Waiblingen

Weitere "bezahlbare" Wohnungen an der Winnender Straße in Waiblingen - und ein neues Amtsgericht

AbrissKHAreal
Derzeit werden die Gebäude noch für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen genutzt. © Gaby Schneider

Auf dem alten Krankenhaus-Areal werden im Lauf des Jahres die ersten Wohnungen bezogen. Gleichzeitig läuft die Planung an für weitere Mehrfamilienhäuser ganz in der Nähe: An der Winnender Straße möchte die Kreisbau in den nächsten Jahren ein weiteres Wohngebiet hochziehen – und zwar in direkter Nachbarschaft des neuen Standorts fürs Amtsgericht Waiblingen.

Die ehemaligen Schwesternwohnheime sind aktuell durch der Stadt Waiblingen vom Landkreis angemietet. Hier leben Flüchtlinge in der von der Kommune organisierten Anschlussunterbringung. Dieser Tage bringen die Ratsgremien aber den Bebauungsplan „Amtsgericht und Wohnbebauung Waiblingen“ auf den Weg, der den Abriss der Gebäude besiegeln wird. Es geht um den südöstlichen Teilbereich des ehemaligen Krankenhausareals, auf dem sich eine Tiefgarage, die besagten Wohngebäude Winnender Straße 15, 17, 19, 21, 23 und 25 sowie das Grundbuchamt befinden.

Julia Goll will sich notfalls an die alte Eiche ketten

Die Tiefgarage soll mit dem neuen Amtsgericht Waiblingen überbaut werden. Die Justiz darf sich dadurch eine große, lang ersehnte Erleichterung versprechen, wenn die bisher fünf Standorte in einem modernen Neubau des Landes Baden-Württemberg an einem Standort gebündelt werden. Das Areal hat eine Gesamtfläche von etwa 1,6 Hektar. Eine darauf befindliche, als Naturdenkmal geltende Eiche soll auf jeden Fall erhalten bleiben. „Bevor sie fällt, werde ich mich daran festketten“, erklärt Juristin und FDP-Stadträtin Julia Goll für alle Fälle.

Die bestehenden Gebäude sind in so schlechtem Zustand, berichtet Baubürgermeister Dieter Schienmann, „dass ich nicht sanieren würde, sondern abreißen“. Genau das hat die Bauherrschaft, die Kreisbau Rems-Murr, vor. Sie möchte das Wohngebiet „verdichten“ – also mehr zeitgemäße Wohnungen bauen, als sich aktuell auf der Fläche befinden. Zwar gibt es einen Vorentwurf des Büros Bloss Keinath Architekten, jedoch stehen Anzahl und Position der Gebäude noch nicht endgültig fest. Vorgesehen sind fünf oder sechs mehrgeschossige Häuser mit bezahlbarem Wohnraum, die sich in der Höhe der Umgebung anpassen. Wann, ist noch unklar.

Amtsgericht als „kleiner Trost“ für Waiblingen

Das neue Amtsgericht wird ein Quader mit vier Geschossen in Holzbauweise, wobei die Fassade aus Aluminium-Lamellen besteht. Das Büro Heinle, Wischer und Partner wurde unter mehreren Bewerbern für die Architektur ausgewählt. Dass diese, wie Julia Goll anmerkte, so wirken könnte, als hätte der Architekt nie an Ort und Stelle gestanden, ist nach Einschätzung des Waiblinger Baubürgermeisters dem Umstand geschuldet, dass das neue Amtsgericht zahlreiche Funktionen im Gegensatz zum jetzigen Gebäudein der Bahnhofstraße unter einem Dach vereint und die Sicherheit dabei Vorrang hat. Der Vorplatz verleihe dem Gebäude ein „gewisses Gewicht“.

Der Neubau des Amtsgerichts, sagte CDU-Stadtrat Ingo von Pollern, sei ein „kleiner Trost“ für Waiblingen, das hinnehmen musste, dass das ferne Aalen zum Sitz des Polizeipräsidiums erkoren wurde. „Waiblingen wäre dafür prädestiniert gewesen – aber auf Landesebene werden Entscheidungen gefällt, die wir Sachpolitiker nicht nachvollziehen können.“ Aus Reihen des Gremiums wurde darauf hingewiesen, dass auch auf der anderen Seite der Winnender Straße noch Potenzial für Wohnbebauung liege. Unter anderem hat dort derzeit noch die Feuerwehr Büros und Garagen. Sie soll aber in einigen Jahren in Richtung Betriebshof umziehen, wenn das Rote Kreuz seine neue Leitstelle gegenüber der Rundsporthalle bekommt. Entwürfe gibt es inzwischen für das baufällige städtische Haus Winnender Straße 32, das mit preisgünstigen Wohnungen neu gebaut werden soll.

Auf dem alten Krankenhaus-Areal werden im Lauf des Jahres die ersten Wohnungen bezogen. Gleichzeitig läuft die Planung an für weitere Mehrfamilienhäuser ganz in der Nähe: An der Winnender Straße möchte die Kreisbau in den nächsten Jahren ein weiteres Wohngebiet hochziehen – und zwar in direkter Nachbarschaft des neuen Standorts fürs Amtsgericht Waiblingen.

Die ehemaligen Schwesternwohnheime sind aktuell durch der Stadt Waiblingen vom Landkreis angemietet. Hier leben Flüchtlinge in der

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