Waiblingen

Wiedereröffnung nach anderthalb Jahren

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Eine der zahlreichen Baustellen-Besichtigungen der vergangenen Tage. Gebaut wird noch an den Außenanlagen. © Kölbl / ZVW

Waiblingen. Nach einer anderthalb Jahre dauernden Sanierung mit langen Phasen des Stillstands an der Rundsporthalle kehren die Waiblinger Handballer zurück in ihr Wohnzimmer. Die „Tiger Girls“ und „Tiger Boys“ absolvieren am Samstag ihre ersten Spiele und freuen sich auf Handball-Gefühl vom Feinsten in einer modernen Arena.

Ende gut, alles gut? Mit zwei Siegen wäre es die vollkommene Handball-Party für Waiblingen. Am Mittwoch begannen sie mit dem Umzug aus der Staufer-Halle in die Rundsporthalle. Bandenwerbung und Cafeteria-Ausrüstung wurden in die modernisierte Halle verfrachtet, vier mobile Zusatztribünen mit rund 180 Sitzen werden dort für Samstag aufgebaut. „Wir freuen uns auf echtes Handball-Feeling“, sagt der Vorsitzende Rolf Klingler. Vom neuen, weicheren Hallenboden seien die Spieler begeistert. Originalton: „Perfekt.“

Monatelanges Gezerre mit der Glasbaufirma

Von außen sieht die Rundsporthalle nach wie vor aus wie eine einzige Baustelle, denn rings um das Gebäude läuft die Neugestaltung der Außenanlagen für die Gartenschau. „Beim Zugang müssen wir noch etwas improvisieren“, räumt Hochbauamtsleiter Michael Gunser ein. Innen aber erwarte die Besucher eine gefühlt neue Halle mit „Arena-Feeling“. Das fängt bei der direkten Zugangsmöglichkeit in den Innenraum an. Der abgenutzte Hallenboden, aus dessen Untergrund immer wieder Wasser in die Befestigungslöcher drang, wurde erneuert und abgedichtet. Wobei als „Synergieeffekt“ bei der Neugestaltung der Außenanlagen auch gleich die unteren Hallenwände von außen abgedichtet wurden. Und: Der neue Boden ist weicher als der alte – ein Trend im Hallenbau, sagt Gunser.

Zusätzlichen Schutz für Sportler bieten die neuen Prallschutzwände, die auch lärmdämmend wirken. Für eine deutlich bessere Akustik soll die neue Decke aus brandschutzgerechtem Material sorgen. Eben aus Gründen des Brandschutzes musste für einige Jahre auf die alte Decke verzichtet werden – mit einem erhöhten Lärmpegel als unangenehme Begleiterscheinung. Als Gewinn betrachtet der Hochbauamtsleiter zudem den neuen Gymnastikraum mit Blick auf den Innenraum. Die Anzeigetafel entspricht jetzt ebenso dem neuesten Stand wie die Toiletten.

OB Andreas Hesky: „Wenn die Tigers nicht gewinnen ...“

Die Arbeiten waren geprägt vom Zwist der Stadt mit einer Glasbaufirma aus Gundelfingen in Bayern. Schon früh gab es Streit um Baugerüste, dann um verpasste Termine für den Einbau der Glas-Elemente. Nach monatelangem Gezerre hatte die Stadt den Vertrag mit der Firma sogar aufgelöst, doch weil diese die Spezialanfertigungen schon auf Lager hatte, kam sie letztlich doch wieder zum Zug. Beim finalen Einbau unterliefen insofern Fehler, dass die Elemente falsch platziert wurden. Mit Unterstützung eines Statik-Experten mussten die Verbindungen aufwendig nachgebessert und verstärkt werden. Aus leidvoller Erfahrung beauftragte die Stadt damit eine andere Firma. „Eine unglaubliche Geschichte“, fasst Gunser seufzend zusammen.

Die Handballer richteten sich in der Zwischenzeit im Staufer-Schulzentrum ein – weitaus länger als gedacht. Seit Beginn des Monats Oktober findet der Schulsport nun wieder in der Rundsporthalle statt. Was jetzt noch zu tun ist, sind nur noch Kleinigkeiten, wie sie bei Projekten dieser Größenordnung immer vorkommen.

Die 4,3 Millionen Euro für die Sanierung sind nach Überzeugung von OB Andreas Hesky sinnvoll investiertes Geld. Zuschüsse in Höhe von insgesamt 600 000 Euro gab’s von Bund und Land. Mit viel Glas und guter Akustik verfüge die Stadt über eine „respektable Halle, die sich sehen lassen kann“, und die Sportvereine hätten nunmehr sehr gute Voraussetzungen. Der Rathauschef bringt’s auf den Punkt: „Wenn die Tigers nicht gewinnen, liegt es nicht an der Halle.“


Die Neueröffnung

Der Abschluss der Sanierung ist für die Stadt und die Vereine ein Grund zum Feiern. Die Wiedereröffnung der Rundsporthalle beginnt am Samstag, 20. Oktober, um 16.30 Uhr. An die Grußworte schließt sich ein Stehempfang an.

Das Handballspiel der Tiger Girls Waiblingen gegen DKK/MJC Trier beginnt um 18.15 Uhr. Zu einem weiteren Handballspiel treten die Tiger Boys Waiblingen um 20.15 Uhr gegen den SV Fellbach an.

Die feste Tribüne hat 483 Sitzplätze, dazu gibt es etwa 100 Stehplätze. Die VfL-Tigers halten auf mobilen Tribünen 180 Plätze bereit.