Waiblingen

Wo sich in Waiblingen ein Leinenzwang für Hunde anbahnt

Hundebadetag
Derzeit gibt es im Außenbereich auf der Gemarkung Waiblingen grundsätzlich keinen Leinenzwang für Hunde. © ZVW/Alexandra Palmizi

Bekommt Waiblingen im Außenbereich doch noch einen Leinenzwang für Hunde – zumindest in bestimmten Gebieten? 2021 ist ein dahingehender Antrag der FW/DFB-Fraktion noch gescheitert – doch nun bahnt sich im Namen des Rebhuhnschutzes eine Kehrtwende an. Vertreter verschiedener Fraktionen drängten in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Verwaltung (BSV) darauf, durch eine Leinenpflicht etwas für die Rebhühner auf dem Schmidener Feld zu tun – zumindest während der Brutzeit. Das Rebhuhn zählt in Deutschland immerhin zu den besonders geschützten Arten.

Hundehalter-Protest gegen Leinenzwang

Klar ist indes, dass solch eine Idee nicht ohne Protest von Hundebesitzern verwirklicht werden kann. Bereits 2021 überbrachte die Inhaberin eines Waiblinger Hundefachgeschäfts in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Verwaltung im November im Bürgerzentrum eine Unterschriftenliste, auf der damals 1064 Menschen gegen eine Leinenpflicht im Außenbereich unterschrieben haben. Auch erhielt unsere Redaktion Protestbriefe zu dem FW-DFB-Antrag, in einem war etwa von einer „Unverschämtheit“ die Rede. Damit die Leinenpflicht auf dem Schmidener Feld aber wirklich kommen könnte, muss die Stadt letztlich die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt mit ins Boot holen. Im Moment beabsichtigt der Landkreis nach Auskunft der Stadtverwaltung keine Anordnung einer Leinenpflicht.

Auch Lichtäcker wie von Landwirt Volker Escher helfen dem Rebhuhn

Klar ist natürlich auch, dass ein Leinenzwang für Hunde nur ein Baustein sein kann, um Rebhühner zu schützen. Genauso wichtig sind etwa Lichtäcker, die im Vergleich zu einem normalen Acker viel bessere Lebensbedingungen bieten. Hier ist der Abstand zwischen den vom Landwirt angepflanzten Reihen breiter, wodurch etwa Ackerwildkräuter besser gedeihen. Diese erhöhen das Insektenaufkommen – und das wiederum sorgt dafür, dass Rebhühner mehr Nahrung finden. Etienne Bürthel vom Büro Tier- und Landschaftsökologie Dr. Jürgen Deuschle aus Köngen warb in der Sitzung des Ausschusses dafür, solche Maßnahmen umzusetzen – und erhielt Unterstützung von Landwirt Volker Escher.

Der FW/DFB-Stadtrat aus Hegnach hat bereits einen Lichtacker angelegt und konnte nach eigenen Angaben den „gigantischen Erfolg“ selbst sehen. Wo er früher nie Rebhühner gesehen habe, lebten plötzlich welche – als „wenn einer mit großem Schild da gewesen wäre: Wohnung frei“. Einen weiteren Schritt zum besseren Schutz von Rebhühnern sieht Volker Escher darin, dass die Stadt Waiblingen beim Lenkungskreis Rebhuhn Schmidener Feld mitmacht. In diesem sind bereits unter anderem der Landkreis, die Stadt Fellbach, der Naturschutzbund (Nabu) und örtliche Landwirte wie eben Volker Escher aktiv. Der Erste Bürgermeister Ian Schölzel sagte daraufhin zu, dass Klaus Läpple, bei der Stadt Abteilungsleiter Klimaschutz und Umwelt, künftig an den Treffen des Lenkungskreises regelmäßig teilnehmen soll.

„Was in Fellbach möglich ist, müsste in Waiblingen auch möglich sein“

Dass eine Leinenpflicht für Hunde in bestimmten Gebieten durchaus rechtlich durchsetzbar ist, machte Fachmann Jürgen Deuschle vom gleichnamigen Büro für Tier- und Landschaftsökologie am Beispiel der Waiblinger Nachbarstadt Fellbach deutlich. Diese hat in manchen Außenbereichen nun eine zeitlich begrenzte Leinenpflicht. Diese Wildschutzzonen gelten dann während der Brutzeit, von April bis August. Das brachte CDU/FW-Stadtrat Hermann Schöllkopf dazu, das Gleiche auch zu versuchen. „Was in Fellbach möglich ist, müsste in Waiblingen auch möglich sein.“

Seine Fraktionskollegin Sabine Häfner regte dann noch an, wenigstens eine Empfehlung an Hundehalter zu formulieren, falls eine Leinenpflicht nicht möglich sein sollte. Auf eine Möglichkeit, die jetzt schon mit Blick auf den Schutz von Rebhühnern besteht, wies Stephanie Rauschenberger von der Abteilung Ordnungswesen hin. So kann ein einzelner Hund als gefährlich eingestuft werden, was dazu führt, dass er grundsätzlich an der Leine geführt werden muss. Sie machte auch noch mal klar, dass die Zuständigkeit beim Thema Leinenpflicht im Außenbereich allein bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt liegt. Der Erste Bürgermeister Ian Schölzel sagte indes den Stadträten zu, nun das Gespräch mit der Kreisbehörde zu suchen. „Wir nehmen den Ball gerne mal auf.“

Bekommt Waiblingen im Außenbereich doch noch einen Leinenzwang für Hunde – zumindest in bestimmten Gebieten? 2021 ist ein dahingehender Antrag der FW/DFB-Fraktion noch gescheitert – doch nun bahnt sich im Namen des Rebhuhnschutzes eine Kehrtwende an. Vertreter verschiedener Fraktionen drängten in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Verwaltung (BSV) darauf, durch eine Leinenpflicht etwas für die Rebhühner auf dem Schmidener Feld zu tun – zumindest während der

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