Weinstadt

Brücke und Ortsdurchfahrt: Das kleine Baach wird im Sommer 2021 zur Baustelle

BaachEnge
Die Ortsdurchfahrt von Baach soll neu gestaltet werden. Lange umstritten war die geplante Sanierung der historischen Brücke. © Gaby Schneider

Im Sommer wird die historische Brücke am Ortseingang von Baach saniert. Die kleine Ortschaft dürfte für die Zeit der Bauarbeiten weitgehend autofrei werden. Die vorübergehend gesperrte Brücke ist schließlich der einzige öffentliche Zugang aus Richtung des Remstals. Jetzt steht fest, wie die Baacher in der zweiten Jahreshälfte trotzdem zur Arbeit kommen – und was die Stadt Weinstadt für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt später im Jahr konkret plant.

Die Baacher sind wie kaum jemand in Weinstadt auf ihr Auto angewiesen

Baach gehört zum Stadtteil Schnait und besteht aus rund zwei Dutzend Gebäuden. Entsprechend gering ist die Anzahl der Einwohner. Wer dort lebt, im hintersten Winkel von Weinstadt, der ist auf das Auto angewiesen – und auf die historische Brücke über den Schweizerbach. Wenn diese Brücke beziehungsweise die Ortsdurchfahrt dahinter im kommenden Sommer gesperrt wird, müssen die Baacher ihre Autos eine Zeit lang außerhalb der Ortschaft abstellen.

Am Ortseingang soll nach Angaben der Stadt Weinstadt ein Parkplatz für etwa 14 Fahrzeuge auf einem Grundstück der Stadtwerke eingerichtet werden. Das Landratsamt legt zudem einen Fußgängersteg über den Schweizerbach an. „Somit können die Bewohner aus Baach ohne Umweg über Baltmannsweiler Richtung Beutelsbach/B 29 fahren“, heißt es in einer aktuellen Vorlage der Stadt.

Die Feuerwehr kommt für die Zeit der Sperrung aus Baltmannsweiler

Darin wird auch erklärt, wie die Sicherheit der Baacher für die Zeit der Vollsperrung gewährleistet werden soll: „Die Rettung und Feuerwehr wurden abgestimmt. Hier erfolgt bei der Sanierung der Brücke eine Unterstützung aus Baltmannsweiler und dem Kreis Esslingen.“

Die lange Zeit schwer umstrittene Brückensanierung – das zuständige Landratsamt Rems-Murr kalkuliert mit 400 000 Euro und musste versprechen, den historischen Charakter des denkmalgeschützten Bauwerks zu bewahren – nimmt die Stadt Weinstadt zum Anlass, die gesamte Ortsdurchfahrt (Forststraße) in der zweiten Jahreshälfte neu zu gestalten.

Auch Leerrohre für Breitband werden verlegt

Dabei wird nach Angaben der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Kreis die Verkehrsführung verändert, es werden die Wasserleitung und Straßenbeleuchtung erneuert, Leerrohre für Breitband verlegt sowie der vorhandene Regenwasserkanal in der Forststraße punktuell saniert. Die Kosten für die Stadt betragen ohne die Wasserleitung rund 180 000 Euro.

Die Kosten für den Austausch der mindestens 80 Jahre alten Wasserrohre betragen weitere rund 233 000 Euro. In der Vergangenheit sei es mehrfach zu Rohrbrüchen gekommen, so argumentierten die Stadtwerke Weinstadt am Donnerstagabend im Betriebsausschuss des Gemeinderats in der Jahnhalle für die Sanierung.

Verkehrsberuhigung ja, Tempo 20 nein

Bereits eine Woche zuvor hatte der Technische Ausschuss für die restliche Planung grünes Licht gegeben. An der Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde wird sich demnach nichts ändern, sie wird also auch nicht, wie von manchen gewünscht, auf 20 Kilometer pro Stunde reduziert. Dafür soll am Ortseingang von Baltmannsweiler kommend ein „Baumtor“ die Autofahrer zum Abbremsen animieren.

Im Bereich der Brücke auf der anderen Seite der Ortschaft soll die Straße laut Tiefbau-Chef Markus Baumeister so verschwenkt werden, dass sie besser passierbar ist und keinen Schaden nimmt. Immer wieder verirrten sich Lastwagen trotz Durchfahrtverbots für den Schwerlastverkehr nach Baach, so Baumeister. Findlinge sollen das „Schneiden der Kurve“ verhindern. Die asphaltierte Ortsdurchfahrt selbst soll fünf Meter breit sein und „von vorne bis hinten mit Rundbord ausgeführt sein“ – bis auf den Hochbord um die Pflanzinseln mit Bäumen zur weiteren Verkehrsberuhigung. Die enge Kurve beim „Rössle“ soll etwas weiter werden.

Die Straßenbeleuchtung ist bereits auf LED umgestellt worden

Die Straßenbeleuchtung entlang der Ortsdurchfahrt wurde nach Angaben der Stadt bereits auf LED umgestellt: „Von den bestehenden sechs Masten können drei am Bestand verbleiben. Die anderen drei Masten müssen neu versetzt werden. Die Masten und die Leuchten können wieder verwendet werden.“

Im Sommer wird die historische Brücke am Ortseingang von Baach saniert. Die kleine Ortschaft dürfte für die Zeit der Bauarbeiten weitgehend autofrei werden. Die vorübergehend gesperrte Brücke ist schließlich der einzige öffentliche Zugang aus Richtung des Remstals. Jetzt steht fest, wie die Baacher in der zweiten Jahreshälfte trotzdem zur Arbeit kommen – und was die Stadt Weinstadt für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt später im Jahr konkret plant.

Die Baacher sind wie kaum jemand

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