Waiblingen

Wohnen, Verkehr, Einkaufen und Freizeit: Hegnach im Ortschaftscheck

Hegnachcheck
Ortsvorsteher Markus Motschenbacher am neu gestalteten Rathausplatz. © Gaby Schneider

„Mit Verkehr kennen wir uns aus in Hegnach“, sagt Ortsvorsteher Markus Motschenbacher. Die Neckarstraße mit zwischen 16 000 und 19 000 Fahrzeugen am Tag und einem hohen Anteil an Lkw hat unter Autofahrern in der Region Stuttgart einen hohen Bekanntheitsgrad. Aber der Ort habe viel mehr zu bieten: „Das erfährt, wer von der Neckarstraße abbiegt.“ Wie lebt, wohnt und arbeitet es sich zwischen Hartwald und Rems? Das zeigt unser Ortschaftscheck Hegnach.

  • Verkehr: Eine aufwendige Umgestaltung der Neckarstraße hatte das Ziel, den „Durchschusscharakter“ zu verringern. Klar war von Anfang an: Die Verkehrsmenge bleibt mehr oder weniger erhalten. Durch die Umgestaltung sollte den Autofahrern mit Verschwenkungen, Grün und breiteren Gehwegen schon durchs Straßenbild verdeutlicht werden, dass sie sich innerorts bewegen – und nicht außerhalb auf einer Bundesstraße. Die Baumaßnahme erfolgte gesplittet 2016, 2017 und 2019. Blitzersäulen überwachen die Einhaltung von Tempo 30. Wütend macht manche Autofahrer der Blitzer am Ortsausgang in Richtung Remseck. Damit hat das Dauerbrenner-Thema Neckarstraße einen Stand erreicht, mit dem es vorerst nicht mehr auf der politischen Agenda steht. Wie fast überall in der Region Stuttgart herrscht ein gewisser Parkdruck in den Wohngebieten um die Hohenackerstraße. Wer nach Hohenacker fährt, muss immer wieder Lücken suchen, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Andererseits: „Würde man die Durchfahrt dort erleichtern, zöge man auch Verkehr an“, meint der Ortsvorsteher. Der Status quo erscheint als erträglicher Kompromiss. Der Schnellbus zwischen Waiblingen und Ludwigsburg hält in Hegnach. Der Takt des Busverkehrs in Richtung Bahnhof Waiblingen ist vor zwei Jahren verbessert worden. Das Radwegekonzept, das die Stadt aktuell erarbeitet, soll auch in Hegnach Verbesserungen bringen.
  • Wohnen: Ein größeres Neubaugebiet hat Hegnach derzeit nicht. Am „Neckarremser Weg“ sollte eigentlich eines entstehen, scheiterte aber, weil nicht alle Grundstücksbesitzer zum Verkauf bereit waren. Gespräche mit Eigentümern an anderer Stelle führt der Ortsvorsteher, um zumindest ein kleines Baugebiet vorzubereiten. „Daran arbeite ich intensiv.“ Der Bedarf sei zweifellos vorhanden – und es schmerzt, wenn Bauwillige beziehungsweise Wohnungssuchende nichts finden. Wohnungsbau in Hegnach findet derzeit oft im privaten Bereich in Baulücken statt. Etwa, indem alte Gebäude, die auf größeren Grundstücken stehen, abgerissen und durch Reihenhäuser ersetzt werden. Stichwort Nachverdichtung. Gleichzeitig findet mach Motschenbachers Beobachtung ein Generationswechsel statt: Junge Familien ziehen etwa in der Oberen Steigstraße ein.
  • Arbeiten: Arbeitsplätze wurden in den letzten Jahren geschaffen: Ende 2020 wurde im Gebiet Oeffinger Weg III das letzte freie Gewerbegrundstück verkauft, das zeitnah bebaut werden soll. Die Hegnacher Firma DTS Dreier Telekommunikationsservice will sich vergrößern – „da sind wir natürlich happy“. Im Gewerbegebiet Gottlieb-Daimler-Straße baut derzeit die Firma Elektro Renz, ebenso der örtliche Sanitär- und Heizungsbetrieb Walter Rommel. „Wir haben tolle Betriebe, viele Mittelständler und Handwerker – darauf kann man stolz sein.“
  • Einkaufen: Der von Sebastian Aupperle geführte Rewe-Markt ist aus Hegnach nicht mehr wegzudenken und wird von den Bewohnern geschätzt. Der Ortskern ist aus Motschenbachers Sicht mit Apotheke, Hausarztpraxis mit zwei Ärzten, Zahnarzt, Bäckerei und Café sowie Holzwerkstatt und anderen Geschäften intakt. Die Vinothek freilich ist weg – in den Räumen eröffnet jetzt eine neue Kneipe. 2019 wurde das „Herzstück“ beim Hotel Lamm eröffnet – mit Schnitzel, Maultaschen und Kuchen eine Bereicherung für die Gastronomie. Besonderheit ist der Scheunenladen mit Café und pfiffigen Geschenken. Die Umgestaltung des Rathausplatzes habe zu einer ansprechenden Ortsmitte beigetragen. Familien zum Beispiel können beim „Raffaele“ Eis holen, und die Kinder toben dann am Brunnen.
  • Freizeitwert: Ungewöhnlich für einen 5000-Einwohner-Ort, Hegnach hat ein Hallenbad. Außerdem Spielplätze - seit Herbst 2019 auch neu am Oßweiler Weg – Bolzplätze und die Sportplätze bei der (durchaus in die Jahre gekommenen) Hartwaldhalle, Spazierwege im Hartwald und hinunter an die Rems und ins Naturschutzgebiet. Dazu kommen ein reges Vereinsleben und die Reihe „Musik in Hegnach“, die am 11. September in der Nikolauskirche eine coronakonforme Fortsetzung findet. Die Calisthenics-Anlage bei der Hartwaldhalle als eine Art kleines Fitnessstudio im Freien soll 2022 oder 2023 erweitert werden.

„Mit Verkehr kennen wir uns aus in Hegnach“, sagt Ortsvorsteher Markus Motschenbacher. Die Neckarstraße mit zwischen 16 000 und 19 000 Fahrzeugen am Tag und einem hohen Anteil an Lkw hat unter Autofahrern in der Region Stuttgart einen hohen Bekanntheitsgrad. Aber der Ort habe viel mehr zu bieten: „Das erfährt, wer von der Neckarstraße abbiegt.“ Wie lebt, wohnt und arbeitet es sich zwischen Hartwald und Rems? Das zeigt unser Ortschaftscheck Hegnach.

Verkehr: Eine aufwendige Umgestaltung
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