Weinstadt

Alleinerziehende Mutter braucht Hilfe

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Zu Maximilian Mösls Lieblingsplätzen gehört die Hängematte im Wohnzimmer. „Das entspannt ihn“, sagt seine Schwester Lena Mösl. Sie und ihre Mutter Regine Mösl hoffen nun, dass auch die Autofahrten bald für alle weniger anstrengend ablaufen – durch einen rollstuhlgerechten Wagen. © Steinemann / ZVW

Weinstadt-Beutelsbach. Liebend gern würde Regine Mösl mit ihrem Sohn Maximilian mehr Ausflüge machen – doch jede Autofahrt ist derzeit der reinste Stress. Grund: Die alleinerziehende Mutter kann sich für ihren schwerst mehrfach behinderten Sohn kein rollstuhlgerechtes Auto leisten. Ihre große Hoffnung ist nun ein Spendenaufruf des Vereins Sternentraum.

Ohne fremde Hilfe kann Maximilian Mösl nichts tun. Er kann nicht alleine essen, nicht alleine trinken, nicht alleine etwas greifen geschweige denn sprechen. Der 17-Jährige leidet an Epilepsie, einer Sehstörung und an einer schweren Spastik, das heißt, seine Skelettmuskulatur hat eine erhöhte Eigenspannung: Sein Körper ist entweder völlig schlaff oder er versteift stark. „Er kam zu früh auf die Welt, durch eine Komplikation während der Schwangerschaft“, sagt seine Mutter Regine Mösl. Bei der Geburt erlitt Maximilian einem Sauerstoffmangel, wodurch sein Gehirn schwer geschädigt wurde. Trotzdem versucht Regine Mösl, ihren Sohn so gut wie möglich zu fördern. Ihm Dinge zu ermöglichen, die ihm guttun – wie der Besuch im Thermalbad oder Ausflüge. Früher, als Maximilian noch klein war, konnte die zierliche Beutelsbacherin ihren Sohn noch gut tragen. Inzwischen wiegt er mehr als 30 Kilo, was gerade Autofahrten zur Herausforderung macht. Zwar gibt es längst rollstuhlgerechte Wagen – doch die konnte sich Regine Mösl bislang nicht leisten. „Ich würde gerne mehr Ausflüge mit ihm machen. Er hat genauso das Recht auf Teilhabe.“

Derzeit sind Autofahrten ein großer Kraftakt

Die große Hoffnung der alleinerziehenden Beutelsbacherin ist derzeit der Verein Sternentraum. Der hat kürzlich einen Spendenaufruf für die Mutter gestartet, zuvor hatte Regine Mösl bereits im sozialen Netzwerk Facebook auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Natürlich hat sie auch längst einen Antrag ans Landratsamt gestellt, denn das kann einen einkommensabhängigen Zuschuss gewähren. „Der Antrag läuft. Ob ich ihn kriege? Keine Ahnung“, sagt Regine Mösl. Eine Garantie gibt es eben nicht. Und selbst wenn der Zuschuss gezahlt wird, reicht er bei weitem nicht aus, um die Kosten für ein rollstuhlgerechtes Auto abzudecken.

Dabei wäre das eine enorme Erleichterung für Mutter und Sohn. Regine Mösl müsste ihren Sohn nicht ständig aus dem Rollstuhl heben, was sie körperlich eh nur mit viel Kraftaufwand schafft. „Ich könnte ihn komplett ins Auto reinfahren.“ Möglich wäre das über eine Rampe, drinnen wird dann der Rollstuhl angeschnallt – und schon kann die Reise losgehen.

Das rollstuhlgerechte Auto hätte auch den Riesenvorteil, dass Regine Mösl bei einem Ausflug ihren Sohn zum Beispiel unterwegs wickeln kann. Denn darauf ist der schwerst mehrfach behinderte 17-Jährige angewiesen. „Ich kann ihn doch nicht auf eine Wiese legen“, sagt Regine Mösl. Ihr jetziges Auto ist einfach viel zu klein. Wenn sie die Sitzreihe umklappt, um eine Liegefläche zu schaffen, ist das ebenfalls keine Lösung – schließlich ist der Kofferraum voller Material, das Maximilian Mösl braucht. Dort lagern etwa Orthesen, Windeln, eine Ernährungspumpe, ein Korsett und Lagerungssysteme, die bei Aufenthalten in der Kurzzeitpflege oder im Krankenhaus gebraucht werden. 2015 hatte Maximilian Mösl seine letzte schwere OP, betroffen war die Hüfte. „Da hat er jetzt noch Drähte drin“, sagt Regine Mösl.

Doch trotz aller Probleme: Es gibt sie auch, diese Augenblicke des Glücks im Alltag, Momente der kleinen Freuden. „Er kann schön lachen“, sagt Maximilians ältere Schwester Lena Mösl (24) und guckt ihren Bruder dabei liebevoll an. Es gibt eben solche und solche Tage. Wenn Maximilian einen Anfall hat, kann ihn der Busfahrer, der ihn werktags in seine Schule bei der Stuttgarter Nikolauspflege bringt, nicht mitnehmen. Dann muss ihn Regine Mösl selbst abholen, ihn wieder beruhigen. Und nach so einer halben Stunde geht es ihm dann meist wieder gut.

Ob die Spendenaktion etwas bringt, weiß Regine Mösl nicht. Aber sie will es wenigstens versuchen. Und so vertraut sie auf die Solidarität ihrer Mitmenschen, vor allem in Weinstadt, wo sie immerhin seit 25 Jahren wohnt, und auch in Schorndorf, wo sie aufgewachsen ist. „Ich hoffe, dass es Leute gibt, die etwas geben möchten.“

Hilfe für Regine & Maximilian

Wer Regine Mösl dabei helfen will, dass sie für ihren Sohn Maximilian das rollstuhlgerechte Auto kaufen kann, spendet einfach an den Backnanger Verein Sternentraum 2000. Dieser erfüllt seit Jahren Herzenswünsche von kranken und behinderten Kindern im Rems-Murr-Kreis und der Region. „Die können auch Spendenbescheinigungen ausstellen“, betont Regine Mösl. Hätte sie privat gesammelt, wäre das nicht möglich.

Regine Mösl hofft natürlich, dass genug Geld für den Wagen zusammenkommt. „Ein neues Auto kostet ungefähr 24 000 Euro. Plus Umbau sind es 30 000 Euro.“ Für einen kleinen Teil der Gesamtkosten kann die alleinerziehende Mutter aus Beutelsbach eventuell einen staatlichen Zuschuss erhalten, aber das ist längst nicht sicher. Sollte es mit dem Spendengeld nicht reichen, dann erhalten alle bisherigen Spender ihre eingezahlte Summe wieder zurück. „Das hat Sternentraum zugesichert.“

Spendenkonto bei der Volksbank Backnang eG: Sternentraum 2000 e.V., IBAN DE70 6029 1120 0023 0000 31, Verwendungszweck: Ein Auto für Maxi