Weinstadt

Aufregung um braune Felder auf dem Schönbühl

5be3dfdb-00e0-4359-828b-770af9dbb7cd.jpg_0
Bauerles Felder auf dem Schönbühl. © Susanna Böck

Weinstadt. Stücklesbesitzer auf dem Schönbühl werfen dem Landwirt Klaus Bauerle vor, seine Felder totgespritzt zu haben. In einer lokalen Facebookgruppe herrscht deshalb Aufregung. Bauerle wehrt sich nun – und erklärt, wie sein Erdbeeranbau funktioniert.

„Wir bauen nicht bio an, wir sind konventionelle Landwirte“: Der Fellbacher Klaus Bauerle tut erst gar nicht so, als ob er auf seinen künftigen Erdbeerfeldern auf dem Schönbühl nicht gespritzt hätte. Er wandelt gerade verwilderte Wiesen zu Erdbeerfeldern um – und dafür, sagt der Landwirt, habe er viel Unkraut vernichten müssen. Dies nur abzufräsen, sei zu wenig, da es sonst mitten im Erdbeerfeld nachwachse – mit der Folge, dass er dann erst recht spritzen müsse. So kam es laut Bauerle also zu den braunen Feldern, die bei Stücklesbesitzern und im Internet für Aufregung sorgen.

Spezielle Bienenweide geplant

Bauerle arbeitet auf dem Schönbühl mit Erdbeerfrigopflanzen, die von März bis September angepflanzt werden können. Sie werden dafür zwischen November und Februar gerodet und tiefgefroren gelagert. Das hat für Bauerle laut eigenen Angaben auch den Vorteil, dass er weniger bewässern muss – denn die tiefgefrorenen Pflanzen haben schließlich weniger Blätter. Der Fellbacher fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, er verweist auf seine langjährige Erfahrung und die Arbeitsplätze in seinem Betrieb. Darüber hinaus beklagt er sich, dass der Zaun, den er zum Schutz seiner Erdbeeren vor Rehen errichtet hat, immer wieder von Unbekannten beschädigt werde. Bauerle versteht das nicht, schließlich müsse er sich doch um seine Pflanzen kümmern. „Wir können nicht Erdbeeren für die Rehe anpflanzen.“ Dass ihm die Umwelt nicht egal ist, sieht der Fellbacher dadurch belegt, dass er im Einvernehmen mit Schönbühl-Eigentümer Thomas Barth noch in diesem Sommer eine Bienenweide anlegen will – und zwar neben Spargel- und Erdbeerfeldern.

Landratsamt geht der Sache nach

„Wir gehen der Sache jetzt nach“, sagt Leonie Ries von der Pressestelle des Landratsamts. Es komme immer wieder vor, dass Bürger sich beim Landwirtschaftsamt über Landwirte beschweren. „Meistens kommt dabei nichts raus.“ Unabhängig davon mache das Amt selbst regelmäßig unangekündigte Kontrollen, in der Vegetationszeit sogar wöchentlich. Hier wird laut Leonie Ries überprüft, ob der Landwirt zugelassene Spritzmittel verwendet hat und ob die getroffenen Maßnahmen notwendig waren. Es werden dabei nach ihren Angaben auch Proben der Spritzmittel genommen – und bei Verdacht zusätzlich Bodenproben. Zudem muss der Landwirt gegenüber den Behörden einen Sachkundenachweis erbringen, das heißt belegen, dass er sich in Sachen Spritzmitteln fortgebildet hat.