Waiblingen

Wie hoch ist die Gefahr und wie verhält man sich richtig?

1/2
9251c0b5-999f-40c6-9cc0-dda9ee6b9215.jpg_0
Feuer sollten vor Verlassen der Grillstelle immer sorgfältig gelöscht werden, erklärt der Förster Andreas Münz. © Palmizi/ZVW
2/2
Zigarette Rauchen Rauchverbot
Keine Zigaretten auf Spielplätzen? © ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen. Die Meldungen über Waldbrände häufen sich: In Griechenland spricht man von einem wahren Inferno, auch in Schweden und Brandenburg brennt der Wald wie selten zuvor. Im Waiblinger Stadtwald hat der Regen am vergangenen Wochenende laut dem Förster Andreas Münz die Lage entspannt. Doch das könne schon ein paar Kilometer weiter ganz anders aussehen (in Murrhardt etwa gab es am Freitag zwei Brände). Vorsicht sei geboten – denn manchmal gehe es schneller als gedacht.

Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, das dürre Gras beginnt zu glimmen. Das Glimmen breitet sich aus und wird zum Feuer. Die umliegenden Büsche und Bäume trocknen durch die Hitze aus und gehen ebenfalls in Flammen auf. Aus einer kleinen Unachtsamkeit kann so in kürzester Zeit ein großer Flächenbrand werden. „Zigarettenkippen sind die wohl häufigste Ursache für Wald- und Flächenbrände“, sagt der Waiblinger Revierförster Andreas Münz. Aber auch Glasscherben auf trockenem Gras oder Gehölz seien gefährlich. Sie wirken wie ein Brennglas, wenn die Sonne im richtigen Winkel darauf fällt.

Im Waiblinger Stadtwald sieht es derzeit ganz gut aus. Der üppige Regen am vergangenen Wochenende hat die Lage entspannt: „Der Boden ist dunkel, daran sieht man, dass er Feuchtigkeit gespeichert hat“, erklärt Münz. In einigen Fahrrinnen stehen noch Pfützen – natürliche Tränken für die Tiere des Waldes, die ebenfalls unter der Hitze leiden. Auch das Gras ist noch grün. Kritisch wird es, wenn die Halme gelb und vertrocknet sind, betont der Förster. „Auf dem freien Feld ist die Situation derzeit gefährlicher als im Wald, weil das Wasser dort schneller verdunstet.“

Mischwälder sind weniger gefährdet als Nadelwälder

Ohnehin sind die Mischwälder rund um Waiblingen weniger brandanfällig als beispielsweise der Nadelwald in Ostdeutschland, wie Münz erläutert. Dort wachsen vor allem Kiefern. Das in den Nadeln enthaltene ätherische Öl wirkt wie ein Brandbeschleuniger. „Laub glimmt eher vor sich hin, um das wirklich in Brand zu setzen, dafür braucht es schon einiges“, so der Fachmann. Dennoch gelte es natürlich, den gesunden Menschenverstand einzuhalten und sich an ein paar Regeln zu halten.

So gilt nach dem Waldgesetz für Baden-Württemberg zum Beispiel strenges Rauchverbot im Wald für die Monate März bis Oktober. Auch Glasflaschen oder Scherben haben im Wald nichts verloren. Gegrillt werden darf nur auf betonummantelten Grillstellen auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Grillplätzen. Eigene Geräte dürfen nicht benutzt werden. Um Funkenflug zu vermeiden, sollten nur kleine Grillfeuer entfacht werden, empfiehlt Münz. Anderswo im Wald ist das Feuermachen untersagt. Auf dem freien Feld sind Feuer nur mit einem Mindestabstand von 100 Metern zum nächsten Wald erlaubt. Aufgrund der Trockenheit rät der Förster aber, derzeit darauf zu verzichten und dort ebenfalls nur öffentliche (oder private) Grillstellen zu nutzen. Das Holz sollte dabei immer restlos herunterbrennen, die Glut anschließend mit Wasser gelöscht werden. „Dazu reicht eine Wasserflasche, die kann man in jedem Rucksack mitnehmen“, so Münz.

Von Region zu Region verschieden

Bei anhaltender Trockenheit kann ein Feuerverbot verhängt werden (siehe Infobox). Bisher ist das rund um Waiblingen aber nicht der Fall. Sollte es am Wochenende wieder Gewitter geben, wird sich die Lage weiter entschärfen. Allerdings, betont der Förster Münz, könne es ein paar Kilometer weiter schon ganz anders aussehen. „Im Welzheimer Wald hat es zum Beispiel fast gar nicht geregnet“, sagt er. Dort dürfte die Waldbrandgefahr deutlich höher sein und Besucher sollten noch umsichtiger sein.

Feuerverbot

Bei anhaltender Trockenheit können allgemeine Feuerverbote ausgesprochen werden.

Normalerweise verhängen die Gemeinden solche Verbote. Wenn die betroffenen Gebiete größer sind, können die Forstbehörden auf Landkreisebene Verbote aussprechen.

In Extremsituationen kann auch das Ministerium ein landesweites Feuerverbot verfügen. Soweit der Förster Andreas Münz sich zurückerinnert, ist so etwas aber noch nicht vorgekommen.