Weinstadt

Ärger über Feuerwerk bei Gourmet Berner

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Den Weinstädter Chariton Athanasiadis hat das jüngste Feuerwerk beim Glühweinfest von Gourmet Berner sehr gestört. © ZVW/Alexandra Palmizi

Weinstadt.
„Ich finde das unmöglich“: Chariton Athanasiadis kann nicht verstehen, warum Gourmet Berner am Samstagabend mitten in Weinstadt ein großes Feuerwerk veranstalten darf. Der Weinstädter hat die Knallerei am 16. November laut eigenem Bekunden sogar bei geschlossenem Fenster gehört. Von einem Bekannten aus Korb habe er erfahren, dass es auch im Nachbarort laut gewesen sei. „Sein Hund hat angefangen zu spinnen, weil das Rumgeballer für ihn unangenehm ist.“ Chariton Athanasiadis fragt sich, warum es nicht reicht, dass einmal im Jahr an Silvester Raketen in den Himmel gejagt werden. Unsere Zeitung hat deshalb mit der Stadt Weinstadt und dem Geschäftsführer von Gourmet Berner gesprochen. Wir wollten wissen, was in Weinstadt erlaubt ist – und ob das Unternehmen nicht auch künftig auf Feuerwerke verzichten könnte.

Nur mit Pyrotechniker

Zunächst mal überraschend für den Laien ist die Antwort auf die Frage, wie viele Genehmigungen es für Feuerwerke von der Stadt eigentlich im Jahr gibt. Die Antwort lässt aufhorchen: Die Stadt Weinstadt genehmigt keine Feuerwerke. Sobald ein Pyrotechniker zuständig ist, bedarf es laut Pressesprecher Holger Niederberger keiner Genehmigung. „Diese müssen das Feuerwerk lediglich bei der Stadtverwaltung anzeigen.“ Grundlage hierfür ist das Sprengstoffgesetz, das laut Niederberger Inhabern einer Erlaubnis oder eines Befähigungsscheines erlaubt, sogenannte pyrotechnische Gegenstände der Kategorie zwei auch in der Zeit vom 2. Januar bis 30. Dezember zu verwenden. Diese Gesetzesgrundlage macht die Berufsausübung eines Pyrotechnikers erst möglich. „Feuerwerke, die von Privatpersonen beantragt werden, werden in Weinstadt nicht genehmigt.“

Wer ein Feuerwerk veranstaltet, muss wieder alles sauber machen

Mit der Anzeige eines Feuerwerks muss der Pyrotechniker die oben genannten Erlaubnisnachweise der Stadt vorlegen. Ebenso wird das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises, in dem Fall das Amt für Umweltschutz (Fachbereich Gewerbeaufsicht und Immissionsschutz), angehört. In ganz Weinstadt wurden laut Niederberger im Jahr 2019 insgesamt nur vier Feuerwerke angezeigt. Einmal bei der Leuchtenden Weinberg (Samstag, 27. Juli, fiel wegen des Unwetters bekanntlich aus), bei einer Hochzeit im Sommer in räumlicher Nähe zu Gourmet Berner (Veranstalter war aber nicht Gourmet Berner) und beim Glühweinfest von Gourmet Berner (Samstag, 16. November). Beschwerden über Feuerwerke gibt es nach Angaben der Stadt äußerst selten. Der Veranstalter eines Feuerwerks ist nach Niederbergers Angaben auch dafür verantwortlich, dass der Abbrennplatz wieder sauber verlassen wird.

Johannes Berner, Geschäftsführer von Gourmet Berner, zeigt sich auf Nachfrage verwundert über die Kritik. Zum fünften Mal in fünf Jahren habe das Feuerwerk stattgefunden, immer Mitte November – und alles bislang ohne eine Beschwerde bei der Presse. Gedauert habe es diesmal sechs Minuten. Begonnen habe es allerdings nicht wie in den Vorjahren um 21 Uhr, sondern erst um 21.30 Uhr. Grund sei gewesen, dass er Rücksicht auf die Mitarbeiter des benachbarten Edekas nehmen musste: Diese sollten nach Geschäftsschluss genug Zeit haben, um vor der nötigen Sperrung wegen des Feuerwerks nach Hause fahren zu können. Den Parkplatz des Edekas hat Johannes Berner von der Familie Mayer gemietet, damit die Gäste des zweitägigen Glühweinfestes auch genug Stellplätze hatten. „An beiden Tagen waren gut 2000 Leute da.“

Der Container zum Abbrennen des Feuerwerks ist laut Johannes Berner in der Zufahrt der Waschanlage „Imo Car Wash“ aufgestellt worden. Wie in den Vorjahren, sagt der Geschäftsführer, habe er jedem Autobesitzer, dessen Fahrzeug durchs Feuerwerk mit Staub bedeckt wurde, eine Autowäsche bezahlt. Er habe zudem am Tag danach alle Parkplätze abgefahren und gesäubert. Auch, sagt der Unternehmer, habe er alle Nachbarn gefragt, ob sie mit der Reinigung zufrieden seien.

Geschäftsführer gibt sich gesprächsbereit

Was die Zukunft des Feuerwerks bei Gourmet Berner angeht, zeigt sich der Geschäftsführer offen. „Dann machen wir halt eine Lasershow mit Musikuntermalung.“ Für das Glühweinfest im November 2020 habe er auch nicht festgelegt, was er dort den Gästen bieten wolle. Und allein fürs Feuerwerk habe er diesmal wieder 10 000 Euro ausgegeben. „Die schwarze Null ist das Ziel bei diesem Fest.“

Das Letzte, was Johannes Berner laut eigener Aussage will, ist Ärger. Er verweist darauf, dass er neben seinem Restaurant, dem Einzelhandel und den Eventräumen in der Bruckwiesenstraße noch den Hauptsitz seines Großhandels in der Boschstraße hat und 60 Mitarbeiter am Standort Weinstadt beschäftigt. Bei künftigen Beschwerden wünscht sich der Unternehmer, dass die Leute direkt mit ihm Kontakt aufnehmen. Er sei bereit, sich in Form eines Präsents erkenntlich zu zeigen und für etwaige Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Klar ist Johannes Berner aber auch eines: „Sie können es nicht allen recht machen.“

Weinstadt.
„Ich finde das unmöglich“: Chariton Athanasiadis kann nicht verstehen, warum Gourmet Berner am Samstagabend mitten in Weinstadt ein großes Feuerwerk veranstalten darf. Der Weinstädter hat die Knallerei am 16. November laut eigenem Bekunden sogar bei geschlossenem Fenster gehört. Von einem Bekannten aus Korb habe er erfahren, dass es auch im Nachbarort laut gewesen sei. „Sein Hund hat angefangen zu spinnen, weil das Rumgeballer für ihn

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