Waiblingen

Wieder Alba-Brand in Waiblingen: Sind Abfall-Unternehmen besonders gefährdet?

Großbrand, Fa. ALBA, Waiblingen, 30.03.2022.
Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz bei Alba in der Anton-Schmid-Straße 30. © Benjamin Beytekin

In den vergangenen fünf Jahren gab es immer wieder einen Brand beim Papierentsorger Alba respektive einer Tochterfirma in Waiblingen. Nun brach am Mittwoch, 30. März, erneut ein Feuer aus. Ist der Abfallentsorger, der mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 und rund 8700 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen der Branche in Deutschland ist, besonders gefährdet?

Henning Krumrey, Leiter Unternehmenskommunikation & Politik, teilt dazu unserer Redaktion am Mittwochmittag folgendes mit: „Wir sind nicht mehr oder weniger betroffen als andere Betriebe der Entsorgungs- und Recyclingbranche auch. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, die Löscharbeiten sind noch nicht abgeschlossen.“

Umschlaghalle und Ballenlager in der Anton-Schmid-Straße 30 betroffen

Zum erneuten Großbrand bei Alba in Waiblingen hat das Abfallunternehmen nun öffentlich Stellung bezogen. Das Feuer ist laut Henning Krumrey in dem Gebäude in der Anton-Schmid-Straße 30 ausgebrochen. Dort befinden sich laut der Firmen-Webseite die Betriebsstätten Waiblingen Werk 2+3. „Betroffen sind die Umschlaghalle und das Ballenlager für Papier.“

Laut Alba-Sprecher Henning Krumrey ist allerdings nicht dasselbe Gebäude in Brand geraten, das bereits 2018 von einem Feuer zerstört und zwei Jahre später neu aufgebaut wurde. „Die neue Halle ist nicht betroffen. Zwischen den beiden Bereichen befindet sich eine Brandwand, die bestimmungsgemäß gehalten hat.“ Auch Nick Bley, Sprecher der Waiblinger Feuerwehr, teilte uns mit, dass das Feuer in einem anderen Bereich als beim Brand von 2018 ausgebrochen ist.

Alba-Sprecher: Papierentsorgung ist nicht betroffen

Der vom Brand betroffene Teil des Betriebsgeländes ist nach Angaben des Alba-Konzerns derzeit nicht zugänglich, weil die Feuerwehr diesen Bereich abgesperrt hat. „Der Löscharbeiten werden gerade abgeschlossen.“ Die Zufahrt zu anderen Bereichen des Betriebs in Waiblingen sei aber von anderen Straßen aus möglich, beispielsweise zur neuen Halle und auch zur Hauptverwaltung gegenüber. Die Papiersortierung sei ebenfalls nicht betroffen, auch dort könne der Betrieb weitergehen. Es seien – bis auf eine Ballenpresse im Ballenlager – auch keine Aggregate oder Anlagen betroffen. „Der Umschlag von Altholz und gemischten Abfällen wird von uns jetzt erst mal an anderen Standorten in der Umgebung abgewickelt.“ Die Entsorgungssicherheit der Region ist nach Krumreys Darstellung also nicht gefährdet.

Brände durch schlecht entsorgte Akkus

Was die Gefährdungslage von Unternehmen der Abfallbranche angeht, macht der Sprecher nur allgemeine Aussagen: In Entsorgungs- und Recyclingunternehmen kommt es laut Henning Krumrey gelegentlich zu Bränden, meist durch unsachgemäß entsorgte Gegenstände – beispielsweise Lithium-Ionen-Akkus, die nicht in den Abfall gehören, sondern getrennt entsorgt werden müssten. „Deshalb beteiligen wir uns an zahlreichen Initiativen der Branche, um Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe über die richtige Entsorgung von gefährlichen Stoffen aufzuklären.“ Der Alba-Sprecher verweist dazu beispielsweise auf die Branchen-Initiative www.Brennpunkt-Batterie.de.

Sprecher: Alle Vorschriften eingehalten

Was Überlegungen angeht, wie solchen Bränden künftig vorgebeugt werden kann, teilt Henning Krumrey mit, dass die Betriebe alle behördlichen Vorschriften einhalten würden. „Ein Papierballenlager ist kein typischer Brandherd, weil sich Papier nicht von allein entzündet.“ Auch die Witterung sei derzeit nicht brandfördernd.

Laut der Feuerwehr Waiblingen fallen Papierentsorger Alba sowie die dazugehörigen Tochterunternehmen unter keine besondere Risikobewertung. Überhaupt gebe es in Waiblingen aktuell keinen sogeannten „Störfall-Betrieb“, erklärt Pressesprecher Nick Bley im Gespräch mit unserer Redaktion. Alba halte die gesetzlichen Bestimungen ein.

In den vergangenen fünf Jahren gab es immer wieder einen Brand beim Papierentsorger Alba respektive einer Tochterfirma in Waiblingen. Nun brach am Mittwoch, 30. März, erneut ein Feuer aus. Ist der Abfallentsorger, der mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 und rund 8700 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen der Branche in Deutschland ist, besonders gefährdet?

Henning Krumrey, Leiter Unternehmenskommunikation & Politik, teilt dazu unserer Redaktion am

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