Weinstadt

Eiscafé Laofe in Endersbach: Endlich wieder unbeschwert Eis essen

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Fabio Gaudio (40) und seine Frau vom Eiscafé Laofe freuen sich auf einen unbeschwerten Sommer. © Büttner

Das Eiscafé Laofe in Endersbach hat die Corona-Krise gut überstanden – auch, weil die Familie von Inhaber Fabio Gaudio zusammengehalten hat und der 40-Jährige einen zweiten Beruf in Vollzeit ausübt. Fast herrscht wieder Normalität rund um sein Eiscafé, doch einige Einschränkungen sind geblieben. Um ihn und andere Gastronomen mit Außenbewirtschaftung im öffentlichen Raum zu entlasten, erlässt die Stadt jetzt die Hälfte der Nutzungsgebühren.

Das reißt zwar kein großes Loch in die Stadtkasse – insgesamt verdient die Stadt an den Gebühren aller Voraussicht maximal 1500 Euro weniger als sonst –, ist aber trotzdem eine schöne Geste. Schließlich durften die Gastronomen erst Ende Mai wieder öffnen, nach monatelanger Schließzeit wegen der Corona-Pandemie.

3G-Regeln im Innenbereich

Weiterhin gelten für den Innenbereich strenge Regeln – alle Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Im Außenbereich ist es seit einigen Wochen wegen der gesunkenen Ansteckungsraten lockerer: Auch wer keinen Test vorweisen kann und noch nicht vollständig geimpft ist, darf Platz nehmen und wird bedient. „Zum Glück“, sagt Eisdielenbesitzer Fabio Gaudio. „Davor hat sich das Geschäft nicht rentiert.“ Dass die Testpflicht im Freien aufgehoben wurde, sei „der einzig richtige, finanziell tragbare Schritt“ gewesen. Im Innenbereich könne er die Testpflicht nachvollziehen, wenngleich ihm das an regnerischen Tagen den Absatz von Kaffee und Kuchen erschwere.

Viele Gastronomen in Weinstadt verfügen im Freibereich über eigene Flächen, einige jedoch greifen wie Fabio Gaudio auf den öffentlichen Raum zurück.

Reduzierte Gebühren

Acht Betriebe haben laut Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren entsprechende Anträge bei der Stadt eingereicht. Dazu zählen unter anderem das Reichmanns in der Beutelsbacher Ortsmitte sowie das Café Mildenberger und das Café Bohne in Endersbach an der Strümpfelbacher Straße.

In einer Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für den Gemeinderat heißt es: „Da die Gastronomie aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden langen Schließung stark getroffen ist, möchte das Ordnungsamt in diesem Jahr die Sondernutzungsgebühren für die Außenbewirtschaftung auf öffentlicher Fläche um die Hälfte reduzieren. Dies erscheint auch vor dem Hintergrund der geltenden Abstandsregeln für geboten, da die Gastronomiebetriebe auf der beantragten Fläche deutlich weniger Tische stellen können, als dies bisher der Fall war.“

Das Votum der Räte am vergangenen Donnerstagabend: einstimmig dafür.

Eis zu verkaufen ist schöner, als Abstände zu kontrollieren

Fabio Gaudio hat das Eiscafé gepachtet, und auch die Terrasse am Mühlkanal in der Traubenstraße gehört nicht ihm, sondern der Stadt. Deshalb muss auch er jedes Jahr aufs Neue eine „Sondernutzungserlaubnis zur Errichtung einer Außenbewirtschaftung auf öffentlicher Fläche“ beantragen.

Der 40-Jährige rollt mit den Augen: Die Bürokratie gehört nicht zu seinen liebsten Aufgaben. Und ebenso wenig das Kontrollieren von Abständen, Masken, Testbescheinigungen oder Impfpässen. In den vergangenen eineinhalb Corona-Jahren ist er darüber fast verzweifelt, gibt er zu. Doch langsam, aber sicher herrscht wieder Normalität. Wie wichtig die Cafés und Biergärten für die (Wieder-)Belebung der Stadt nach dem düsteren Corona-Winter sind, ist vor allem am Wochenende zu sehen. Wenn die Sonne scheint, sind vor dem „Laofe“ meistens alle Plätze belegt.

Die Spaziergänger stehen meterlang Schlange für einen Eisbecher. Doch auch unter der Woche ist das Geschäft mit den Schülern und Sportlern, die sich nach getaner Arbeit etwas gönnen, wieder angelaufen. Den Höhepunkt hat die Eis-Saison freilich noch nicht erreicht. Für den Hochsommer hat Fabio Gaudio Schülerinnen aus dem Bildungszentrum auf 450-Euro-Basis als Unterstützung eingestellt.

Wenn die Tage irgendwann wieder kürzer werden, hofft der Ur-Endersbacher, der zusätzlich in Beutelsbach bei der Firma Cannon als Ausbilder arbeitet, dass er noch bis in den Winter hinein geöffnet bleiben darf. „Die Zeiten, in denen man nur sechs Monate offen hatte, sind vorbei“, sagt er. Die Fixkosten seien auch während der Schließzeit sehr hoch. Heißer Kaffee und die selbst gebackenen Kuchen seiner Frau verkauften sich im Winter gut.

Jetzt steht aber erst einmal ein möglichst unbeschwerter Sommer vor der Tür. Mit hoffentlich viel Sonne und wenig Corona-Bürokratie.

Das Eiscafé Laofe in Endersbach hat die Corona-Krise gut überstanden – auch, weil die Familie von Inhaber Fabio Gaudio zusammengehalten hat und der 40-Jährige einen zweiten Beruf in Vollzeit ausübt. Fast herrscht wieder Normalität rund um sein Eiscafé, doch einige Einschränkungen sind geblieben. Um ihn und andere Gastronomen mit Außenbewirtschaftung im öffentlichen Raum zu entlasten, erlässt die Stadt jetzt die Hälfte der Nutzungsgebühren.

Das reißt zwar kein großes Loch in die

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