Weinstadt

Eine geheime Liebe in Großheppach

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Daniela von Gaisberg (links) mit ihrer kleinen Tochter Charlotte und Schwiegermama Clementine von Gaisberg trauern um die verstorbene Wellingtonie. © Ramona Adolf
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Auf diesem Bild lässt sich die Größe des Baumes erahnen. © Jansen / ZVW
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Die dicke, faserige Rinde des Mammutbaumes... © Jansen / ZVW
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...schützt ihn in der Natur vor Waldbränden. © Jansen / ZVW
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Therese von Abel. © Privat

Weinstadt-Großheppach. Imposant ist er immer noch, der Riesenmammutbaum im Schlosspark Großheppach – auch wenn er mit seinen 152 Jahren für einen Mammutbaum recht jung verstorben ist. Dass er überhaupt dort steht, ist einem sprachlichen Missgeschick König Wilhelms I. zu verdanken. Der wiederum war in jungen Jahren unsterblich in Therese von Abel verliebt, deren Familie das Schloss damals gehörte.

Video: Lauschen Sie einem der Liebesbriefe.

Dass der Baum überhaupt im Schlosspark steht, ist einem Missverständnis zu verdanken. Denn als König Wilhelm I. im Jahr 1863 Mammutbaumsamen aus New York einschiffen ließ, forderte er ein Lot an. In den USA wurde er missverstanden. Zurück kam „a lot of“ Mammutsamen – nämlich ein ganzer Sack voll. Wilhelm I. von Württemberg, ließ diese kurzerhand in der Wilhelma einsäen und aufziehen. Und setzte damit einen Trend. Ein Bäumchen landete auch im Schlosspark Großheppach. Therese von Abel hatte es sich gesichert. Ob sie die Wellingtonie als Statussymbol kaufte oder in Erinnerung an ihre erste große Liebe Wilhelm – das bleibt ihr Geheimnis.

Wilhelm I. von Württemberg war der Bürgerlichen Therese von Abel verfallen. Heimliche Treffen in Großheppach, eine Audienz bei Napoleon und eine Schwangerschaft. Davon erzählen Liebesbriefe, die Wilhelm I. seiner ersten großen Liebe, der vier Jahre älteren Therese von Abel, geschrieben hat. Es war eine geheime Verbindung, von der niemand wissen durfte – am allerwenigsten Wilhelms Vater Friedrich, der spätere König von Württemberg. Denn nicht nur war Therese keine Adelige, sondern ihr Vater war auch einer der größten Widersacher des Herzogs.