Waiblingen

Wettbewerb in Waiblingen: Wer hat den schönsten naturnahen Garten?

Winnenden-Birkmannsweiler Stadtgärtners Blumenwiesensamen sind aufgegangen
Blütenpracht lockt Insekten an. © Gabriel Habermann

Ein „naturnaher Garten“ sollte eine Selbstverständlichkeit sein, schließlich ist der Garten ja ganz von sich aus ein Stück Natur, die es im Sinn von Fauna und Flora zu gestalten gilt. Naturnah belassen ist ein solcher Garten nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Platz für Insekten und Kleinlebewesen, die im Kreislauf der Natur unverzichtbar sind. So steht es in einer Pressemitteilung zum Wettbewerb „Naturnaher Garten“ der Stadt Waiblingen, des BUND und des Nabu, der auf das Artensterben aufmerksam und die wichtige Funktion von Gärten deutlich machen soll.

40 Prozent der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten gelten als gefährdet

Die Stadt Waiblingen will damit zu einer naturnahen Gartengestaltung anregen. Heimische Tier-und Pflanzenarten und deren Lebensräume könnten erhalten und das Kleinklima verbessert werden. Das weltweite Artensterben schreite immer weiter voran. Dieser negative Trend mache sich auch im Land bemerkbar: 40 Prozent der wildlebenden Tier-und Pflanzenarten Baden-Württembergs gälten mittlerweile als gefährdet, vor allem die Insektenwelt sei stark betroffen.

Dabei erfüllen Insekten eine wichtige Funktion im Naturhaushalt, zum Beispiel als Nahrungsquelle für andere Arten. Mit ihrer Bestäubungsleistung versorgen sie uns mit Nahrung. Wenn die biologische Funktionskette abreißt, habe die gesamte Menschheit ein existenzielles Problem, heißt es in der Pressemitteilung. Die Ursachen sind die industrielle Landwirtschaft, Flächenverbrauch, Lebensraumzerschneidung, Klimawandel, Lichtverschmutzung und anderes mehr.

Waiblingen will mit seiner Biodiversitätsstrategie Lebensräume schützen, wiederherstellen und verbessern. Gärten können in unserem Verdichtungsraum mit intensiver Landwirtschaft, einem engen Verkehrsnetz und dem hohen Anteil an Siedlungsraum eine große Bedeutung für die Biodiversität erlangen. Sie können nicht nur für uns Menschen Lebens- und Rückzugsorte sein, sondern bei richtiger Gestaltung auch für viele Tier-und Pflanzenarten.

Was ist ein naturnaher Garten?

In einem naturnahen Garten werden natürliche Entwicklungen zugelassen und Lebensräume für bedrohte Tier-und Pflanzenarten gezielt angelegt. Es werden bevorzugt heimische Bäume und Sträucher sowie krautige Pflanzen oder Stauden verwendet, die an das Klima angepasst sind bzw. dem Standort entsprechen.

Beispiele für Gestaltungselemente eines naturnahen Gartens sind Bienen- und Insektenweiden, Wildkräuter, alte Baumbestände, Teiche/Tümpel, Nist-und Bruthilfen sowie Trockenmauern. Durch die freie und kreative Gestaltungsweise und das Zulassen natürlicher Prozesse ist jeder naturnahe Garten individuell.

Wie kann ich am Wettbewerb teilnehmen?

Teilnehmen können Hobbygärtner/-innen, Einzelpersonen, Organisationen, Vereine, Kirchen, Schulen, Kindergärten sowie sonstige Einrichtungen in Waiblingen und den Ortschaften. Gartenbesitzer reichen vier Fotos ihres naturnahen Gartens per E-Mail an umwelt@waiblingen.de ein; anzugeben sind Name, Anschrift und Telefonnummer. Außerdem sollte der Garten kurz beschrieben werden: Lage und Begründung seiner Preiswürdigkeit (maximal zwei Seiten); wer sich erneut bewirbt, muss die markanten Aufwertungen, die im Vergleich zur vorausgegangenen Bewerbung erfolgt sind, deutlich machen.

Einsendeschluss ist der 15. August 2021. Die Teilnehmer übertragen mit dem Einreichen des Bildes das Bildrecht an die Stadt Waiblingen. Dies ist für die Öffentlichkeitsarbeit und Berichterstattung erforderlich. Die Bilder werden zu diesem Zweck gespeichert und archiviert. Ebenfalls gespeichert wird die Adresse der Teilnehmenden.

Nach welchen Kriterien werden die Sieger-Gärten gekürt?

Die Gärten werden von einer Jury unter Beteiligung der Stadtverwaltung Waiblingen sowie des Nabu und BUND Waiblingen bewertet. Die drei Hauptgewinner erhalten Gutscheine in Höhe von 100 Euro, 75 Euro und 50 Euro, die weiteren Preisträger Gutscheine in Höhe von 30 Euro. Bewertet werden Lebensräume für heimische Tier-und Pflanzenarten (Teich, Trockenmauer, Totholz, Nist-kästen, Insektenquartiere usw.), nachgewiesene Artenvorkommen, Wahl der Gehölze, Pflanzen, Gebäudebegrünung, Bodendeckung und Versiegelungsgrad, Bewirtschaftung und Pflege (Kompost, Regenwassernutzung, Düngung, Mahd, Pflegeintensität-und Zustand, Ästhetik, Originalität und Besonderheiten.

Noch Fragen?

Fragen beantworten Klaus Läpple und Marion Sannwald, Abteilung Umwelt im Waiblinger Rathaus, unter 07151/50 01 32 60  bzw. -32 61, oder per Mail: umwelt@waiblingen.