Waiblingen

Wie Stihl die Forstwirtschaft digitalisiert

Stihl Logbuch
Holz vermessen mit Tablet oder Smartphone - das kann die App von Fovea. Dazu werden Fotos ausgewertet. © Stihl

„Das Ziel unseres Firmengründers war es, den Menschen die Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern. Diese Vision treibt uns noch heute an und bildet auch den Grundpfeiler unserer Digitalisierungsstrategie“, so Dr. Tim Gegg, der Leiter des Unternehmensbereichs Digitalisierung bei dem Motorsägen- und Motorgerätehersteller Stihl. „Das Potenzial liegt nun darin, dass digitale Technologien nicht nur Möglichkeiten für digitale und vernetzte Produkte schaffen, sondern auch für neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, die unseren Kunden Mehrwert bringen. Ob Profis in der Forstwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau oder Privatanwender mit eigenem Garten – Potenzial steckt in allen Ökosystemen, in denen wir unterwegs sind.“

Einen dieser vielversprechenden Wege eröffnet das Angebot „Stihl all inclusive“, das gerade im zweiten Jahr in Skandinavien erfolgreich etabliert wird. Bei „Stihl all inclusive“ schließen Kunden mit dem Fachhändler einen Vertrag über ein Leistungspaket ab, das die Nutzung eines Stihl-Mähroboters, die Installation des Geräts und weitere Serviceleistungen wie das Einlagern in den Wintermonaten umfasst. Der Kunde bezahlt monatlich eine Gebühr und braucht nichts weiter zu tun, als sich über seinen tipptopp gepflegten Rasen zu freuen. Gestartet wurde dieses Geschäftsmodell 2020 in Dänemark mit elf Pilothändlern.

Alle Beteiligten profitieren

Es kam bei ihnen und den Kunden so gut an, dass in diesem Jahr schon mehr als 120 Händler in Schweden, Dänemark und Norwegen daran teilnehmen. Für Dr. Gegg sind es mehrere Faktoren, die beim Erfolg dieses Projekts zusammengewirkt haben: „Wir und unsere Fachhändler sind Experten, was unsere Produkte betrifft. Bei der Software, die für solch einen Service notwendig ist, haben wir uns Unterstützung eines Start-ups geholt, das uns zur Software auch die Website für das Online-Angebot geliefert hat. Mit anderen Worten: Stihl brachte das jahrzehntelange Know-how und die Infrastruktur für Hardware und Vertrieb mit, das Start-up das Software-Know-how. Damit haben wir die Lösung enorm schnell entwickelt und im Markt etabliert – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“

Motorsäge mit Bluetooth-Sender

Ein weiteres Beispiel für eine Softwarelösung, die das Unternehmen anbietet, ist „Stihl connected“: Stihl-Geräte wie Motorsägen können mit einem kleinen Bluetooth-Sender ausgestattet und mit dem Smartphone vernetzt werden. Der Anwender bekommt dann einen Überblick über wesentliche Daten wie zum Beispiel Laufzeiten, Akkustand und Standort und kann dadurch seine Arbeit noch effizienter planen.

Standorte finden mit GPS

Die Standortbestimmung ist auch eine der Herausforderungen bei der Digitalisierung der Forstwirtschaft. Für Fällarbeiten werden heute häufig Spezialunternehmen beauftragt, deren Mitarbeiter bis zu einem Drittel der Zeit im Wald damit verbringen, die zu fällenden, vom Förster markierten Bäume zu suchen. Um dieses Problem zu lösen, hat Stihl mit den Start-ups LogBuch und Fovea Softwarelösungen entwickelt. Ergebnis sind unter anderem Apps, mit deren Hilfe Forstarbeiter per GPS die zu fällenden Bäume leichter finden oder auch Umfang und Standort von Holzpoltern an Transportunternehmen melden können. Was vorher aufwendig und nur mit vielen manuellen Schritten ging, läuft nun einfacher, schneller und wesentlich zuverlässiger. „Die Digitalisierung der Forstwirtschaft stellt einen noch jungen Unternehmensbereich dar, der jedoch enormes Potenzial hat“, so Dr. Gegg. „Die Softwarelösungen, die wir mit den Start-ups LogBuch und Fovea entwickeln und anbieten, sind hier nur der Anfang.“

Um digitale Produkte und Lösungen zu entwickeln, gibt es für Stihl unterschiedliche Wege. „Entweder wir machen es selbst – dazu bräuchten wir aber zeitnah sehr, sehr viele zusätzliche, interne Spezialisten, oder aber wir ergänzen unser eigenes Know-how, indem wir mit Start-ups zusammenarbeiten“, erklärt Dr. Gegg. Start-ups sind in der Regel Spezialisten in einem bestimmten Themenfeld, die über das notwendige Wissen verfügen, um ein gemeinsames Projekt auch in wenigen Monaten zur Marktreife zu führen. Deren Vorteil bestehe darin, dass es sich um kleine und damit flexible Einheiten handle, die extrem auf ein Problem und dessen Lösung fokussiert seien. Gerade diese Fokussierung sei wichtig. Dr. Tim Gegg: „Durch die Zusammenarbeit verbinden wir das Beste aus zwei Welten: Die Gründermentalität und Flexibilität von Start-ups und die Expertise, Erfahrung und den Marktzugang des Unternehmens Stihl.“

„Das Ziel unseres Firmengründers war es, den Menschen die Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern. Diese Vision treibt uns noch heute an und bildet auch den Grundpfeiler unserer Digitalisierungsstrategie“, so Dr. Tim Gegg, der Leiter des Unternehmensbereichs Digitalisierung bei dem Motorsägen- und Motorgerätehersteller Stihl. „Das Potenzial liegt nun darin, dass digitale Technologien nicht nur Möglichkeiten für digitale und vernetzte Produkte schaffen, sondern auch für neue

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