Weinstadt

Der Arme Konrad hofft auf Lockerungen: Endlich wieder Jazztage in Weinstadt

Jazzclub Armer Konrad
Jochen Beglau, Hartmut Lenz und Luz Weber (von links) freuen sich auf die Jazztage. © Gabriel Habermann

Im März 2020 ist schon alles fertig geplant für die 23. Weinstadt-Jazztage – da sagt die polnische Band „Volosi“, die die Veranstaltungsreihe eröffnen sollte, kurzfristig ab: Sie können nicht mehr ausreisen. Stadt und Armer Konrad wollen dann zunächst noch umplanen. Doch einen Tag vor Beginn der Jazztage wird klar: Das Virus ist da. Alle Konzerte müssen nacheinander abgesagt oder zumindest verschoben werden.

Auch wenn seit Sommer 2020 nach und nach Konzerte gerade auch draußen im Stiftshof wieder möglich waren: 2021 begannen Stadt und Jazzclub erst gar nicht damit, eine Konzertreihe zu planen. Als „Fast-Kahlschlag im kulturellen Mittelstand“ bezeichnet Jochen Beglau, Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Stadtmarketing bei der Stadt Weinstadt, die lange Durststrecke, die die Pandemie bei Künstlern und Kulturliebhabern ausgelöst hat.

Welche Regeln werden gelten?

Damit soll dieses Frühjahr Schluss sein. Die 24. Weinstadt-Jazztage sollen definitiv stattfinden – unter welchen Zugangsbeschränkungen, Hygieneregeln und Zuschauer-Obergrenzen auch immer. Nur ein absolutes Veranstaltungsverbot könne die Veranstaltungsreihe noch aufhalten, so Jochen Beglau. Daran wolle man aber im Moment nicht denken.

Im Gegenteil: Die Veranstalter hoffen im Moment sogar noch darauf, dass die geplanten Lockerungen vielleicht doch schon früher und rechtzeitig zum Start der Jazztage am Donnerstag, 10. März, in Kraft treten könnten. Dass für die Konzerte am Ende 3G und Maskenpflicht als einzige Zugangsbeschränkungen gelten könnten – daran glaubt noch niemand. Wenn sie 60 Prozent der eigentlich vorhandenen Sitzplätze besetzen dürften, wäre das schon eine sehr gute Nachricht, findet Hartmut Lenz, Erster Vorsitzender des Jazzclubs Armer Konrad.

Kartenverkauf findet ausschließlich online statt

Vor einer Woche hat der Kartenvorverkauf begonnen. Bis jetzt verläuft der Vorverkauf noch etwas zögerlich – das verwundert die Veranstalter aber nicht. Schließlich wissen selbst sie noch nicht, welche Regeln genau für die Konzerte gelten werden. Über den aktuellen Stand zu 2G, 2G plus und Co. informiert der Jazzclub auf seiner Website.

Außerdem habe man dank des ausschließlich online angebotenen Vorverkaufs jetzt auch die Möglichkeit, die Kartenbesitzer direkt via Mail zu erreichen, falls doch noch ein Konzert ausfallen sollte, erklärt Jochen Beglau. Die meisten Konzerte finden in der Jahnhalle statt – dort gibt es genügend Platz zum Abstandhalten. Doch auch einige weniger offensichtliche Locations sind dieses Jahr dabei: Zum ersten Mal überhaupt findet zum Beispiel die Jazz- und Funknacht im Genusssternle an der B-29-Auffahrt in Endersbach statt.

Bei "Volosi" treffen klassische Streicher auf polnische Volksmusik 

Aus Corona habe man gelernt: So eine Woche vor dem Konzert verkaufen sich die Tickets am besten, so Hartmut Lenz. Sorge, dass die Karten liegen bleiben, hat er deshalb nicht: Viele der Konzerte des Jazzclubs in den vergangenen Wochen und Monaten seien am Ende ausverkauft gewesen.

Für die 24. Weinstädter Jazztage hat der Arme Konrad ein hochkarätiges und durchaus auch vielfältiges Programm zusammengestellt: Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe – wie ursprünglich für 2020 geplant – vom polnischen Streichquintett „Volosi“. Die Gruppe setzt sich aus zwei klassisch ausgebildeten Musikern und drei traditionellen Musikern aus den Karpaten zusammen. In Polen sei die Gruppe inzwischen eine große Nummer, so Programmchef und Zweiter Vorsitzender Luz Weber.

Startrompeter Joo Kraus und Pianistin Marialy Pacheco in der Jahnhalle

Das klare Highlight der diesjährigen Jazztage ist das Konzert von Startrompeter Joo Kraus und der bekannten kubanischen Jazzpianistin Marialy Pacheco am Samstag, 12. März, in der Jahnhalle. Das Duo hätte ebenfalls schon 2020 bei den Jazztagen spielen sollen – glücklicherweise kann das Konzert nun nachgeholt werden.

Aber auch die anderen Programmpunkte haben viel zu bieten: Ein Jazz- und Poesie-Abend zum österreichischen Dichter und Schriftsteller Ernst Jandl ist dabei, es soll eine coronakonforme Jamsession geben (mit Voranmeldung), das Kommunale Kino veranstaltet eine Filmnacht mit zwei Filmen zu den französischen Jazzern Michel Petrucciani und Django Reinhardt, und mit „Jazzabella“ kommt echte Frauenpower nach Weinstadt.

Auch ganz junge Jazzer sind zu hören 

Auch Nachwuchsmusiker kommen zum Zug: Dafür sorgt ein Jazz-Meeting der Musikschule Unteres Remstal, die Big Band des Remstal-Gymnasiums und das Landesjugendjazzorchester: Dieses Ensemble aus besonders begabten jungen Jazzmusikern hat sein großes Jubiläumskonzert coronabedingt vom Theaterhaus in Stuttgart nach Endersbach in die Jahnhalle verlegt.

Im März 2020 ist schon alles fertig geplant für die 23. Weinstadt-Jazztage – da sagt die polnische Band „Volosi“, die die Veranstaltungsreihe eröffnen sollte, kurzfristig ab: Sie können nicht mehr ausreisen. Stadt und Armer Konrad wollen dann zunächst noch umplanen. Doch einen Tag vor Beginn der Jazztage wird klar: Das Virus ist da. Alle Konzerte müssen nacheinander abgesagt oder zumindest verschoben werden.

Auch wenn seit Sommer 2020 nach und nach Konzerte gerade auch draußen im

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