Waiblingen

Wie der Döner nach Waiblingen kam

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Doenerhaus
Fertig ist der Dönerteller. © Gaby Schneider
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Hanefi Aladag, seine Tochter und Inhaberin Zubeyda Aladag und seine Frau Hamiyet Aladag sind stolz auf ihren Döner.
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Hanefi Aladag macht den Dönerspieß selbst. © Gaby Schneider

Waiblingen. Hanefi Aladag heißt der Mann, der vor 30 Jahren den Döner nach Waiblingen brachte. Damals besaß er den einzigen Döner-Imbiss im Umkreis, sagt er. Vor drei Monaten eröffnete der Familienbetrieb das neue „Altstadt-Kebabhaus“. Fleischspieße aus eigener Herstellung sollen den Geschmack der Türkei auf den Teller bringen.

Gemächlich dreht sich der Dönerspieß im Altstadt-Kebabhaus am Anfang der Kurzen Straße in der Innenstadt. Das langsame Rotieren sorgt dafür, dass das aufgespießte Fleisch von allen Seiten gebraten wird. So zieht der unverkennbare Duft von Dönerfleisch bis nach draußen, wo zahlreiche beschirmte Tische und Stühle für hungrige Gäste, die ihr Essen direkt vor Ort verspeisen wollen, bereitstehen. An diesem Nachmittag sitzt Hanefi Aladag (59) mit einem türkischen Tee auf einem dieser Stühle im Schatten des Hauses. Dort verbringt er seine Zeit am liebsten, wenn er darauf wartet, dass Kundschaft vorbeikommt.

1987 eröffnete er die erste Dönerbude in Waiblingen

Erst im Juni eröffnete das Altstadt-Kebabhaus neu. Inhaberin ist Hanefis 33-jährige Tochter Zubeyda Aladag, die in Deutschland geboren wurde. Ihr Vater leitet das Geschäft, denn er bringt fast 30 Jahre Döner-Imbiss-Erfahrung mit. Er war es, der 1987 die erste Dönerbude in Waiblingen eröffnete, sagt Aladag. Damals sei er noch der einzige Dönerimbiss im Umkreis gewesen – eine wahre Rarität also. Daraufhin folgten weitere seiner Döner-Schnellrestaurants in Schorndorf, Ludwigsburg, Winnenden und Stuttgart. Diese liefen oftmals anfänglich gut, schlossen dann aber nach ein paar Jahren wieder, aufgrund fehlender Gäste, sagt er.

Das Altstadt-Kebabhaus ist nun der Weg zurück zum Anfang. „In Waiblingen möchte ich gerne bleiben, denn hier lebt unsere ganz Familie“, bekräftigt auch seine Tochter Zubeyda Aladag. Das drückt auch das Ambiente im Altstadt-Kebabhaus aus: Historische Bilder der Altstadt schmücken die Wände und auf der Türe ist zu lesen: Der Mensch lebt net vom Brot allei, es muss au mol a Kebab sei. „Damit wollen wir zeigen, dass sich das Altstadt-Kebabhaus gut in das Stadtbild integriert“, so Aladag.

"Viel Arbeit, aber es lohnt sich"

Unter den vielen Döner-Angeboten möchte Familie Aladag bei ihrem Döner mit herausragender Qualität und unverwechselbarem Geschmack hervorstechen. Um diesen zu garantieren, stellt der Gastronom nicht nur sein Brot und die Pizzen, die ebenfalls auf der Speisekarte stehen, selbst her, sondern produziert auch den Dönerspieß in eigener Herstellung. Dafür kauft der 59-Jährige Rindfleisch, entfernt Sehnen und Nerven, legt es für eine Nacht in Kräuter ein und schichtet es anschließend hauchdünn auf einem Metallspieß auf. „Das ist viel Arbeit, aber es lohnt sich“, versichert auch Ehefrau Hamiyet Aladag, die mit ihrem Mann gemeinsam hinter der Verkaufstheke steht.

Schicht für Schicht entsteht der Dönerspieß

Döner zu verkaufen, das war nicht von Anfang an Hanefis Traumjob: „Als ich mit 24 Jahren nach Deutschland kam, wollte ich nur etwas Geld verdienen und dann wieder zurück in die Türkei“, erinnert sich der heute 59-Jährige. Aus dem geplanten kurzen Aufenthalt sind nun über drei Jahrzehnte geworden, hier hat er seine Frau kennengelernt und mittlerweile lebt bereits die dritte Generation der Familie in Waiblingen. Türkische Heimat gibt es bei Familie Aladag aber täglich auf dem Teller.


Urlaub auf dem Teller

Weitere Teile von Urlaub auf dem Teller

Öffnungszeiten

Das Altstadt-Kebabhaus befindet sich in der Kurzen Straße 2 und hat 365 Tage im Jahr von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Der Familienbetrieb sucht derzeit nach Mitarbeitern, die bei der Herstellung und im Verkauf unterstützen sollen.

Im September soll die offizielle Eröffnung des Döner-Imbisses gefeiert werden.

Rezept für Lahmacun

Für den Teig

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 2 Eier
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 2 EL Olivenöl

Belag

  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Tomaten
  • 1 Peperoni
  • 500 g Rinderhackfleisch
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Tasse gehackte Petersilie und Minze
  • 1 Prise Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Zubereitung

1.) Die Teigzutaten zu einem Hefeteig verkneten und 45 Minuten ruhen lassen.

2.) Für den Belag die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Tomaten in Würfel schneiden. Die Peperoni hacken. Anschließend das Hackfleisch mit dem Tomatenmark, dem zerkleinerten Gemüse sowie der Petersilie und Minze zu einer glatten Masse verarbeiten.

3.) Die Mischung mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen.

4.) Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig in eine große Pizzaform geben und die Hackfleischmasse daraufstreichen.

5.) Die Pizza im Backofen 20 bis 25 Minuten backen.