement des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes unterliegen) gestellt werden, sofern die Wohngemeinde keinen Stadtjäger oder Stadtjägerin eingesetzt hat.“ Auskünfte dazu erteilt das Amt demnach unter 07191/895-4369 sowie a.baumann(@)rems-murr-kreis.de.

Gefangene Tiere werden getötet

Doch was passiert mit den gefangenen Waschbären? Die Waiblingerin, die das Video von den drei Waschbären in einem Altstadt-Garten auf Facebook geteilt hat, hofft auf eine harmonische Lösung: „Weiß jemand, wer sie fangen könnte? Und mit fangen meine ich natürlich, lebend fangen!“ Doch das Kreisjagdamt und sonstige Jäger haben eine klare Vorgabe: „Die gefangenen Waschbären müssen getötet werden, sie dürfen nicht ausgesetzt werden“, so die Pressestelle des Landratsamtes.

Die aus Amerika stammenden Waschbären gelten in der EU als invasive Art. Es gebe „zunehmend Belege über negative Auswirkungen des Waschbären auf die biologische Vielfalt“, heißt es beim Bundesamt für Naturschutz. „Beispielsweise hat sich der Waschbär in Brandenburg auf das Ausgraben von Eiern der Europäischen Sumpfschildkröte spezialisiert.“ Diese aber sei vom Aussterben bedroht.

Auch für Menschen gibt es Risiken: „Waschbären können durch Flöhe, Läuse und Zecken verschiedene Krankheitserreger auf Mensch und Haustier übertragen. Außerdem können sie Tollwut und andere infektiöse Krankheiten (Staupe, Panleukopenie, Hasenpest u. a.) verbreiten“, so eine weitere Bundesbehörde, das Umweltbundesamt. „Auf Dachböden nutzen oft mehrere Tiere eine Stelle als Toilette, wobei die im Kot möglicherweise enthaltenen Spulwurm-Eier gefährlich sind. Kinder und Haustiere sollten davon ferngehalten werden.“

Zwei Anträge auf Fallen pro Woche: Fang nicht kostenlos

Das Kreisjagdamt Rems-Murr erhält den Sommer über im Durchschnitt zwei bis drei Anfragen pro Woche zur Fallenfangjagd. „Dort werden alle Fragen beantwortet und auch der Kontakt zu örtlichen Jägern hergestellt“, so die Pressestelle. Es dauere dann im Schnitt ein bis drei Tage, bis die Genehmigung erteilt ist. „Dann kommt es darauf an, wann der Jäger Zeit hat und die Falle aufstellt.“

Kostenlos ist das für die Antragsteller, etwa Haus- oder Gartenbesitzer, nicht. Das Kreisjagdamt erhebt eine Gebühr von 46 Euro. Dazu kommen die Kosten, die der Jäger für den Fang berechnet. Diese Kosten werden zwischen dem Antragsteller und dem Jäger direkt abgerechnet, so die Pressestelle des Landratsamtes. „Wenn Stadtjäger in den Kommunen etabliert sind, entfallen die Kosten für die Fallenfang-Genehmigung.“

In der Region scheinen sich aktuell die Waschbär-Sichtungen in der Nähe von Wohnhäusern zu häufen. Auch in der Waiblinger Altstadt haben Anwohner mit einer Überwachungskamera nächtlichen Besuch in einem Garten gefilmt: Hier waren es sogar drei Waschbären.

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Während es in Schorndorf ab Oktober einen Stadtjäger geben soll, wenden sich Waiblinger bislang laut der Stadtverwaltung direkt an das Kreisjagdamt, „sobald ein Waschbär zum Problem wird“. Dort kann dann beantragt werden,

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