Weinstadt

Chorleiter Gotthilf Fischer stirbt im Alter von 92 Jahren

Gotthilf Fischer
Gotthilf Fischer, Komponist und Chorleiter (2018). Foto: Marijan Murat/dpa © Marijan Murat

Er ist der wohl berühmteste Weinstädter, trat mit seinen legendären Fischer-Chören bereits vor dem Papst und dem US-Präsidenten auf. Jetzt ist Chorleiter Gotthilf Fischer tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag (11.12.) im Alter von 92 Jahren, wie seine Managerin Esther Müller der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart am Mittwoch (16.12.) bestätigte. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Mehr als 16 Millionen Schallplatten wurden weltweit verkauft

Der Musiker sei «einfach eingeschlafen», sagte Müller. «Es war die Zeit und das Alter.» Er seit am Mittwoch im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Fischer wurde am 11. Februar 1928 im schwäbischen Plochingen geboren. Er wuchs als Sohn eines Hobbymusikers auf und gründete mit 14 Jahren seinen ersten Chor. Drei Jahre später übernahm er die Leitung des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später wurde er Leiter weiterer Gesangvereine.

Zu bundesweiter Berühmtheit gelangte er, als die Fischer-Chöre 1969 in der Sendung «Dreimal neun» mit Wim Thoelke auftraten. Bald darauf erschien die erste Schallplatte. Fischer dirigierte zwischenzeitlich mehr als 60 000 Sänger auf der ganzen Welt. Sie waren in Freundeskreisen der Fischer-Chöre aktiv. Mehr als 16 Millionen Schallplatten wurden weltweit verkauft.

Internet-Erfolg im vergangenen Jahr

Erst im vergangenen Jahr wurde der «König der Chöre» sogar noch für einen Internet-Erfolg ausgezeichnet: Seine Aufnahme der Europahymne «Ode an die Freude» mit der Liedzeile «Freude schöner Götterfunken» kam nach Angaben seines Managements auf mehr als 17 Millionen Youtube-Streams und Zehntausende Downloads bei Anbietern wie Amazon und Spotify. Umgerechnet zähle das in etwa so viel wie 75 000 physische Tonträger - dafür gab es eine Goldene Schallplatte.

Fischers Frau Hilde war 2008 im Alter von 89 Jahren nach 59-jähriger Ehe gestorben. Sie hatte 1949 einen Sohn mitgebracht, gemeinsam bekamen sie zwei Kinder.