Weinstadt

Die acht besten Wildfrüchte

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Silvia Lehmann hat ein Faible für Wildfrüchte. Jetzt im Herbst empfiehlt sie unter anderem die rohen Beeren des Sanddorns, der zum Beispiel im Benzacher Sanitas-Kräutergarten wächst. © Palmizi / ZVW
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Säuerlich-süß: der Weißdorn. © Palmizi / ZVW
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Aromatisch: die Kornelkirsche. © Sarah Utz
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Besonders eiweißreich: die Esskastanie. © © Bernd Müller / Fotolia
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Hat viele Mineralien: die Hagebutte. © Palmizi / ZVW
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Bis auf die Kerne genießbar: die Schlehe. © Zürn / ZVW
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Voller Vitamine: die Haselnuss. © Sarah Utz
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Ihre Früchte werden erst nach Frost weich und süß: die Mispel. © © samopauser / Fotolia
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Hat viel Magnesium: der Sanddorn. © Palmizi / ZVW

Weinstadt. Sie sind gratis, gesund und wachsen vor der eigenen Haustür: Wildfrüchte sind eine Alternative zur Supermarktnahrung. Die Endersbacherin Silvia Lehmann stellt die acht besten Sorten vor, die im Herbst geerntet werden können – von der Esskastanie bis zum Weißdorn.

Video: Silvia Lehmann gibt Tipps über Wildkräuter im Herbst wie der Sanddorn.

„Wildfrüchte sind eine gesunde, kostenfreie Bereicherung unseres Speiseplans“, findet Silvia Lehmann. Sie bedauert es, dass viele Menschen nur noch gezüchtetes Gemüse und Obst aus den Supermärkten essen. Bevor der Mensch Ackerbau betrieben hat, war er als Jäger und Sammler auf das angewiesen, was ihm die Natur bot. Neben dem Töten von Tieren gehörte es auch zur Aufgabe, die Früchte der Pflanzen einordnen zu können. Was ist roh bekömmlich? Was sollte ich besser kochen? Was ist giftig? Dieser Erfahrungsschatz in Sachen wildwachsende Nahrungsmittel ist im Lauf der Jahrtausende aus Silvia Lehmanns Sicht immer stärker verloren gegangen. „Das Wissen muss wieder aufgefrischt werden“, sagt die Endersbacherin. Sie selbst will dazu einen Beitrag leisten – und hat für unsere Zeitung die acht besten Wildfrüchte herausgesucht, die jetzt im Herbst von jedermann geerntet werden können.

„Die sind wesentlich resistenter gegen Krankheiten“

Silvia Lehmann, die auf ungekochtes und veganes Essen sehr viel Wert legt, hat acht Früchte heimischer Pflanzen ausgewählt, die allesamt roh essbar sind. Natürlich gilt hier wie bei allem im Leben, dass das rechte Maß entscheidend ist. Wildfrüchte haben aus Silvia Lehmanns Sicht viele Vorteile. Sie werden zum Beispiel nicht mit Pestiziden behandelt (es sei denn, sie wachsen auf oder neben einem Acker). Wer auf Nummer sicher gehen will, dem rät Silvia Lehmann, einfach im eigenen Garten die Wildfrüchte anzubauen. „Die sind wesentlich resistenter gegen Krankheiten als unser gezüchtetes Obst.“

Silvia Lehmann hat für unsere Zeitung aufgeschlüsselt, was die von ihr empfohlenen acht Herbstfrüchte bewirken:

1Hagebutte: Ihr Fruchtfleisch hat einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C und Mineralien (besonders Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium). Sie stärkt das Immunsystem und wird bei Arthrose eingesetzt. Verwendung: roh im Smoothie oder als Hagebuttendip, getrocknet als Tee.

2Sanddorn: Er ist reich an Vitamin C, B-Vitaminen und Vitamin E. Er enthält viel Kalium und Magnesium, stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungskrankheiten vor. Sanddornöl aus den Kernen wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Verwendung: als Sanddornsaft und zu allen Nahrungsmitteln, bei denen ein säuerlicher Geschmack gewünscht ist. Wichtig: Wer einen Sanddorn im eigenen Garten anpflanzt, sollte eine weibliche und eine männliche Pflanze auswählen – denn sonst gibt es keine Beeren. „Die sind nicht selbstbefruchtend“, stellt Silvia Lehmann klar.

3Weißdorn: Das Fruchtfleisch schmeckt mehlig und säuerlich-süß. Der Weißdorn enthält kreislaufregulierende Substanzen.

4Kornelkirsche: In ihr stecken viele B-Vitamine, Vitamin C und E, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Flavonoide. Sie wirkt fiebersenkend, ist sehr aromatisch und hat einen süß-säuerlichen Geschmack. Eignet sich für Desserts, Fruchtmus und Salate.

5Mispel: Sie enthält viel Gerbsäure (Tannine) und Vitamin C. Sie gilt als harntreibend, blutreinigend und entzündungshemmend. Die Mispel hilft laut Silvia Lehmann auch bei Darmentzündungen. Ihre Früchte werden erst nach dem ersten Frost weich und süß. Sie kann für süße Brotaufstriche, Desserts und Chutney-Soßen verwendet werden.

6Haselnuss: Sie besteht zu 60 Prozent aus Öl und zu zwölf Prozent aus Eiweiß. Sie enthält Vitamine B 1, B 2 und E sowie Kalzium, Phosphor und Eisen. Aufgrund ihres hohen Lecithingehalts gilt die Haselnuss als typische Nervennahrung. Silvia Lehmann verarbeitet sie in Pestos, im Gebäck und als Nussmus.

7Schlehe: Sie hat viel Gerbstoffe und Vitamin C. Die Schlehe wird erst nach Frost genießbar und hilft bei Erkältungen sowie Fieber. Ihre Kerne sollten nicht gegessen werden, da sie Blausäure enthalten.

8Esskastanie: In ihr stecken viel Mineralien (besonders Kalium) sowie Eiweiß. Laut Silvia Lehmann wirkt die Esskastanie basisch und eignet sich für Maronenpüree sowie Pestos.

Kurs: Jetzt anmelden

Wollen Sie wissen, welche Gerichte sich aus Wildfrüchten zubereiten lassen? Silvia Lehmann bietet am Samstag, 5. November, einen Kurs an – und zwar von 14 bis 17 Uhr im Kurt-Dobler-Saal in Beutelsbach (Poststraße 15/3). Interessierte sollten sich bis spätestens drei Tage vor Kursbeginn unter 07151/906830 oder unter info@gruen-gesund-gluecklich.de anmelden. Teilnehmer zahlen 24 Euro, inklusive Essen und Wasser.

Wer einen klassischen Kochkurs erwartet, wird enttäuscht. Silvia Lehmann schwört auf vegane Rohkost – und nicht auf erhitzte Nahrung. Sie liebt zum Beispiel grüne Smoothies.

Nach einem Indienaufenthalt hat Silvia Lehmann, Jahrgang 1961, ihr Leben radikal geändert. Sie arbeitet heute als Yogalehrerin und Vitalkostzubereiterin, zudem ist sie Vorsitzende des Weinstädter Vereins Kunstraum.