Waiblingen

Wegen Corona: Faschingsumzug 2021 wird von Karnevalsvereinen in Waiblingen abgesagt

Faschingsumzug
Archivfoto
© ZVW/Gaby Schneider

Wegen Corona ist der organisierte Waiblinger Fasching für die Saison 2021 abgesagt worden. Darauf haben sich Jörg Knöllinger, Präsident der Waiblinger Karneval-Gesellschaft „Die Salathengste“, und sein Kollege Dieter Streitenberger von der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft (1. WFG) jüngst verständigt.

Oberbürgermeister Andreas Hesky haben beide bereits informiert. Damit fällt etwa der beliebte Faschingsumzug durch die Waiblinger Innenstadt im Februar 2021 aus. Was bedeutet die Entscheidung nun insgesamt für die närrische Zeit? Wird es alternative Formen des Faschings geben?

Keine anderen Faschingsveranstaltungen besuchen

Rainer Niclaus, Pressewart der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft, begründet die Entscheidung mit dem Gesundheitsschutz, der für den Waiblinger Verein oberste Priorität genießt. „Dieser wird bei allem Bemühen bei den Veranstaltungen der 1. WFG kaum hinreichend sichergestellt werden können.“ Daher habe der Vereinsausschuss beschlossen, alle Veranstaltungen der 1. WFG bis März 2021 abzusagen. Außerdem werden alle Mitglieder aufgefordert, keine Faschingsveranstaltungen bei anderen Vereinen zu besuchen.

Hat die 1. WFG ein Alternativprogramm?

Die 1. WFG hat indes einen Corona-Pin anstelle des traditionellen Jahresordens zur Verteilung an die Mitglieder anfertigen lassen. Dieser zeigt ein Gesicht mit Narrenkappe, das einen grünen Mundschutz trägt und komisch guckt. Das 44-jährige Bestehen, das der Verein in dieser Saison eigentlich feiern wollte, soll dann im Folgejahr stattfinden – unter dem Motto „44+1“.

Feurige Deifelshexa lassen ihre Kostüme im Schrank

Jochen Wiorek, der bei der 1. Narrenzunft Waiblingen Feurige Deifelshexa für Kasse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, teilt mit, dass auch sein Verein in dieser Faschingssaison Häs und Larve im Schrank lassen und an keiner Veranstaltung teilnehmen will. „Zahlreiche Gastgeberzünfte, bei denen für die Kampagne 2020/2021 eine Teilnahme an Umzügen und sonstigen Veranstaltungen angemeldet war, haben diese bereits von sich aus abgesagt.“ Darüber hinaus hätten viele befreundete Zünfte ebenfalls angekündigt, das Häs komplett im Schrank zu lassen.

Vernunft und Verantwortung

Jochen Wiorek hat durchaus Verständnis dafür – schließlich steigen die Infektionszahlen. Bund und Land müssten darauf eben mit immer massiveren Vorgaben zu Kontaktbeschränkungen und Hygieneanforderungen reagieren. „So gerne wir unser Brauchtum ausleben, so sehr gebieten Vernunft und Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, Freunden und Zuschauern uns, für die kommende Saison hiervon Abstand zu nehmen und eine Pause einzulegen.“

Taufe wird verschoben

Grundsätzlich hatten die Feurige Deifelshexa in der Vergangenheit mit ihrem Häsabstauben mit Taufen eine eigene Veranstaltung pro Saison, die bisher immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. „Da die weiteren Veranstaltungen, an denen wir 2021 teilgenommen hätten, weitestgehend abgesagt wurden, ist ein Häsabstauben nicht notwendig. Für unsere Täuflinge wäre es zudem ein recht trostloser Auftakt in eine nicht stattfindende Kampagne“, findet Jochen Wiorek. Daher habe der Verein beschlossen, auch diese kleine eigene Veranstaltung ausfallen zu lassen und die Taufen zu verschieben.

Enorme Arbeitslast 

Der Verein geht davon aus, dass auch alle noch nicht offiziell abgesagten Faschingsveranstaltungen auf der Kippe stehen. „Wir verstehen daher jeden Verein, der das finanzielle Risiko einer Veranstaltung nicht tragen kann und auch die enorme Arbeitslast in die Vorbereitung nicht investieren möchte“, betont Jochen Wiorek. Schließlich weiß man wegen der unvorhersehbaren Entwicklung der Pandemie bis zum Schluss nicht, ob die Veranstaltung stattfinden darf.

In Erinnerungen schwelgen

Virtuelle Veranstaltungen über Videos haben die Feurige Deifelshexa nicht geplant. Auf der Internetseite www.feurigedeifelshexa.de sind deshalb nur zahlreiche Fotos von vergangenen Umzügen und Brauchtumsveranstaltungen zu finden. Jochen Wiorek: „Hier kann man in Erinnerungen schwelgen und die Durststrecke bis zur nächsten Fasnet etwas überbrücken.“


Sprecher der Salathengste hat eine Idee

Roland Neukamm, Presseverantwortlicher der Waiblinger Salathengste, sagte noch im September unserer Zeitung, dass Corona auch die Chance biete, statt Party und Ballermann-Atmosphäre die traditionelle Seite des Karnevals hervorzuheben, den „Urfasching“. Nun, zwei Monate später, hält Roland Neukamm diese Idee immer noch für charmant – aber angesichts der Infektionszahlen sieht er keine Alternative zur Absage des organisierten Faschings. Und von einem virtuellen Fasching hält der Sprecher der Salathengste nicht viel. Eine Idee hätte er trotzdem: Jeder, der will, kann während der Faschingszeit einfach verkleidet aus dem Haus gehen – sei es nun bei einem Spaziergang oder auf dem Weg zum Einkaufen.

„Man kann dann wildfremden Leuten zuzwinkern“

Wenn das mehrere Leute machen, dann könnten sich aus Sicht von Roland Neukamm ganz nette Begegnungen ergeben. „Man kann dann wildfremden Leuten zuzwinkern“, findet der Sprecher der Salathengste. Er habe selbst schon in früheren Faschingszeiten nette Erlebnisse gehabt und Komplimente von anderen erhalten, nachdem er als Pirat verkleidet unterwegs war. Für solch eine Verkleidung könnte eine einfache Clownsmaske schon reichen. „Ich werde das machen.“

Was sagt die 1. Narrenzunft Hohenacker?

Timo Fickert, Vorsitzender der 1. Narrenzunft Hohenacker Waldhexen, will mit seinen Vereinskollegen in dieser Saison auch an keiner Faschingsveranstaltung teilnehmen. „Sicher ist sicher.“ Dass er sich einfach irgendwie verkleidet und nach draußen geht, kann sich Timo Fickert nicht vorstellen: Er will entweder sein Häs anziehen oder es ganz bleiben lassen.

Über alternative Online-Ideen hat sich die Narrenzunft Hohenacker noch keine Gedanken gemacht – aber intern wollen sie zumindest mal darüber reden, was an Fasching möglich wäre. „Vielleicht treffen wir uns wirklich über Zoom alle im Häs.“

Wegen Corona ist der organisierte Waiblinger Fasching für die Saison 2021 abgesagt worden. Darauf haben sich Jörg Knöllinger, Präsident der Waiblinger Karneval-Gesellschaft „Die Salathengste“, und sein Kollege Dieter Streitenberger von der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft (1. WFG) jüngst verständigt.

Oberbürgermeister Andreas Hesky haben beide bereits informiert. Damit fällt etwa der beliebte Faschingsumzug durch die Waiblinger Innenstadt im Februar 2021 aus. Was bedeutet die

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