Weinstadt

Die Spiele-Erfinder aus Endersbach

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Spiel Pictures
Auch Julian gefällt das Spiel „Pictures“, das seine Eltern Daniela und Christian Stöhr erfunden haben. Nichts von alldem bekommt Benjamin mit, der im Baby-Tragetuch, angeschmiegt an die Brust seiner Mutter, schläft. © Gabriel Habermann
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Spiel Pictures
So lässt sich eine Lokomotive abstrakt darstellen: Mit neun kleinen, farbigen Würfelchen. © Gabriel Habermann
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Spiel Pictures
Für einen Leuchtturm werden einige Bauklötze benötigt. © Gabriel Habermann
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Spiel Pictures
Mit zwei Stöcken und vier Kieselsteinen kann ein Schmetterling dargestellt werden. © Gabriel Habermann

Was haben Steine, Stöcke, Schnürsenkel, Symbolkarten, Würfelchen und Bauklötze gemeinsam? In der Regel gar nichts. Was sich nach einem Sammelgut eines Kindergartenkindes anhört, ist das Zubehör des Spiels „Pictures“. Die Endersbacher Daniela und Christian Stöhr haben das Rate- und Gesellschaftsspiel vor zwei Jahren erfunden. Die Idee dazu hatten die beiden, als ihr Sohn Julian, der im Juli seinen dritten Geburtstag feiert, ein Steckspiel geschenkt bekommen hat. „Da hat’s Klick gemacht“, sagt Christian Stöhr. Und die Idee zu Pictures war geboren.

Den Spiele-Erfinder-Preis 2018 in Hamburg gewonnen

So begannen Daniela und Christian Stöhr zu tüfteln, zu experimentieren und schließlich zu spielen. Als der Spielablauf klar war und es einen Prototypen vom Spiel gab, schickte das Paar sein Spiel samt Spieleanleitung nach Hamburg. Die Endersbacher konnten sich gegen zwei andere Finalisten durchsetzen und gewannen dort 2018 den Spiele-Erfinder-Preis. In einigen Monaten muss das Spiel wieder eine Jury überzeugen, dieses Mal in Berlin. Pictures, das vom PD-Verlag auf den Markt gebracht wurde, wurde als „Spiel des Jahres“ nominiert. Der Gewinner wird am 20. Juli gekürt.

Zweites Spiel, das die Stöhrs erfunden haben

Es ist nicht das erste Spiel der 39-jährigen Erzieherin und des 46-jährigen Informatikers. Bereits vor sechs Jahren haben die beiden ein Würfelspiel namens „Schraube locker“ beim Amigo-Verlag herausgebracht.

Obwohl die beiden ihrer Meinung nach unterschiedliche Spielertypen sind, funktioniere dennoch das gemeinsame Spielen. „Ich mag sehr gerne Spiele, die grafisch ansprechend sind“, sagt Daniela Stöhr. Im Gegensatz zu ihr interessiere ihr Mann sich für strategische Spiele. Auch wenn es darum gehe, neue Spiele auszuprobieren, unterscheiden sie sich: „Er liest die Spieleanleitung und kann sie dann auswendig.“

Alles, was zählt: Kreativität und Abstraktion

Sicher ist für die beiden: Bei Pictures geht es nicht darum, zu gewinnen, sondern um Spaß zu haben. Alles was zählt: die Kreativität und Abstraktion. Was den Stöhrs besonders an ihrer eigenen Erfindung gefällt? „Das Kreativwerden, die Fotos nachzubauen und die Auflösungsphase“, sagt Christian Stöhr. Das sieht seine Frau genauso.

Was sie an ihrem Spiel auch sehr schätzen, ist, dass es einen gewissen Freiraum bietet. Zwar richte sich Pictures an Spieler ab acht Jahren, könne aber auch an das Alter der Kinder angepasst werden. „Die Kinder meiner Freundin sind jünger als acht“, sagt Daniela Stöhr. Trotzdem klappe es mit dem Spielen.

Auch Sohn Julian ist begeistert

Auch ihr Sohn Julian, der noch zwei Finger ausstreckt, wenn er nach seinem Alter gefragt wird, spiele gerne das Spiel seiner Eltern. Doch wenn er mit am Tisch sitzt, gelten andere Regeln – und zwar einfache. „Es ist nichts in Stein gemeißelt“, sagt Daniela Stöhr. Das Spiel könne jederzeit auch anders gespielt werden. Julian darf sich Geschichten zu den Fotokarten ausdenken. Auf diesen sind unterschiedliche Motive zu sehen. Es sind größtenteils Augenblicke, die Daniela Stöhr selbst mit der Kamera eingefangen hat – sei es im Mallorca-Urlaub, während eines Familienausflugs in Hamburg oder bei einem Spaziergang durch Weinstadt.

So geht's

Und so wird Pictures mit drei bis fünf Personen gespielt: Das Ziel des Spiels ist es, mit Kieselsteinen, Schnürsenkeln oder Bauklötzen Motive darzustellen, die auf der Fotokarte zu sehen sind. Dazu werden 16 Karten offen auf dem Tisch ausgelegt. Jede Reihe und Spalte wird mit Buchstaben oder Zahlen markiert, um den Fotos einen klaren Platz zuzuweisen. Aus einem Beutel zieht sich jeder Spieler ein Plättchen und weiß somit, welches Foto er darstellen soll. Alle Spieler sind gleichzeitig mit dieser Aufgabe beschäftigt. Wenn die Kunstwerke aus unterschiedlichen Spielsteinen fertig sind, geht’s ums Erraten. In der nächsten Runde wird das Material-Set weitergegeben, damit jeder in den Genuss kommt, mit anderen Materialien etwas nachzubauen.

Während die Spieler mit Bauklötzen das Bild dreidimensional nachbauen können, erschweren die Schnürsenkel die Aufgabe besonders, weil sie nur zweidimensional gelegt werden können. Insgesamt könne das Spiel etwa eine halbe Stunde lang gespielt werden.

Weiteres Spiel in Planung

Das Feedback, das die Stöhrs bisher erreicht hat, sei positiv gewesen. Das Spiel gehe demnächst in die zweite Auflage. Im jetzigen Stand enthält das Spiel 91 Fotokarten, künftig sollen es 182 sein. „Der Verlag hat entschieden, die Rückseite auch zu bedrucken“, sagt Christian Stöhr. Und betont: Nicht weil das Spiel in dieser Form schlecht sei, sondern das Ziel des Verlags sei, es noch besser zu machen.

Für das Spiele-Erfinder-Paar aus Endersbach ist noch nicht Schluss. Die Eltern von zwei Jungen schmieden bereits Pläne für ein neues Spiel. Ohne viel zu verraten, sagen sie, dass es dieses Mal ein Spiel mit Karten und Würfeln sein wird.

Das Rate- und Gesellschaftsspiel von Daniela und Christian Stöhr kostet zwischen 35 und 40 Euro und ist online unter anderem auf der Internetseite vom PD-Verlag unter www.pd-verlag.de erhältlich.

Was haben Steine, Stöcke, Schnürsenkel, Symbolkarten, Würfelchen und Bauklötze gemeinsam? In der Regel gar nichts. Was sich nach einem Sammelgut eines Kindergartenkindes anhört, ist das Zubehör des Spiels „Pictures“. Die Endersbacher Daniela und Christian Stöhr haben das Rate- und Gesellschaftsspiel vor zwei Jahren erfunden. Die Idee dazu hatten die beiden, als ihr Sohn Julian, der im Juli seinen dritten Geburtstag feiert, ein Steckspiel geschenkt bekommen hat. „Da hat’s Klick gemacht“, sagt

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