Waiblingen

Wohnungen statt Kreissozialamt

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Statt eines Kreissozialamtes sollen nun auf dem bisher dafür frei gehaltenen Grundstück entlang der Winnender Straße 70 bis 80 Wohnungen gebaut werden. © ZVW

Waiblingen. Das Wohnen auf dem Krankenhausareal rückt näher. Und es werden mehr Wohnungen als gedacht. Nach der Entscheidung des Kreistags, auf dem Areal kein Kreissozialamt zu bauen, sollen auf dem bisher dafür frei gehaltenen Grundstück entlang der Winnender Straße 70 bis 80 Wohnungen gebaut werden. Die Stadt erhält für 40 Wohnungen Belegungsrechte über 30 Jahre. Auch das Justizzentrum rückt näher.

Sehr zufrieden hat der Planungsausschuss die neuen Pläne zur Kenntnis genommen. Wohnungen sind knapp in Waiblingen, und noch knapper sind günstige Mietwohnungen. Die 40 von der Stadt zu vergebenen Wohnungen entsprechen einem Anteil von etwa 20 Prozent der Wohnungen, die auf dem gesamten Areal möglich sind.

Die übrigen Wohnungen, die die Kreisbau erstellen wird, werden Stand jetzt Eigentumswohnungen. Geprüft wird derzeit, ob auch der Kindergarten gebaut werden soll, der in den vergangenen Jahren immer wieder im Gespräch war. Die Häuser an der Winnender Straße bekommen drei Etagen und ein zurückgesetztes viertes Dachgeschoss. Die dahinterliegenden Gebäude werden drei Etagen hoch. Wegen des starken Verkehrslärms der Winnender Straße werden Schallschutzfenster notwendig.

Drei Büros im Wettbewerb

„Es handelt sich um eine sehr prominente Stelle“, sagte Patrik Henschel, Fachbereichsleiter Stadtplanung in Waiblingen. Die gewünschte städtebauliche Qualität soll ein Architekten-Wettbewerb bringen. Eingeladen wurden die Büros Steinhoff / Haehnel, Ackermann und Raff sowie Bloss / Keinath. Erfahrung mit dem Areal haben alle drei Büros: Die Winterbacher Bloss und Keinath hatten den Rahmenplan für den ersten Wettbewerb für das Areal entworfen, die beiden anderen Büros waren als Sieger daraus hervorgegangen.

Den erneuten Wettbewerb, aber auch die hohe Zahl der Mietwohnungen begrüßte Sabine Wörner (SPD): Dies könnte ein Beispiel für andere Bauträger werden. ALi-Chef Alfonso Fazio war es besonders wichtig, dass der Kindergarten gebaut wird: Wenn schon die Stadt 40 Wohnungen bekomme, könne man sich ausrechnen, wie groß der Bedarf sein wird. Nach Angaben von Baubürgermeisterin Birgit Priebe ist ein dreigruppiger Kindergarten Teil der Planung. Wegen der Anfahrbarkeit soll die Einrichtung im vorderen Bereich des Baufensters platziert werden.

Eine Kita ist auch der CDU besonders wichtig: „Wir begrüßen die Möglichkeit, einen Kindergarten unterzubringen“, sagte Siegfried Kasper. Ob eine dreigruppige Kita ausreichen wird, wie Sabine Wörner wissen wollte, soll der Kindergartenbedarfsplan zeigen, der im März vorgelegt wird. „Dann haben wir Klarheit“, sagte die Baubürgermeisterin. Für das Planungsverfahren spiele die Größe im Moment keine Rolle, da ein großzügiges Baufenster für die Einrichtung festgelegt werden soll.

Mit dem Bau des Justizzentrums soll bald begonnen werden

Näher gerückt ist zwischenzeitlich auch das allseits erwünschte Justizzentrum. Wie berichtet, sollen die derzeit in der Stadt verteilten Amtsgerichts-Ableger unter einem Dach untergebracht werden und neben dem Grundbuchamt das Areal beleben. So war’s von Anfang an geplant, doch dann hatte das Finanzministerium einen Rückzieher gemacht. Ein großes Amtsgericht für Waiblingen war in weite Ferne gerückt. Frühestens 2018/2019 konnte man sich in Stuttgart noch vorstellen, in Waiblingen ein Justizzentrum zu bauen, und auch das erschien keineswegs sicher. Sparen war angesagt, nachdem zur Justizreform auch noch die teure Polizeireform gekommen war.

Jetzt sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky: „Die Pläne sind sehr konkret. Kreis, Stadt und Land sind im Gespräch.“ Gebaut werden soll das Amtsgericht „kompakt“ auf dem bestehenden Parkhaus. Er gehe davon aus, dass mit dem Bau in absehbarer Zeit begonnen wird. Für die Stadt wäre angesichts der Wohnungsplanungen auf dem Krankenhausareal jetzt auch der ideale Zeitpunkt fürs Justizzentrum gekommen. „Das würde auch Bewegung für die Stadt bringen“, freut sich Oberbürgermeister Hesky auf eine „sinnvolle Behördennutzung auf dem Klinikareal“ und die daraus folgende „Aufwertung der oberen Bahnhofstraße“.

Auch Platz fürs Polizeipräsidium

  • Die Chronik: Neun Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Investoren hatten bei einem Wettbewerb für das Wohngebiet auf dem Krankenhausareal ihre Arbeiten eingereicht. Sieger waren die Entwürfe von Steinhoff / Haehnel sowie Ackermann und Raff. Für den Wettstreit war das 16 000 Quadratmeter große Gebiet in vier Baugrundstücke mit Platz für bis zu 130 Wohnungen und Reihenhäuser aufgeteilt worden.
  • Ein fünftes Grundstück war für den Bau des Kreissozialdezernats frei gehalten worden. Dieses steht nach der Entscheidung des Kreisrats nun auch für den Wohnungsbau zur Verfügung.
  • Im Zuge der Diskussion um die Neuordnung der Polizeipräsidien ist das Klinikareal auch für den Bau eines Polizeigebäudes in den Fokus gerückt. Platz wäre dafür vorhanden, da das Justizzentrum kompakt auf dem Parkhaus gebaut werden soll, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky auf Anfrage. Idealer fände er aber einen Standort neben der bestehenden Polizeidirektion am Alten Postplatz. Gebaut werden könnte dort auf dem Parkhaus des Landratsamtes, meint Hesky. Schon früher habe es Überlegungen gegeben, an dieser Stelle ein Bürogebäude zu bauen.