Waiblingen

Wohin mit der Katze im Urlaub?

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Waiblingen. Sommer, Sonne, Sonnenschein – Zeit für Urlaub mit der ganzen Familie. Doch nicht jeder verreist gerne: Anders als Hunde fahren die meisten Katzen nämlich gar nicht gerne mit in die Ferien. Wohin also mit den vierbeinigen Mitbewohnern? Die Katzenkoordinatorin des Tierschutzvereins Waiblingen Sybille Tögel gibt Tipps.

Katzen möchten zu Hause bleiben. Während Hunde sich am liebsten dort aufhalten, wo ihre Herrchen sind, bleiben die meisten Katzen lieber daheim, weiß die Katzenexpertin Sybille Tögel. Denn sie sind in der Regel sehr ortsgebunden und insbesondere Freigängern ist daran gelegen, ihr Revier zu verteidigen. Für diese bedeutet ein Ortswechsel vor allem dann viel Stress, wenn sie in ihrem Feriendomizil drinnen bleiben müssen. Auch eine lange Autofahrt oder gar ein Flug setzen die Tiere einer großen Belastung aus.

2 Katzen sind Gewohnheitstiere. Am besten ist es daher, einen Katzenliebhaber aus der Nachbarschaft, dem Bekannten- oder Verwandtenkreis zu bitten, die Samtpfoten in ihrer vertrauten Umgebung zu versorgen, rät Tögel. Im Idealfall kennen sich Katze und Katzensitter bereits vor dem Urlaub oder haben sich zumindest vorab schon mal ausgiebig beschnuppert. Auf jeden Fall sollte der Urlaubsbetreuer sich ausreichend Zeit für Ihre Miezen nehmen und möglichst deren gewohnten Tagesrhythmus beibehalten. Er sollte also nicht nur schnell Futter und Wasser bereitstellen, die Katzentoilette säubern und Ihre vierbeinigen Mitbewohner ansonsten sich selbst überlassen – auch Streicheleinheiten oder Spielen gehört dazu. Zwei bis drei Besuche täglich sind angebracht. „Zum Beispiel kann der Betreuer ja abends bei Ihnen fernsehen und dabei die Katze beschäftigen“, schlägt Tögel vor. Und: Dürfen Ihre vierbeinigen Mitbewohner durch eine Katzenklappe jederzeit raus und rein spazieren, sollte dies auch während Ihrer Abwesenheit so sein.

3 Katzen mögen Katzenfreunde. Falls es in Ihrem näheren Umfeld niemanden gibt, der sich im Urlaub um Ihre Katzen kümmern kann, so gibt es Vereine, die dies übernehmen. Meist basieren sie auf Gegenseitigkeit: Ein Vereinsmitglied betreut kostenlos die Samtpfoten eines anderen und derjenige revanchiert sich in den nächsten Ferien dafür. In Waiblingen gibt es beispielsweise den Freundeskreis Katze und Mensch. Da sich in solchen Vereinen zumeist echte Katzenfreunde tummeln, sei man mit so einer Lösung auf der sicheren Seite, meint die Tierschützerin Tögel. Doch auch hier gelte: Ein gegenseitiges Kennenlernen vorab ist unumgänglich.

4 Katzen möchten sicher sein. Eine weitere Möglichkeit ist es, online nach Ferienbetreuern zu suchen. Dort gibt es viele Angebote, vom großen Betreuungsportal bis hin zu privaten Kleinanzeigen. „Hier wäre ich grundsätzlich erst mal vorsichtig“, sagt Tögel aber. Wenn es sich nicht vermeiden lasse, etwa kurz nach einem Umzug in eine unbekannte Gegend oder dergleichen, seien seriöse Angebote zu bevorzugen. Und auch hier gelte: unbedingt den Katzensitter vorher persönlich kennenlernen. „Man will ja schließlich nicht jeden in die eigene Wohnung lassen, ganz zu schweigen, ihm die vierbeinigen Lieblinge anvertrauen“, betont Tögel.

5 Katzen brauchen Privatsphäre. Falls Sie Ihre Katze doch mal in eine Pension geben müssen, sollten Sie sich die Örtlichkeiten vorher genau ansehen, empfiehlt die Expertin. Wichtig sei beispielsweise, dass die Vierbeiner genügend Rückzugsmöglichkeiten hätten. „Die meisten Katzen sind ungern mit anderen, fremden Katzen auf engem Raum zusammen“, sagt Tögel. Manche hätten vielleicht sogar gern ein Zimmer für sich. Dies hänge vom jeweiligen Charakter ab: Katzen sind Individualisten und obendrein sehr sensibel – das sollte bei der Entscheidung für oder gegen eine Katzenpension berücksichtigt werden. Ohnehin komme diese Lösung wohl nur für reine Wohnungskatzen infrage.

Katzen sind Divas. Schreiben Sie Ihrem Tiersitter daher eine Checkliste. Darauf sollten Informationen zu den Futtergewohnheiten Ihrer Samtpfote stehen. Außerdem sollten Sie einen ausreichend großen Vorrat des Lieblingsfutters anlegen – denn welche Katze mag an dieser Stelle schon Experimente? Wichtig ist es auch, genügend Katzentoiletten aufzustellen, damit nichts danebengeht. Katzen sind sehr saubere Tiere. Ebenso auf die Checkliste gehören die Kontaktdaten des Tierarztes sowie eventuelle Krankheiten oder Besonderheiten, die der Betreuer beachten soll. Legen Sie zudem den Impfausweis inklusive Chipnummer bereit, damit im Fall der Fälle alle relevanten Informationen gleich zur Hand sind. Zu guter Letzt: Auch wenn sie hoffentlich nicht benötigt wird, hinterlassen Sie Ihrer Urlaubsvertretung unbedingt auch eine Telefonnummer, unter der Sie im Notfall zu erreichen sind.

7 Katzenbesitzer werden will geplant sein. „Schon vor der Anschaffung einer Katze sollte ich mir überlegen, was damit alles auf mich zukommt und zum Beispiel auch, was mit dem Tier im Urlaub geschehen soll“, betont Tögel. Außerdem sollten Urlaubsreisen frühzeitig geplant und eine passende Betreuung organisiert werden. Dies vermeidet Stress – sowohl für das Haustier als auch für den Besitzer.