Weinstadt

Christian Vieler - Der Fotograf, dem die Hunde vertrauen

Christian Vieler
Christian Vieler, Deutschlands Top-Hundefotograf, war am Freitag in Weinstadt zum Fotoshooting, um vierbeinige Modells in Szene zu setzen. Hier sieht man Vieler bei der Arbeit mit Hündin Finnja. © Gabriel Habermann

Weinstadt. Christian Vieler lichtet Hunde im Moment größter Ekstase ab - wenn sie begierig nach einem Leckerli schnappen. Am Freitag zeigte er im Zoo-Markt Finkbeiner, wie er das macht.

Hündin Finnja, fünf Jahre, wartet schon mit Frauchen Natascha Göhringer auf dem Parkplatz auf ihren großen Auftritt. Drinnen, im Finkbeiner Zoo-Markt, baut ein Team von Josera, Hersteller für Tiernahrung, mit dem Fotografen Christian Vieler den Fotostand auf. Im Rahmen der Foto-Roadshow „Bitte hecheln!“ werden am Freitag elf Hunde im Zoo-Markt fotografiert. Sie sind die Gewinner eines begehrten Hunde-Fotoshootings mit Hundefotograf Vieler. Vieler ist international bekannt für seine Aufnahmen und erreicht insbesondere über die Sozialen Medien eine große Fangemeinde. Auf seinen Bildern zeigt er Hunde, die er in dem Moment fotografiert, wenn sie nach einem Leckerli schnappen.

Ist der Hund verschreckt, ist das Shooting gelaufen

Finnja, eine Mischung aus Beagle und Australian Cattle Dog, ist aus Gschwend und das Stadtleben nicht gewohnt. Trotzdem schnüffelt sie neugierig an allem, was ihr vor die Nase kommt. Auch Berührungsängste mit dem Fotografen scheint sie keine zu haben. Ob das an Christian Vielers beruhigender Art liegt? Oder doch eher an den Leckerlis, die er seinem vierbeinigen Modell gibt? Woran es auch liegen mag, es hilft. Genüsslich schnappt Finnja nach den Leckerlis, die der Fotograf in die Luft wirft, und nimmt kaum Notiz von Kamera oder Reflexschirm. Gerade der Schirm schüchtert den einen oder anderen Hund ein. Wenn dann auch noch der Blitz aufleuchtet, sind manche Hunde dermaßen verschreckt, dass Vieler in den dreißig Minuten, die beim Shooting für jeden Hund zur Verfügung stehen, praktisch keine Chance mehr hat.

Manche Hunde sind sofort zugänglich, andere zunächst schüchtern. Sobald Vieler merkt, dass ein Hund noch nicht bereit ist, lässt er ihn in Ruhe und wirft einige Leckerlis auf den Boden. So stellt er eine Verbindung zum Hund her oder weckt sein Interesse. Wenn das nicht hilft, muss das Foto-Shooting abgebrochen werden. Bisher hat es mit den Aufnahmen fast immer sehr gut geklappt.

Christian Vieler Hundefotograf
Modell Finnja ist offensichtlich zufrieden mit der Arbeit des Hundefotografen. © Gabriel Habermann

Der Hund beschwert sich nicht

Warum eigentlich Hunde? Mit dem Fotografieren beginnt Vieler bereits 2012. Damals allerdings noch Hobby-mäßig. Seit 2016 arbeitet er professionell und mit Josera seit 2017. Anfangs traut er sich nicht an die Arbeit mit Menschen. Mit den Hunden ist es einfacher zu arbeiten: Mit ihnen kann er vieles ausprobieren. Wenn sie etwas ungeduldig werden, bekommen sie noch ein Leckerli. „Und wenn das Bild mal nichts geworden ist, beschwert sich der Hund auch nicht“, fügt er lachend zu. Ob er denn einen besonderen Draht zu Hunden habe? Als Besitzer von zwei Hunden, einem Labrador und einem „Doberfräulein“ versteht er es, mit Hunden umzugehen. Seine vierbeinigen Freunde hat er sich sogar auf den linken Unterarm tätowieren lassen. Außerdem nutzt er jede Gelegenheit, um sich Wissen über den richtigen Umgang mit Hunden anzueignen. Mit seiner langjährigen Hunde-Erfahrung, könnte man ihn durchaus als „Hundeflüsterer“ bezeichnen.

Für ein gutes Shooting eignen sich besonders "verfressene" Hunde

Mit Finnja gibt es zum Glück keine Probleme. Ihre Besitzerin beschreibt sie schmunzelnd als verfressen. Das ist optimal für das Shooting, denn dann agieren die Hunde unverkrampft. Gerade als Vieler die Leckerlis kurz beiseite legt, um seine Kamera zu richten, nutzt Finnja die Gelegenheit und wühlt mit der Schnauze in der Leckerli-Packung. Mindestens eine Handvoll Hundekekse landen bestimmt in ihrem Maul, bevor der Fotograf die Packung schnell wieder an sich nehmen kann. Ein kurzes Gelächter bei den Umstehenden und dann geht es auch schon weiter mit dem Shooting. Während Vieler witzige Schnappschüsse macht, sitzt Besitzerin Göhringer begeistert dabei und macht selbst einige Aufnahmen mit ihrem Smartphone. Nach knapp 15 Minuten hat Finnja es geschafft. Besitzerin Natascha Göhringer darf sich aus einer Galerie aus Bildern ein Foto aussuchen, das ihr besonders gut gefällt. Dieses bekommt sie in der kommenden Woche auf Leinwand samt Autogramm des Fotografen. Zusätzlich darf sie eine Tüte mit Geschenken für ihren Vierbeiner mitnehmen. Darauf freut sich Leckermäulchen Finnja ganz besonders.