Weinstadt

Coronavirus: Klassen des Remstal-Gymnasiums nach Hause geschickt

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Das Remstal-Gymnasium © Ramona Adolf

Weinstadt.
Das Coronavirus ist in Weinstadt angekommen. Nachdem der Vater von drei Kindern am Remstal-Gymnasium positiv getestet wurde, hat der Weinstädter Schulleiter Matthias Wenzke am Freitagvormittag die drei Klassen der betroffenen Kinder nach Hause geschickt. Aufgrund des klassenübergreifenden Unterrichts sind von der Maßnahme aber auch Schüler aus anderen Klassen betroffen. „Wir haben die entsprechenden Kinder rausgefiltert“, sagt der Rektor. Nachdem erwartungsgemäß das Robert-Koch-Institut Südtirol nunmehr ebenfalls zum Risikogebiet erklärt hat, sind seit diesem Freitag außerdem die Schüler und Lehrer vom Unterricht ausgeschlossen, die in Südtirol Urlaub gemacht haben - alles in allem nach Angaben des Schulleiters rund 250 der gut 900 Schülerinnen und Schüler des Remstal-Gymnasiums.


Unsere gesamte Berichterstattung zum Coronavirus und aktuelle Entwicklungen finden Sie unter www.zvw.de/coronavirus


Am Freitagvormittag hatte der Schulleiter persönlich alle Klassen und die Lehrer über die Situation am Remstal-Gymnasium informiert. Auch einzelne Lehrer seien nach Hause gegangen, nämlich diejenigen, die sich in den vergangenen Tagen in geringerem Abstand zu den Kindern befunden hätten. „Das sind Vorsichtsmaßnahmen“, betont Matthias Wenzke.

Ungeachtet der Aufregung um das Coronavirus sind am Donnerstag und Freitag die fachpraktischen Abitursprüfungen in Musik über die Bühne gegangen. Am Montag folgen die fachpraktischen Abitursprüfungen in Kunst. „Stand heute“, sagt der Schulleiter, „können sie stattfinden.“

Am Montag soll der Unterricht normal weitergehen

Nach Angaben des Landratsamts hatte sich der 53-jährige Familienvater bei einem Aufenthalt in Südtirol mit dem Coronavirus infiziert. Bei dem 53-Jährigen aus Weinstadt handelt es sich um die vierte bestätigte Infektion aus dem Rems-Murr-Kreis. Ebenfalls positiv getestet wurden ein 57-Jähriger aus Backnang, ein 44-Jähriger aus Rudersberg und dessen Tochter.

Die drei Kinder des erkrankten Mannes aus Weinstadt und dessen Frau werden nun ebenfalls auf Corona getestet und bleiben vorsorglich bis auf weiteres zu Hause. Bisher zeigen sie keine Symptome. Die Südtirol-Rückkehrer sollen noch eine Woche zu Hause bleiben. Alle anderen Schülerinnen und Schüler der Weinstädter Schulen sollen laut Gesundheitsamt am Montag regulär den Unterricht besuchen, sofern sie keine Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall zeigen. Grundsätzlich werden Eltern von Schülern oder Kindern in Kindertageseinrichtungen über die Schulleitung oder Kitaleitung informiert, falls Maßnahmen erforderlich werden, so der Weinstädter Pressesprecher. Dabei stehe die Stadtverwaltung Weinstadt in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt, das auch weitergehende Fragen beantwortet.

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte nicht ungebeten in Kliniken, Notfallpraxen oder Arztpraxen gehen. Wie berichtet, sieht das vom Robert-Koch-Institut vorgeschriebene Protokoll Folgendes vor:

Getestet wird nur in begründeten Fällen

Getestet werden sollte nur in begründeten Verdachtsfällen, will heißen: Personen, die sich in Risikogebieten in China, Iran, Südkorea und Italien (Region Emilia-Romagna, Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien) aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem neuen Coronavirus erkrankten Person hatten, und bis 14 Tage nach der Rückkehr beziehungsweise dem Kontakt grippeartige Krankheitssymptome entwickeln.

Die Betroffenen sollten einen Arzt ausschließlich telefonisch kontaktieren und das weitere Vorgehen fernmündlich besprechen. Außerhalb der regulären Sprechzeiten: Kassenärztlicher Notdienst unter 116 117.